Unfälle durch Reifenmängel: BRV sieht keinen Grund zur Entwarnung

Wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) mitteilt, ist die Zahl der durch Mängel an der Bereifung verursachen Unfälle weiter gesunken. Nach der aktuellsten Auswertung des Statistischen Bundesamtes ereigneten sich im Jahr 2001 – die Zahlen für 2002 werden erst etwa Mitte diesen Jahres vorliegen – auf deutschen Straßen 1.358 Unfälle mit Personenschaden, die auf Mängel an der Bereifung zurückgeführt werden konnten. Das entspricht einem Rückgang von knapp 7,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 und einem Minus von 14,7 Prozent im Vergleich zu 1999. Dieser positive Trend ist für den BRV dennoch kein Grund zur Entwarnung. Denn 2001 verunglückten immerhin noch insgesamt 2.137 Personen aufgrund technischer Mängel an der Bereifung. Rund ein Viertel davon erlitt dabei nach Angaben des Verbandes schwere Verletzungen – 54 Menschen und damit acht mehr als im Jahr zuvor verloren sogar ihr Leben. ”Zum einen ist jeder Verunglückte einer zu viel, weil das durch mängelbehaftete Reifen hervorgerufene Unfallrisiko zumeist eher eine Folge menschlichen als technischen Versagens ist”, so Peter Seher, Präsident des Bonner Verbandes und selbst Vulkaniseurmeister und Reifenhändler. “Denn ein großer Teil der Unfälle könnte verhindert werden, wenn die Bereifung als sicherheitsrelevante Komponente des Kraftfahrzeuges von Fahrzeughaltern und -führern ernster genommen und – mit vergleichsweise minimalem Aufwand – regelmäßig auf ihren Zustand gecheckt würde.” Zum anderen dürfe auch nicht vergessen werden, dass die genannte amtliche Statistik nur jene Unfälle erfasst, bei denen der Reifenschaden als Unfallursache entweder offensichtlich war oder eindeutig nachgewiesen wurde. Oftmals aber werde dies gar nicht genauer untersucht. Unfälle beispielsweise bei Regen, Schnee oder Eis, werden nach Ansicht des BRV “in ungezählten Fällen” ursächlich auf die Straßenverhältnisse zurückgeführt, ohne dass zuvor noch geprüft würde, ob das Fahrzeug nach Art und Zustand der Bereifung für diese Straßenverhältnisse überhaupt hinreichend gerüstet war. Nach Ansicht des Reifenhandelsverbandes reicht etwas mehr Aufmerksamkeit aus, um das Risiko eines durch technische Mängel an den Reifen verursachten Unfalls deutlich zu reduzieren. So vermindert zum Beispiel eine regelmäßig im mindestens 14-tägigen Turnus durchgeführte Luftdruckkontrolle die Gefahr eines Reifenschadens erheblich. Sichtprüfungen, die jeder Autofahrer leicht und mit minimalem Zeitaufwand selbst durchführen kann, reichen aus, um Schädigungen wie einseitig abgefahrenes Profil, Beulen an der Reifenflanke, Schnitte und Einkerbungen im Gummi oder fehlende Gummistücke an der Lauffläche zu bemerken. Wird ein solches Indiz entdeckt, sollte umgehend ein Reifenfachbetrieb aufgesucht werden, um das Risikopotenzial durch einen Experten untersuchen und technische Mängel beseitigen zu lassen, bevor die Reifen zu einer “tickenden Zeitbombe” werden. Um das “Reifenbewusstsein” der Verbraucher zu stärken, unterstützt der BRV mit seinen Mitgliedsunternehmen übrigens auch in diesem Jahr wieder die unter der Schirmherrschaft des Deutschen Verkehrssicherheitsrates mittlerweile zum vierten Mal stattfindende Prüfaktion “ReifenCheck”, an der die Autofahrer im Juni bundesweit an rund 30.000 Prüfstellen kostenlos ihre Pneus untersuchen lassen können. Darüber hinaus können interessierte Autofahrer in der Verbandsgeschäftsstelle in Bonn eine kostenlose Broschüre zum Thema “Reifensicherheit” anfordern, in der sie Tipps zu Reifenpflege und Reifencheck in Eigenregie erhalten. Kontakt: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V., Franz-Lohe-Str. 19, 53129 Bonn oder E-Mail info@bundesverband-reifenhandel.de.

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