Breitreifen und ihr Markt

Über Breitreifen schreiben die Fachmedien seit Jahren: Das ist das Pkw-Segment, das wächst, in dem gute Erträge zu erzielen sind. Händler und Industrie partizipieren gleichermaßen von einem Boom, der nicht abzuebben scheint. Aber dieser Markt ist erstens nicht statisch und zweitens – Pessimisten weisen darauf hin – sogar von Negativtendenzen bedroht. Der Markt unterteilt sich nochmals in High-Performance- und Ultra-High-Performance-Reifen – Typologien, die sich aus den Entwicklungen ableiten, die sich in der fast dreißigjährigen Geschichte des Breitreifenmarktes ergeben haben. Der Markt ist nicht “aus dem Nichts” heraus entstanden, sondern wurde gemacht: einerseits durch den Reifenhersteller Pirelli, andererseits durch die Konzepte der Automobildesigner – und nicht zuletzt durch den Verbraucher bzw. den so genannten Wertewandel: Der Trend weg von der Uniformität (nichts ähnelt einem Auto so sehr wie ein anderes Auto) und hin zur Individualität begründete den Erfolg der Tuningbranche, von dem der Breitreifenmarkt profitierte. Zwar ist die Tuningbranche manche Irrwege (ausladende Spoiler etc.) gegangen, aber sie hat sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Die überragenden Tuningteile sind weiterhin breitere Reifen (im Vergleich zur Erstausstattung) und hochglänzende Aluminiumfelgen. Dem Trend zum Umrüstreifen stehen ökologische (schmalere Reifen haben nun mal bessere Rollwiderstandswerte) und ökonomische (die Ökosteuer beeinflusst die Kaufkraft negativ) Gründe gegenüber. Seinen Zenit hat der Breitreifenmarkt dennoch bislang nicht erreicht.

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