Große Sorgen: Hayes Lemmerz bleibt operativ schwach

Der Automobilzulieferer und weltgrößte Räderhersteller Hayes Lemmerz (Northville/Michigan) hat jetzt die Ergebnisse für das dritte Quartal (endete am 31.10.) des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt mit um elf Prozent (gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum) gestiegenem Umsatz, einem verbesserten Einkommen aus dem operativen Geschäft, allerdings auch einem tieferen Abrutschen in die Verlustzone, einem positiven Cashflow und einer verbesserten Liquidität. An der Börse wurde das Quartalsergebnis nicht honoriert: Der Aktienkurs, der seit August geradezu eingebrochen ist, dümpelt aktuell weiterhin bei 2,58 US-Dollar.

Im abgelaufenen Quartal wurde der Umsatz auf 604 Millionen US-Dollar (3. Q. 2004: 545,9 Mio.) gesteigert. Hilfreich dabei waren Faktoren wie gesteigerte Volumina im internationalen Geschäft, die Weitergabe von Rohstoffkosten (Stahlpreise) an Kunden sowie günstige Währungsverhältnisse, negativ haben sich weiter rückläufige Verkäufe in Nordamerika ausgewirkt. Einerseits konnte zwar das operative Ergebnis (earnings from operations) um 29 Prozent auf 16,8 Millionen US-Dollar verbessert werden, andererseits erhöhte sich der Nettoverlust im Berichtszeitraum auch von 5,3 Mio. auf 13,3 Mio. US-Dollar.

Angesichts geringerer Verkäufe im Heimatmarkt bei Pkw und Leicht-Lkw könne man über das Quartalsergebnis erfreut sein, so der Präsident, CEO und Chairman der Gesellschaft Curtis Clawson. Man werde die Strategie, in Niedrigkostenländern die Kapazitäten auszuweiten, fortsetzen. Clawson erinnerte auch daran, dass das Unternehmen erst kürzlich seine Beteiligung an einem Jointventure in der Türkei ausgeweitet habe, um dem Bedarf von Kunden in der Türkei und Europa besser zu entsprechen, sowie an die Investitionsentscheidung für im Niederdruckverfahren gegossene Lkw-Aluminiumräder.

Clawson kündigte ferner an, weiterhin Kosten einsparen, die Kapazitäten in den USA verringern und die Effizienz im internationalen Geschäft verbessern zu wollen. Hayes Lemmerz habe in den ersten neun Monaten 2005 Neuaufträge und Fortschreibungen für Aufträge in Höhe von 300 Millionen Dollar an Land ziehen sowie Fahrzeughersteller in Japan und Korea als neue Kunden gewinnen können. Das Unternehmen gewinne mit den Autoherstellern neue Aufträge hinzu, die auch im globalen Automobilgeschäft auf der Gewinnerseite stünden.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat Hayes Lemmerz den Umsatz verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 1,749 Milliarden US-Dollar gesteigert. Angesichts dieser Entwicklung hat das Unternehmen das Umsatzziel für das Gesamtjahr von 2,2 auf 2,3 Milliarden Dollar angehoben. Für den freien Cashflow wird mit einem Betrag zwischen „neutral“ und einem negativen Cashflow in Höhe von 15 Millionen gerechnet. Beim EBITDA (operatives Ergebnis vor Abschreibungen) wurde der Zielkorridor von 190 bis 205 Millionen US-Dollar auf 180 bis 190 Millionen herabgesetzt.

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