„Autovermieter sind Winterreifenmuffel“, sagt der ACE

Durchschnittlich nur jeder dritte Mietwagen ist derzeit mit Winterreifen ausgerüstet, und dafür verlangen einzelne Mietwagenanbieter sogar noch Aufpreise von bis zu 15 Euro pro Tag. Das ist das Ergebnis einer Branchenumfrage, die der Auto Club Europa (ACE) jetzt veröffentlicht hat. Der Club wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Autovermieter gesetzlich nicht dazu verpflichtet seien, ihre Fuhrparks mit Winterreifen auszustatten. Falls ein Unfall auf winterglatter Straße passiere, hafte allerdings der Fahrzeugführer, der das Auto angemietet hat und nicht das Mietwagenunternehmen in seiner Eigenschaft als Fahrzeughalter. Im Unterschied zur Fahrzeugflotte der klassischen Autovermieter seien – so der ACE – die Autos von DB Carsharing (Deutsche Bahn AG) zu immerhin 75 Prozent mit Allwetter- oder Winterreifen unterwegs, was jedoch zehn Euro extra pro Tag koste. Von den deutschlandweit rund 650 Mietwagenanbietern rüsteten dagegen die führenden Unternehmen wie beispielsweise Hertz, Sixt, Avis, Europcar und Budget lediglich zwischen 25 und 60 Prozent ihrer Fahrzeuge – ebenfalls gegen Aufpreis – auf Winterreifen um. Je nach Fahrzeugtyp und Anbieter seien zehn bis 15 Euro pro Tag zusätzlich zu den normalen Mietkosten einzukalkulieren.

„Für Kunden, die eine Winterbereifung wünschen, ist eine vorherige Reservierung mit Bestätigung ratsam“, zitiert der ACE Caroline Oberheide, Pressesprecherin der Autovermietung Hertz. Wer in Form von Winterreifen beim Mietauto in mehr Verkehrssicherheit investiere, könne aber dennoch nicht mit einer abgesenkten Versicherungsprämie rechnen. Bei den eng kalkulierten Preisen sei „keine Luft mehr zum Rabattieren drin“, erklärte Budget-Flotten-Sprecher Frank Rettig dem ACE. Der Club kritisierte, Autovermieter klärten ihre Kunden vor Auslandsfahrten nicht obligatorisch darüber auf, für welche Strecken und Pässe Winterausrüstung vorgeschrieben ist. Damit Autovermietungen den Kundenbedürfnissen und der steigenden Nachfrage gerecht werden können, empfiehlt Markus Burgdorf – Pressesprecher der Initiative PRO Winterreifen (Bonn), die es sich zu Ziel gesetzt hat, das Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit für den konsequenten Gebrauch von Winterreifen zu schärfen – „alle Fahrzeuge, die zwischen September und November in die Mietwagenflotte kommen, direkt ab Werk mit Winterreifen auszustatten“. Autofahrer sollten, nach vorheriger Bestellung von Winterreifen, keine Fahrzeuge übernehmen, die auf Sommerreifen stehen.

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