Neue ProLine Wheels nutzt „Reifen“, um Wege in die Zukunft zu weisen

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Dass Unternehmen während eines laufenden Insolvenzverfahrens wie gehabt weiter betrieben werden und dass sich dann auch noch ein Investor findet, der den Betrieb ebenfalls wie gehabt weiterführt und somit dem Unternehmen und den Mitarbeitern eine Zukunft bietet, ist alles andere als der Normalfall. Umso größer ist folglich die Freude bei den 22 Beschäftigten gewesen, als die im November vergangenen Jahres in die Insolvenz geratene ProLine Wheels GmbH (PLW) im April durch ein Konsortium zweier Investoren unter der Führung von Jürgen Benz diesen Abschluss perfekt machen konnte. Nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch und gerade für die Kunden des in Mannheim ansässigen Unternehmens geht eine Phase der Unsicherheit zu Ende, wie der neue Mitinhaber und CEO der nun in ProLine Wheels-Tec GmbH umbenannten Gesellschaft anlässlich der Reifen-Messe sagte.

Die beiden Investoren BeWo Investment GmbH – Gesellschafter dieses Beteiligungsunternehmens sind eben Benz sowie Alexander Wolf (Reifen-Center Wolf) – sowie die Giti Auto Parts Pte. Ltd. (Singapur) – ein Unternehmen der Giti Group, zu der auch der Reifenhersteller Giti Tire gehört – hätten knapp vier Monate benötigt, um ihr Joint Venture auf den Weg zu bringen und mit Henrik Schmoll, dem Insolvenzverwalter von ProLine Wheels, die Details der Übernahme abzustimmen, so Benz weiter und lobte in diesem Zusammenhang die Geduld und die Umsicht des Insolvenzverwalters, der den Betrieb ab November „sehr ordentlich weitergeführt“ habe; zusammen mit den Geschäftsführern Stefan Lubusch (ist nicht mehr im Unternehmen) und Markus Wittmer habe Schmoll ProLine Wheels „am Leben gehalten“. Mehr noch: Benz zufolge habe sich auch das laufende Insolvenzverfahren nicht nennenswert negativ auf die Umsätze und Absätze des Unternehmens ausgewirkt, auch wenn natürlich nicht alles völlig reibungslos verlaufen sei. Wichtig sei gewesen, dass PLW weiterhin liefern konnte und die Kunden nicht abgesprungen sind.

Die Reifen-Messe in Essen kam den Investoren terminlich sehr recht gelegen. „Wir haben alle PLW-Kunden zu uns an den Stand eingeladen und wollten uns bei ihnen für ihre Treue bedanken“, so Benz. Sie sollten außerdem sehen, „es geht weiter bei ProLine Wheels – trotz etwaiger Unannehmlichkeiten im Insolvenzverfahren“.

Bei ProLine Wheels-Tec denkt man nun allerdings bereits an die Zukunft und hat sich dazu „sehr viel Kompetenz eingekauft“, wie Jürgen Benz die Ernennung des Branchenexperten Peter Schneider zum Technischen Leiter der neuen ProLine umschreibt. Darin komme auch zum Ausdruck, dass die Ambitionen des Unternehmens in Richtung Erstausrüstung zielen, wo einer der Investoren – die Giti-Auto-Parts-Tochter Seyen Wheels aus China – bereits große Erfahrungen in ihrem Heimatmarkt hat. Man habe da allerdings „einen Prozess über Jahre im Blick“. Aber auch auf dem deutschen Räderersatzmarkt wolle die neue ProLine Wheels mit den bestehenden und gerne auch mit neuen Kunden weiter wachsen. Dem ambitionierten PLW-CEO zufolge wolle man bis zum Ende des kommenden Jahres bereits zehn Prozent des Marktes bedienen, der auf rund 4,5 Millionen Räder geschätzt wird. Aktuell, so meint Benz, verkaufe PLW jährlich 400.000 Räder. Dass man für die Absatzsteigerungen das Geschäftsmodell ändere, dass sich derzeit ausschließlich auf B2B-Kunden konzentriert, glaubt er hingegen nicht. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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