Die Luft wird für Intra immer dünner

Mitte Januar 2002 hatte die Firmengruppe Intra den Insolvenzantrag stellen müssen. Im Rahmen einer Betriebsversammlung am letzten Freitag hat die Intra-Geschäftsführung die Belegschaft etwas kryptisch darüber informiert, dass die Wahrscheinlichkeit, das Unternehmen zu retten, gesunken sei, da der Hauptinteressent von einer Übernahme Abstand nehme. Dieser Hauptinteressent Alutec Belte allerdings sieht noch keinen endgültigen Schlussstrich gezogen.

Zwischenzeitlich – nach Stellen des Insolvenzantrages – schienen sich die Dinge zum Besseren zu wenden: Intra blieb im Markt (die Zweitmarke Exip wurde eingestellt), trat dem Insolvenzverfahren zum Trotz offensiv auf Messen auf, und mit der Firma Alutec-Belte (Delbrück) schien ein potentieller Investor gefunden.

Belte, hauptsächlich engagiert auf dem Gebiet der Lohnwärmebehandlung und für diverse Produzenten von Aluminiumgussradfelgen arbeitend, hat sogar Halle und Maschinen der Intra-Gießerei in Burbach gemietet und dort die Produktion (Guss und Wärmebehandlung) wieder anfahren lassen. Auf Nachfrage der NEUE REIFENZEITUNG hat Marcus Belte, Vorstandsvorsitzender der Alutec-Belte AG, wissen lassen, im Januar mit dem Intra-Insolvenzverwalter Thomas Kind bzw. dem mit dieser Angelegenheit betrauten Rechtsanwalt Holger Blümle noch verbleibende Unklarheiten in einem Gespräch beseitigen zu wollen, um dann zu entscheiden, ob von einer Übernahme Abstand genommen werden müsse und die entsprechenden Verhandlungen als gescheitert anzusehen seien. Jetzt sei es jedenfalls definitiv zu früh, solch eine Aussage treffen zu wollen. Die Unternehmensgruppe Alutec-Belte (Delbrück) hatte übrigens mit Wirkung 1.7.2003 eine 50prozentige Beteiligung am Aluminiumgussradhersteller SRF Sudrad Roues France S.A. in Soultzmatt vom Idsteiner Anwalt Dr. Heinz Berger erworben.

Aus der Intra-Geschäftsführung heißt es darüber hinaus, man würde zwar die Chancen für das Überleben Intras als gesunken ansehen, wenn Belte aus dem Rennen ausscheidet, hat aber noch einen Rest Hoffnung, weil noch eine Alternative im Köcher sei: Man verhandle noch mit zwei weiteren Geschäftsleuten und es bestehe durchaus noch die Chance, im Januar 2004 mit diesen zu einer Einigung zu kommen. Sollten allerdings auch diese Verhandlungen scheitern, werde man wohl Ende Januar die Kündigungen aussprechen müssen. Dass noch nicht im Dezember gekündigt wurde, sei ein Beleg dafür, dass noch Hoffnung besteht. Der Betrieb soll in jedem Fall noch bis März/April 2004 aufrecht erhalten bleiben, so dass den Kunden und besonders Erstausrüstungskunde Opel genügend Zeit bleibt, sich auf die Situation einzustellen, die sich endgültig also erst im Januar klären wird.

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