Die Reiff-Gruppe im Jahr 2001

Der Markt Nach dem für den Reifenhandel sehr schwierigen Jahr 2000 hat sich 2001 deutlich erholt. Vor allem das Winterreifengeschäft an den Endverbraucher normalisierte sich wieder und lag über dem Vorjahr. Insgesamt ist der Winterreifenmarkt aber rückläufig gewesen, da die Verkäufe an Wiederverkäufer aufgrund der hohen Lagerbestände zurückgingen. Der Markt musste bei M+S-Reifen Einbußen um elf Prozent hinnehmen. Der Sommerreifenmarkt stagniert seit einigen Jahren. Nach wie vor wachsen zwar die Automobilbestände, dagegen sinken die Einzelfahrleistungen der Pkw. Verantwortlich dafür sind u.a. politische Eingriffe wie die Ökosteuer und die dadurch stark steigenden Benzinpreise. Der Nutzfahrzeug-Reifenmarkt ist in 2001 in Deutschland nach Jahren des Wachstums erstmalig wieder um 3% geschrumpft. Ganz besonders ist die Runderneuerung von Lkw-Reifen betroffen: Über ein Drittel der verkauften Lkw-Runderneuerungen gehen in das kriselnde Baugewerbe bzw. in die baunahen Transportunternehmen. Pkw-Reifen bei Reiff Trotz des stagnierenden Sommerreifenmarktes konnte Reiff den Sommerreifenverkauf leicht erhöhen. Das Winterreifengeschäft verlief insgesamt zufriedenstellend, allerdings müssen auch hier die Vertriebswege Einzelhandel und Großhandel separat betrachtet werden. Während im Einzelhandel, d.h. im Absatz an den Endverbraucher, deutlich mehr Winterreifen verkauft wurden, ist der Absatz an Wiederverkäufer im Großhandelsgeschäft leicht rückläufig gewesen. Besonders markant fiel dieser Rückgang bei dem im Hause Reiff produzierten Condor-Winterreifen auf. Hier waren die Lagerbestände bei den Kunden, aus dem sehr schwachen Winter 2000, unerwartet hoch. Diese Situation hat sich jedoch durch den zufriedenstellenden Winterverlauf und durch die Einstellung der Reifenproduktion eines großen Wettbewerbers (Vergölst) deutlich verbessert. Für das Jahr 2002 kann von einer entspannteren Situation ausgegangen werden. Der Markt für Aluräder ist seit einigen Jahren unter Preisdruck, da die Automobilindustrie häufig neue Modelle bereits mit Alurädern ausrüstet. Für den Handel bedeutet dies, dass nur eine Umstellung von Massenprodukten auf Nischen Erfolg verspricht. Obwohl der Markt im Jahr 2001 zweistellig rückläufig war, konnte Reiff mit einem nur leichten Absatzminus seine Marktanteile verbessern. Am erfreulichsten verliefen die Dienstleistungsumsätze. Mittlerweile machen die Dienstleistungen fast die Hälfte des Rohertrages aus. Neben der klassischen Montage gibt es immer mehr neue Dienstleistungen, wie etwa die Einlagerung von Reifen oder der Reifenbefüllung mit Stickstoff statt Luft. Stickstoff ist das günstigste Reifen-Luftdruck-Sicherheitssystem. Nfz-Reifen bei Reiff Dem Markttrend konnte sich auch Reiff nicht entziehen. Während der Verkauf von Lkw-Neureifen besser lief als der Markt, musste die Runderneuerung einen deutlichen Rückgang verkraften. Die Gründe sind, wie für den Gesamtmarkt, vor allem in der Misere der Bauindustrie zu suchen. Besonders betroffen scheint der Straßenbau in Baden-Württemberg zu sein, mit dem Reiff in der Vergangenheit sehr gute Umsätze tätigte. Der Nachfragerückgang für werkserneuerte Lkw-Reifen hat dazu geführt, dass im ersten Halbjahr 2002 im Condor-Werk Kurzarbeit gefahren wurde. Ein Aufbau von Überbeständen konnte damit vermieden werden. Seit Juli wird aber wieder normal gearbeitet. Die Auftragslage hat sich deutlich normalisiert. Wie im Pkw-Geschäft, so spielen auch bei Nutzfahrzeugreifen die Dienstleistungen eine immer bedeutendere Rolle. Hier wurde ein gutes Wachstum verzeichnet. Immer mehr Kunden konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenz und übertragen das Reifengeschäft an den Profi. Die Nachfrage mobiler Montagen, nach Reifenleasing-Verträgen oder nach Kilometerverträgen, hat deutlich zugenommen. In diesem Geschäft sieht sich Reiff in Baden-Württembeg und als Mitglied der Kooperation Team in Deutschland marktführend und hat die Marktposition in 2001 deutlich ausgebaut. Mit über 380 Stationen der Team-Gruppe wird deutschlandweit ein 6-Tage Service, 24 Stunden rund um die Uhr, angeboten. Ausblick 2002 ist im Pkw-Geschäft bislang ordentlich angelaufen. Auch wenn die Verkäufe in den Monaten Mai und Juni schwächer geworden sind, geht Reiff von einer stabilen Pkw-Reifenmarktsituation aus. Man hofft auf eine leichte Belebung in der Sommersaison, da durch den Rückgang des Flugtourismus Urlaubsreisen wieder häufiger mit dem Pkw gemacht werden und somit eine leichte Belebung in den nächsten Wochen erwartet wird. Auch für das Winterreifengeschäft ist Reiff optimistisch, eine stabile bis leicht wachsende Marktsituation für Winterreifen vorzufinden. Die Dienstleistungen entwickeln sich weiter überproportional. Das Nutzfahrzeugreifengeschäft war im ersten Halbjahr schwierig. Reiff glaubt aber, dass im 2. Halbjahr Wachstumskräfte spürbar werden. Außerdem ist der Marktrückgang im 2. Halbjahr 2001 stärker gewesen, so dass rein statistisch die Vorjahresbasis für die nächsten Monate geringer ausfällt. Von großer Bedeutung bei den insgesamt hart umkämpften Reifenmärkten ist ein entsprechendes Kostenmanagement. Da Personalkosten über zwei Drittel der Gesamtkosten bei Reiff ausmachen, wurden die Lohnerhöhungen mit den übertariflichen Zulagen, die aus der Vergangenheit gewährt wurden, verrechnet. Mit dieser Maßnahme, die in der gesamten Reiff-Gruppe durchgeführt wurde, sei eine Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze erreicht worden. Auch bei den Sachkosten ist Sparkurs angesagt. Technischer Handel und Elastomertechnik Reiff Technischer Handel war mit dem Jahr 2001 nicht zufrieden. Dafür waren deutliche Umsatzrückgänge ab August maßgeblich. Trotzdem stieg der Jahresumsatz nochmals um 4% auf 66,5 Mio. Euro – lag aber unter dem Plan von 8 %. Der rückläufige Trend von Ende 2001 hat sich im 1. Halbjahr 2002 konjunkturbedingt fortgesetzt. Reiff erreichte den Vorjahresumsatz nicht. Bei einem besseren 2. Halbjahr wird mit einem Gesamtrückgang um minus 3% gerechnet. Es wird große Kostendisziplin geübt. Trotz einer langfristig optimistischen Zukunftseinschätzung ist die kurzfristige Beurteilung unsicher. Mit neuen Büroräumen in der Tübinger Straße konnte die gesamte Verkaufsmannschaft wieder an einen Ort zusammengeführt werden und verfügt nun über bessere Arbeitsbedingungen. Reiff – Technischer Handel ist mit über 110 Mitarbeitern in Reutlingen der größte Nutzer der neuen Hauptverwaltung. Die Elastomertechnik blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück und erreichte mit 19,7 Millionen Euro (+22,8%) den vorläufig höchsten Jahresumsatz. Hierzu war stellenweise 7-Tage-Arbeit über Monate zur Befriedigung der Lieferverpflichtungen gegenüber den Automobilzulieferkunden notwendig. In zwei Produktionswerken sind 150 Mitarbeiter beschäftigt. Moderne Technologien zum automatisierten Auftragen von Gummidichtungen oder Dämpfungselementen auf Blech-, Guss- oder Kunststoffgehäuse finden in der Formteilfertigung Anwendung. Zur besseren Herausstellung dieses Hightech-Produzenten innerhalb der Reiff-Gruppe wurde zum 1.1.2002 die R.E.T. REIFF Elastomertechnik GmbH gegründet. Die Gruppe positioniert damit noch deutlicher das neben der Handelskompetenz wichtiger gewordene Standbein des Produktionsspezialisten für Serienformartikel und Partner der Automobilzulieferindustrie. Neben den Geschäftsführern der Reiff-Gruppe wurde der bisherige Prokurist, Horst Schäfer, zum verantwortlichen Geschäftsführer der R.E.T. ernannt.

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