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Testgelände „White Hell“ von Nokian feiert 30. Geburtstag

Das Testgelände „White Hell“ von Nokian Tyres feiert 30. Geburtstag. Seit 1986 steht das Testgelände in der Nähe der finnischen Stadt Ivalo nördlich des Polarkreises. Während der Wintermonate fallen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. Im Frühjahr dagegen werden teilweise Temperaturunterschiede von bis zu 40 Grad innerhalb von 24 Stunden gemessen. Am meisten Betrieb herrscht auf der Teststrecke von November bis Mai. „In dieser Frostperiode – etwa 200 Tage im Jahr – werden mehr als 20.000 Reifen getestet. Die professionellen Fahrer sind Tag und Nacht unterwegs und kommen auf mehr als 40.000 Testkilometer pro Saison“, heißt es in entsprechender Mitteilung.

Das gesamte Testgelände umfasse 20 Teststrecken mit einer Gesamtlänge von mehr als 100 Kilometern, einschließlich einer 700 Meter langen „Eishalle“, die es ermöglicht, kontinuierlich Tests unter beliebigen Wetterbedingungen durchzuführen. Die Wartung der Teststrecken sei äußerst anspruchsvoll, da die Schnee- und Eisverhältnisse vergleichbar sein müssen, um verlässliche und aussagekräftige Testergebnisse zu erhalten. So verfügten sie zum Beispiel über eine einheitliche Schneedicke und eine Eisoberfläche, die stets aufgeraut und gesäubert werde.

„Bei der Entwicklung führen uns nur intensive und kompromisslose Tests unter extremen Winterbedingungen an unser Ziel – der maximalen Sicherheit und Funktionalität unserer Winterreifen. Über die anspruchsvollen Reifentests in Ivalo hinaus sind außerdem Labortests und Computersimulationen notwendig. Gründliche Tests stellen sicher, dass wir die besten Reifen von den guten unterscheiden können. Denn es ist unser Anspruch, die Winterreifen mit den weltweit besten Sicherheitseigenschaften anzubieten“, sagt Matti Morri, Technical Customer Service Manager bei Nokian Tyres.

Es sei wichtig, dass in einigen Tests extreme Bedingungen simuliert werden. In Ivalo würden die Testfahrer daher Hunderte von Stunden in Brems-, Beschleunigungs-, Slalom-, Schnee- und Eistests investieren. Neben dem professionellen Testfahrerteam werden aber auch moderne Roboterfahrzeuge eingesetzt, zum Beispiel um eine exakte Wiederholung einzelner Tests sicherzustellen. Diese spielten jedoch nur eine unterstützende Rolle, „denn keine Maschine kann die Erfahrung der professionellen Fahrer ersetzen“. Diese benötigen mehrere Jahre, um gute Testfahrer zu werden, die wertvolle Informationen liefern können. „Moderne Technologien spielen eine entscheidende Rolle beim Testen und der kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte. So vereinfacht und beschleunigt beispielsweise die Echtzeitmessung der Temperatur und der relativen Feuchtigkeit unsere Arbeit erheblich“, bestätigt Petri Peltoniemi, Test Manager bei Nokian Tyres.

Neues Technologiezentrum für Winter- und Sommerreifen

2017 wird Nokian Tyres ein weiteres Technologiezentrum für Sommer- und Winterreifen im spanischen Santa Cruz de la Zarza eröffnen. Das moderne Entwicklungszentrum auf mehr als 300 Hektar im Süden von Madrid bietet eine fünf Kilometer lange Teststrecke, die zu allen Jahreszeiten betrieben werden kann.

„Die ovale Strecke mit überhöhten Kurven ermöglicht es, Sommer- und Winterreifen bei hohen Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h zu testen. Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach Reifen solcher Art. Vor allem in Mitteleuropa und Nordamerika, den beiden Regionen, in denen wir derzeit am stärksten wachsen“, sagt Antti-Jussi Tähtinen, Vice President Marketing und Kommunikation bei Nokian Tyres.

Auf dem neuen Gelände soll unter anderem das Verhalten der Reifen bei Aquaplaning, das Bremsen bei Nässe und das Handling getestet werden. Auch die meisten Reifenzulassungsprüfungen – einschließlich der Geräuschprüfung – werden dort durchgeführt. Nokian Tyres investiert etwa 16 Millionen Euro in das Testgelände. cs

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