Michelin reist gut vorbereitet nach Monaco

Seiltanz im Fürstentum: Der “Circuit de Monaco” ist mit 3,367 Kilometern Länge die kürzeste und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 146 km/h zugleich auch langsamste Strecke im gesamten Formel 1-Kalender. Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Kurs unter den Piloten als äußerst anspruchsvoll gilt. Der dreimalige Ex-Formel 1-Weltmeister Nelson Piquet beschrieb die ganz spezielle Faszination, die von dieser Strecke ausgeht, sehr treffend: “Monaco – das ist wie Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer.” Die Herausforderung, die rund 850 PS leistenden Monoposti bei der 78 Runden währenden Stadtrundfahrt unbeschädigt durch die engen Gassen zu manövrieren, treibt die Fahrer an ihre physische und psychische Belastungsgrenze. In Monte Carlo gibt bis auf drei Ausnahmen keine Auslaufzonen. Auf dem Rest des Kurses lauern die Leitplanken direkt links und rechts neben der Strecke. Das daraus resultierende Problem für die Piloten: Selbst die kleinste Berührung mit den Barrieren zieht die Aufhängung in Mitleidenschaft und bedeutet so meist das sichere Aus. Nirgendwo sonst gilt die alte Motorsport-Weisheit “To finish first, you have to finish first” mehr als im Fürstentum. Neben dem einzigartigen Flair bietet der “Circuit de Monaco” etwas Einmaliges in der Welt der Formel 1: Die Strecke wartet mit einem “überdachten” Abschnitt auf. Auf eine Länge von 350 Metern entziehen sich die Boliden dem direkten Blick der Zuschauer vor Ort und jagen durch die zur Meerseite offene Unterführung, die 1973 den alten, kürzeren Tunnel ablöste. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten, als die Fahrer mit extremen Lichtunterschieden zu kämpfen hatten, sorgen heute ungefähr 200 Flutlichtstrahler dafür, dass der Helligkeitskontrast bei der Ein- und Ausfahrt ausgeglichen wird. Auch wenn beim Grand Prix von Monaco so gut wie Überholverbot herrscht, kommen die Zuschauer voll auf ihre Kosten: Auf keinem anderen Kurs sind sie den vorbeizischenden Rennern so nah wie hier, und nirgendwo sonst lassen sich die Piloten samt ihrer unterschiedlichen Fahrstile und Fähigkeiten so intensiv beobachten. Im monegassischen Abstimmungsroulette zählen vor allem drei Faktoren: Ein mechanisch perfekt ausbalanciertes Fahrwerk, maximaler Abtrieb und eine optimal regelnde Traktionskontrolle, um möglichst effizient aus den langsamen Kurven heraus beschleunigen zu können – eine Disziplin, in der die Michelin-Pneus ihren effektiven Beitrag leisten. Nicht nur die Fahrer, auch das “Schwarze Gold” wird in Monaco einer besonderen Belastungsprobe unterzogen. Für die Pneus ist dieses Rennen deshalb besonders schwierig, da immer wieder glatte Fahrbahnmarkierungen den Grip des Asphalts unterbrechen. Beginnt das Formel 1-Auto dort immer wieder leicht zu rutschen, heizt sich die Lauffläche noch stärker auf – der Reifenverschleiß steigt. “Auch scharfkantige Randsteine und Kanaldeckel können in Monaco die Reifen gefährden”, analysiert Michelin Motorsport-Direktor Pierre Dupasquier die speziellen Eigenheiten des Streckenbelags in Monte Carlo. “Deshalb wollen wir unsere Mischungen sowohl auf die niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit, die die Autos bei diesem Grand Prix erreichen, als auch auf die spezifischen vorgegebenen Strecken-Faktoren abstimmen. In Österreich konnten wir nützliche Informationen sammeln, welche uns bei der Entwicklung für das Rennen im Fürstentum hilfreich sein werden.” Um die Weiterentwicklungen des französischen Reifenspezialisten ausgiebig zu testen, traten die Michelin-Partner nur zwei Tage nach dem Grand Prix von Österreich bereits wieder zu Probefahrten an. Während BMW WilliamsF1, Renault und Jaguar im spanischen Valencia ihre Runden drehten, weilten Toyota und McLaren-Mercedes im französischen Paul Ricard. Williams-Chefingenieur Sam Michael zeigte sich sehr zufrieden: “Michelin hat bei der Pneu-Entwicklung einen weiteren Schritt nach vorne gemacht – wie effektiv er ist, werden wir in Monaco sehen…”

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