Kommentar: Was ist, ist – und was nicht ist, ist nicht

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Komplett freimachen kann sich wohl niemand davon, dass man die eigenen Ansichten/Einschätzungen und Leistungen meistens für besser und richtiger hält als diejenigen von jemand anderes. Zumindest dann, wenn man nicht ohnehin ein und derselben Meinung ist bezüglich eines bestimmten Themas. Das ist zutiefst menschlich, aber je nach Persönlichkeit dennoch unterschiedlich stark ausgeprägt. Gleichzeitig möchte ein jeder in der Regel in einem möglichst positiven Licht erscheinen, wobei all dies freilich genauso beispielsweise auf Unternehmen ausgedehnt werden kann. Schließlich stehen hinter denen ja ebenfalls Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.

Das Problem ist nur, dass gerade über Letztere nicht gerne in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Was auf privater Ebene absolut nachvollziehbar und berechtigt ist, darf so jedoch nicht fürs geschäftliche Umfeld gelten. Denn wer wollte schließlich nicht wissen, wie vertrauenswürdig sein Gegenüber ist bzw. ob sich eine etwaige Zusammenarbeit mit einem bestimmten Geschäftspartner wirklich auszahlen wird oder nicht doch eher in einem Desaster enden könnte. Würde man sich da nur auf die Verlautbarungen verlassen, die von den betreffenden Unternehmen oder Kunden selbst stammen, wäre aber alles eitel Sonnenschein. So viel dürfte sich von selbst verstehen.

Denn wer sagt von sich heraus schon, dass es beispielsweise um seine Lieferfähigkeit nicht immer so gut bestellt ist. Oder, dass die bei Tests gezeigten Leistungen der eigenen Produkte zumindest zum Teil nicht unbedingt zu deren Preispositionierung passen wollen? Medienwissenschaftler verwenden gleich einen ganzen Zoo an Fachbegriffen, die das dahinter stehende Phänomen mehr oder weniger gut beschreiben: Dass Informationen tendenziell nämlich eher dann ausgewählt bzw. kommuniziert werden, wenn sie den eigenen Neigungen bzw. Interessen/Zielen entsprechen oder dienen.

Wir bei der NEUE REIFENZEITUNG verfahren allerdings nicht so. Klar, auch die Redaktion muss jeden Tag aufs Neue abwägen, was für die Branche bzw. die Leser dieser Fachzeitschrift von Interesse sein könnte und was vielleicht eher nicht. Manchmal fällt die Entscheidung diesbezüglich leicht, wenn sich – trotz auch eines redensartlichen „Blickes über den Tellerrand“ hinaus – bei einem bestimmten Thema beispielsweise so gar kein Bezug zur Reifen- und Räderwelt im Besonderen oder wenigstens zum Automotive-Bereich im Allgemeinen herstellen lassen will. Mitunter ist die Gratwanderung dann aber doch nicht ganz so einfach, wenn eine entsprechende Diskussion unter vier Kollegen letztlich fünf verschiedene Meinungen zutage fördert.

Einig sind wir uns gleichwohl jederzeit darin, dass bei alldem einzig immer gründlich recherchierte Fakten im Vordergrund stehen sollen. Ob das Berichtete diesem oder jenem Unternehmen, um das es dabei geht, gefallen mag oder nicht, darf im Sinne einer neutralen Information der Reifenbranche keinerlei Rolle spielen. Selbst Drohungen, uns bei nicht genehmer Publicity gegebenenfalls mit Klagen überziehen zu wollen, ändern nichts an dieser Grundausrichtung, wie etwa unsere jüngste Berichterstattung über Loma Wheels zeigt. Das ist schließlich der Anspruch, an dem wir uns messen und messen lassen: in der Vergangenheit genauso wie heute und natürlich auch zukünftig. christian.marx@reifenpresse.de

2 Kommentare
  1. nektontonic says:

    Liebe Redaktion von Reifenpresse.de

    ich selbst kann all Ihre Aussagen zu 100% unterstreichen, denn genau in dem von ihnen dargestellten Fall bewege ich mich seit über 1 Jahr. Ich bin um mein Geldbetrogen worden und nun (seit dem bekannt ist, dass ich bei weitem kein Einzelfall bin) sehr froh, dass Sie das Thema aufgegriffen haben und über diesen Fall (bzw. diese Fälle) nun detailliert berichten. Lassen sie sich weiterhin nicht einschüchtern und vor allem: Lassen sie sich von ihrer “Grundausrichtung” nicht ablenken, denn Sie tragen mit diesne unt vielen weiteren Beiträgen dazu bei, üble Machenschaften aufzudeken und ggf. interessierte Kaufinteressenten die Augen zu öffnen.

    MfG Markus E.

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    • Sailor says:

      Sehr geehrte Redaktion !
      Auch ich habe bei Loma Felgen bestellt, im März bezahlt
      und bis heute nicht geliefert bekommen.
      Unter fadenscheinigsten Ausreden versuchte man immer wieder eine Ausrede für das Nichtliefern zu finden.
      Mittlerweile wurde mein Rechtsanwalt eingeschaltet.
      Bitte warnen Sie Ihre Leser vor Geschäftsabschlüssen mit diesem „Unternehmen“.
      Mit freundlichen Grüssen

      Antworten

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