Übernimmt ChemChina Pirelli?: „Kurz davor, den Deal abzuschließen“

Der größte Pirelli-Aktionär Camfin – hält aktuell 26,2 Prozent der Aktien des Reifenherstellers – verhandelt offenbar bereits recht konkret über einen Verkauf seiner Anteile an den chinesischen Staatskonzern China National Chemical Corporation, kurz: ChemChina. Man stehe „kurz davor, den Deal abzuschließen“, wie Reuters jetzt meldet.

Wie die Zeitung Corriere della Sera heute am späten Vormittag außerdem berichtet, sei geplant, dass ChemChina 15 Euro pro Aktie bezahlt, was einen Pirelli-Börsenwert von 7,1 Milliarden Euro ergeben würde. Die Camfin-Anteile werden derzeit zu je 50 Prozent von Marco Tronchetti Provera und dem russischen Ölkonzern Rosneft gehalten, der sich im vergangenen damit bei Pirelli einkaufte. Durch die komplizierte Aktionärsstruktur bei Pirelli kann Camfin bzw. Tronchetti Provera in Abstimmung mit Rosneft derzeit die volle Kontrolle über den Reifenhersteller ausüben. Dem Bericht zufolge würde Tronchetti Provera auch bei einer Übernahme des Camfin-Aktienpakets durch ChemChina weiterhin die Kontrolle bei Pirelli ausüben können, wenigstens bis 2021, wie die Zeitung dazu unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen schrieb. Rosneft hätte dann bei Pirelli keinen Einfluss mehr. Nach vollzogener Übernahme würde auch für die ausstehenden Aktien institutioneller und privater Investoren ein Angebot gemacht werden, so dass Pirelli von der Börse genommen werden würde, heißt es dort weiter. Bei der Zeitung Corriere della Sera berichtet man außerdem darüber, dass Pirellis Nutzfahrzeugsparte bei vollzogener Übernahme durch ChemChina an das Lkw-Reifengeschäft der Chinesen angegliedert werden könnte, die hier mit Aeolus Tyres bereits stark sind. ab

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