MMS-Jahresumfrage 2001/2002

Tendenzen und Trends im Reifenfachhandel Deutlich abgeschwächt gegenüber dem Vorjahr hat sich laut Studie die Zahl der Händler, die für Pkw-Sommerreifen in 2002 Preiserhöhungen erwarten. Gingen noch knapp die Hälfte für 2001 von Preissteigerungen aus, so erwarten lediglich 36 Prozent für 2002 Preiserhöhungen. Dagegen hat sich der Anteil der Händler, die Preisrückgänge erwarten, von 16 in 2001 auf 27 Prozent für 2002 erhöht. Noch massiver ist der Einbruch bei Lkw-Reifen. Erwarteten 45 Prozent der Händler für das Jahr 2001 steigende Verkaufspreise, so sind es für 2002 nur noch 14. Demgegenüber erwarteten 37 Prozent der Befragten in 2002 Preisrückgänge gegenüber nur 18 Prozent im Vorjahr. Die Hälfte erwartet keine Veränderungen und damit eine Fortsetzung der schlechten Preisentwicklung. Auch in 2002 ermittelt MMS als eines der wichtigsten Ziele des Handels, den Lagerbestand zu senken sowie den Lagerumschlag zu erhöhen. Dafür wurde in 2001 bereits sehr viel getan. Jedoch sind die Lagerbestände noch nicht dort, wo sie sein sollten, um zu betriebswirtschaftlich besseren Zahlen zu kommen. 91 Prozent der Händler wollen die Lagerbestände bei Pkw-Sommerreifen um durchschnittlich 13 Prozent abbauen. 95 Prozent wollen bei Pkw-Winterreifen die Bestände um 13 Prozent abbauen. 88 Prozent der Händler wollen bei Lkw-Reifen die Bestände um durchschnittlich 14 Prozent abbauen. Ein Mittel dazu ist die Disposition (Warenbeschaffung). So wollen vier Fünftel der Händler im Schnitt 13 Prozent weniger Pkw-/und Lkw-Reifen disponieren. Die Industrie wird – so die Schlussfolgerung der Marktforscher – gezwungen, ihren Sell-in-Druck zu erhöhen, um in die Läger des Handels zu kommen. Das Instrument dafür ist die Konditionspolitik, die immer komplexer und dynamischer wird. So berichte der Handel von mehrstufigen Konditionen, die aber in ihrer Komplexität noch nicht das Niveau anderer Branchen erreicht hätten. Erwartungen für 2002 gedämpft An das Jahr 2002 hat der Reifenfachhandel keine großen Erwartungen. Knapp zwei Drittel der Betriebe erwarten keine wesentlichen Veränderungen, 28 Prozent sogar weitere konjunkturelle Verschlechterungen. Unmittelbar davon betroffen ist die Investitionsbereitschaft, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgeht. So will fast die Hälfte in 2002 weniger als 2001 investieren. Investitionsschwerpunkte sind das Internet und der Autoservice, der damit nochmals stärker in den Fokus des Reifenfachhandels getreten ist. Primär gilt diese Aussage für Kooperationen, die mit diesem Geschäftsfeld in neue Wertschöpfung investieren. Ketten/lokale Händler investieren, laut Studie, zuerst in die Werterhaltung – in Gebäude. Darauf, dass die neuen Geschäftsfelder aber nicht ohne Risiko sind, hat kürzlich erst die Fachzeitschrift kfz-betrieb hingewiesen. Zwar wächst der Pkw-Bestand weiter, das Marktvolumen für Wartungs- und Reparaturaufträge (gemessen in Lohnstunden) wird bis 2005 jedoch um bis zu 25 Prozent rückläufig sein. Mit zu den strukturellen Veränderungen beitragen wird nach Meinung der Forscher die neue GVO (Gruppenfreistellungsverordnung) ab Oktober 2002, wenn die Liberalisierung der Märkte zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs führen wird – gleichzeitig aber zu mehr Chancen. Im Vordergrund der Handelsziele für 2002 stehen jedoch die Kosten. Hier soll gespart werden. So wollen 69,4 Prozent der Händler die Kosten senken. Um Liquiditätsengpässe zu beseitigen, wollen 63,9 Prozent die Außenstände reduzieren. Damit der Einkauf seinen Beitrag zum Unternehmensergebnis leistet, wollen 52 Prozent der Industrie die Preise vorgeben, zu denen sie einkaufen wollen. Dabei erwarten 56 Prozent keine Preissteigerungen durch die Reifenhersteller, 36 Prozent sogar reale Absenkungen der Nettopreise der Hersteller um netto vier Prozent (Pkw, Lkw) bzw. 2,5 Prozent (Llkw). Bei Pkw-Sommerreifen erwartet der Handel für 2002 im Absatz mehrheitlich keine Veränderungen. Bei Lkw-Reifen gehen dagegen 29 Prozent von Rückgängen und 22 Prozent der Befragten von Absatzsteigerungen aus. 38 Prozent der Händler erwarten zudem negative Auswirkungen auf ihr Geschäft durch den verstärkten Marktauftritt von A.T.U., den Autohäusern und den Werkstattsystemen.

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