Absatz von rund einer Million GT-Radial-Reifen für dieses Jahr in Deutschland geplant

Zum nunmehr dritten Mal hatte GT-Radial-Exklusivimporteur Reifen Gundlach Ende Juni seine erfolgreichsten Handelspartner nach Südostasien – genauer gesagt nach Indonesien – eingeladen. In Tangerang, nicht weit entfernt von der Hauptstadt des Inselreiches, fertigt der indonesische Hersteller PT Gadjah Tunggal die Reifen seiner Marke GT-Radial. Deswegen stand auch eine Besichtigung der Produktion mit auf dem Programm der von Reifengroßhändler Gundlach organisierten „VIP-Tour 2002“. Außerdem konnten sich die Teilnehmer, wie schon in den Jahren zuvor, auf dem Centul International Circuit einen ersten Eindruck von den Eigenschaften eines neuen GT-Produktes verschaffen. Als Termin für den Start der Produktion dieses laufrichtungsgebundenen, asymmetrischen Profils wird jedoch erst das dritte Quartal 2003 genannt. Davor steht bei den Indonesen noch die weitere Expansion der Dimensionspalette im Pkw-Bereich an. Schon in diesem Monat soll darüber hinaus allerdings die Produktion des neuen Offroad-Winterreifens Savero WT anlaufen. Nach eigenen Aussagen werden mit allen Erweiterungen der Produktrange in diesem Jahr dann insgesamt mehr als 300 verschiedene Radialreifen aus dem Werk Tangerang rollen, in dem abgesehen davon auch noch Diagonalreifen unter dem Markennamen Gadjah Tunggal und Motorradreifen unter den Markennamen IRC und Nitto Tyre produziert werden. Der Radialreifenfertigung ist jedoch ein eigener Bereich innerhalb des Werkskomplexes vorbehalten: Sie laufen ausschließlich in der so genannten „Plant D“ vom Band. Rund 87 Prozent dieser Radialreifen werden exportiert. Im Diagonal- und Motorradreifensegment sind die Verhältnisse demgegenüber nahezu umgekehrt – ein Großteil der Produktion wird im eigenen Land abgesetzt. In Stückzahlen liegen die Erwartungen für 2002 bei etwa sieben Millionen Radialreifen, die ins Ausland gehen. Zu den wichtigsten Absatzregionen gehört dabei die EU, im vergangenen Jahr gingen immerhin 41 Prozent dieser Reifen in den europäischen Raum. Für 2002 wird allerdings ein Rückgang dieses Anteils auf 34 Prozent erwartet, da die Exporte in andere asiatische Länder sowie in die USA für Gadjah Tunggal an Bedeutung gewinnen sollen. Die Rückgänge im europäischen Markt rühren jedoch nicht vom deutschen Markt her. Im Gegenteil: In den letzten drei Jahren konnte der deutsche Exklusivimporteur Reifen Gundlach seine Absatzzahlen kontinuierlich steigern. Das belegen jedenfalls die Zahlen, die Michael Andre, Leiter Vertrieb und Marketing bei dem Großhändler, den knapp 25 Handelspartnern und Pressevertretern vor Ort in Tangerang präsentierte. „Im Jahr 1999 haben wir 350.000 Reifen der Marke GT-Radial in Deutschland abgesetzt, 2000 waren es schon 500.000 und im letzten Jahr haben wir bei etwa 650.000 Einheiten gelegen“, sagt Andre. „Und das bei einem in Deutschland insgesamt rückläufigen bzw. stagnierenden Markt“, wie er besonders betont. Andre gibt sich zuversichtlich, in diesem Jahr nahe an die Millionengrenze heranzukommen bzw. diese sogar zu überspringen, und will damit den Marktanteil von GT-Radial-Produkten in Deutschland von derzeit irgendwo zwischen 1,5 und zwei Prozent auf einen Wert zwischen 2,5 und drei Prozent erhöhen. „Wir haben jetzt schon 450.000 Sommerreifen verkauft, und die Saison ist noch nicht ganz zu Ende. Dazu kommen noch die Winterreifen – im letzten Jahr allein 350.000 Stück und damit mehr als die Hälfte unseres gesamten GT-Radial-Volumens –, sodass diese Marke in greifbarer Nähe ist“, zeigt sich auch Gundlach-Geschäftsführer Gebhard Jansen von der Erreichbarkeit dieses Zieles überzeugt. Bestärkt in ihrem Optimismus werden die Gundlach-Manager nicht zuletzt durch die stetige Erweiterung der GT-Produktpalette – vor allem im Winterbereich. Viele neue Dimensionen und der Savero WT sollen noch mehr Schwung in das Wintergeschäft bei Gundlach bringen. Welchen Stellenwert die Marke GT-Radial bei dem Rheinland-Pfälzer Unternehmen mittlerweile einnimmt, erkannt man daran, dass nach Aussagen Andres inzwischen mehr als die Häfte aller von Gundlach verkauften Pneus das GT-Logo auf der Seitenwand tragen. „Insgesamt werden wir in diesem Jahr wohl so an die 1,8 Millionen Reifen absetzen können“, fasst Jansen zusammen. Doch damit soll noch lange nicht Schluss sein. „Unsere Vision ist es, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa die Nummer eins zu werden“, so Andre gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Hilfestellung beim Umsetzen dieser Vision soll nicht zuletzt die Marke Unistar leisten, mit deren Aufnahme ins Produktportfolio man den eigenen Einflussbereich über die Grenzen Deutschlands hinaus ausdehnen möchte. Damit dürften sich die ohnehin schon recht engen Beziehungen zwischen Gundlach und Gadjah Tunggal noch weiter verfestigen. Denn hinter dem Reifennamen Unistar verbirgt sich nichts anderes als die Zweitmarke der Indonesen. Die Frage muss jedoch erlaubt sein, ob man sich damit nicht zu abhängig von nur einem Hersteller allein macht – die Asienkrise oder die politischen Unruhen in Indonesien sind schließlich noch nicht allzu lange her. Schnell könnte da – obwohl derzeit keine vergleichbaren Anzeichen zu erkennen sind – mit einem Mal mehr als die Hälfte des Gundlach-Absatzes auf recht wackeligen Füßen stehen. „Unistar in unser Programm mit aufzunehmen war eine strategische Entscheidung“, erklärt Jansen. „Mit der Marke wollen wir einerseits GT-Radial nach unten hin abstützen und dem Handel damit einen Reifen für besonders preissensible Kunden an die Hand geben. Unistar soll uns aber auch helfen, auf europäischer Ebene stärker Fuß fassen zu können“, ergänzt Andre. Zu den konkret geplanten Absatzzahlen konnte er jedoch noch nichts sagen. Zunächst einmal gelte es, die ersten Reaktionen abzuwarten. „Da gibt es auf Seiten des Handels sicherlich noch einigen Erklärungsbedarf“, sieht allerdings auch der Marketing- und Vertriebsmann. Und für solche Zwecke bieten sich Händlerreisen wie die „VIP-Tour 2002“ ja geradezu an. Einen ersten Eindruck von dem für das kommende Jahr geplanten laufrichtungsgebundenen, asymmetrischen GT-Radial-Reifen konnten die Teilnehmer der diesjährigen Indonesienreise auch schon vorab mit nach Hause nehmen. Dazu hatte der Hersteller auf dem Sentul International Circuit eigens zwei C-Klasse-Modelle mit verschiedenen Vorserienvarianten dieses Reifens ausgerüstet, der die Champiro GTX-Reihe des Anbieters fortsetzen soll. Als Hauptanforderungen an das neue Produkt werden eine höhere Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, guter Nassgrip sowie die Ähnlichkeit des Profildesigns mit dem des Champiro GTX genannt. Mit dem asymmetrischen Profil will man zudem einen höheren Komfort, besseres Hochgeschwindigkeitsfeedback und gute Handlingeigenschaften erreichen. Ebenfalls laufrichtungsgebunden ist der Offroad-Reifen Savero WT (WT steht für Winter). Außerdem kam bei ihm nach Aussagen des Herstellers eine spezielle Silika-Mischung und die Cap- und Base-Technologie zum Einsatz. Davon verspricht sich Gadjah Tunggal einen hohen Griplevel auf vereisten und nassen Straßen. Außerdem soll der Savero WT darüber hinaus mit einer guten Fahrstabilität aufwarten können. Vergleichstests mit einem 4×4-Reifen aus europäischer Produktion hätten ein etwa gleichwertiges Leistungsniveau in nahezu allen Disziplinen gezeigt. Die Vorschau auf die neuen Produkte bildete aber gewissermaßen nur den Aufhänger für den Asientrip. „Über die Produktinformationen und den direkten Kontakt mit dem Hersteller hinaus sehen wir das ganze auch als Marketingmaßnahme“, erklärt Andre dazu. „Unsere Kunden lernen sich kennen, tauschen sich untereinander aus und haben Spaß zusammen“, so Andre weiter. Neben dem „offiziellen“ Teil mit Werksbesichtigung, Reifentest etc. standen in der Tat regelmäßig noch weitere, eher touristische Events auf dem Programm der zehntägigen „VIP-Tour 2002“. So etwas will sich natürlich niemand entgehen lassen – der Ansporn, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein, ist also dementsprechend groß. Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Ein Indiz dafür ist die über die Jahr gestiegene Teilnehmerzahl der jeweiligen Gundlach-Reisen nach Indonesien. War die Gruppe mit vielleicht zwölf Teilnehmern vor zwei Jahren noch recht überschaubar, so waren es diesmal mit knapp 25 Mann rund doppelt so viele. In der Zwischenzeit hat sich ja auch der GT-Absatz in Deutschland verdoppelt. Mal sehen also, wie viele im nächsten Jahr der Gundlach-Einladung ins Heimatland der GT-Radial-Reifen folgen werden.

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