„The Cal“ – der berühmteste Kalender der Welt feiert Geburtstag

Der bald erscheinende Pirelli-Kalender markiert für den Reifenhersteller das 50-jährige Jubiläum von „The Cal“. Was hat den Kalender zu dem gemacht, was er heute ist: ein absolutes, begehrtes Kultobjekt, das viele Nachahmer kennt, aber nicht Seinesgleichen. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erklärt Julie Naylor, Projektkoordinatorin für den Pirelli-Kalender, woher dieser Erfolg stammt, wie sich der Kalender im Laufe von fünf Jahrzehnten entwickelt hat und was er heute im Marketingmix zusammen mit dem Pirelli-Engagement in der Formel 1 für das italienische Unternehmen bedeutet.

Neue Reifenzeitung:
Der Pirelli-Kalender – genannt „The Cal“ – ist mit Sicherheit der berühmteste Kalender der Welt und hat sich im Laufe seiner 50 Jahre beträchtlich entwickelt. Woher stammt aber dieser Erfolg?

Julie Naylor:
Der Pirelli-Kalender ist ein Kunstwerk ersten Ranges und soll die hohen Maßstäbe wertvoller Qualitäten widerspiegeln, die unsere Marke besitzt. Dazu gehört, dass wir weltberühmte Models und erstklassige Fotografen casten und das mit absolut trendigen Locations paaren. Auf diese Weise erschafft Pirelli einen der berühmtesten, abwechselungsreichsten und exklusivsten Kalender der Welt.

Neue Reifenzeitung:
Reifen haben bei Ihren Kalendern nie im Mittelpunkt gestanden. Warum eigentlich nicht?

Julie Naylor:
Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre tauchten Profildesigns immer wieder ansatzweise in den Kalendern auf. Trotzdem war und ist es Pirellis Ziel, die Kreativität und den künstlerischen Ausdruck der Fotografen zu fördern, ohne sich dabei selber in den Vordergrund zu stellen. Würden wir Reifen in den Mittelpunkt des Kalenders rücken, wäre dies eine ziemliche Einschränkung. Wie man sieht, haben wir damit in den vergangenen 50 Jahren richtig gelegen.

Neue Reifenzeitung:
Es gibt in der weiteren Automobilbranche zahlreiche Unternehmen, die sich an eigenen Kalendern versuchen. Wieso fehlt diesen in der Regel der Erfolg, den „The Cal“ ja hat? Was machen die anderen falsch?

Julie Naylor:
Viele Faktoren haben den Ruf des Pirelli-Kalenders beflügelt. So war er immer nur als Geschenk des Unternehmens erhältlich, wurde nie verkauft. Zusätzlich zu unseren wichtigsten Kunden schicken wir den Kalender auch an internationale Persönlichkeiten aus Industrie, der Finanzwelt und Kultur; auch an Royals schicken wir „The Cal“. Auf diese Weise hat sich der Pirelli-Kalender in ein begehrtes Kultobjekt verwandelt, das weltweit viele begeisterte Anhänger hat.

Neue Reifenzeitung:
Warum passen Kalender wie „The Cal“ sowie Autos und auch Reifen eigentlich auf scheinbar natürliche Weise so gut zusammen? Selten nur hört man aus anderen Branchen, dass dort Kalender populär wären.

Julie Naylor:
Eine der zentralen Botschaften unserer Gruppe ist Innovation. Dadurch hat sich Pirelli zu einem der weltweit führenden Reifenhersteller entwickelt. Der Kalender ist dabei nur eines der Marketingtools, derer sich Pirelli bedient, um mit seinen Kunden über kulturelle Grenzen, Alter und Geschlecht hinweg in Kontakt zu treten.

Neue Reifenzeitung:
Reifen und Reifenunternehmen werden in der Öffentlichkeit gerne als ‚langweilig’ gesehen. Pirelli ist es offensichtlich durch den Kalender gelungen, sich von diesem Image fernzuhalten. War das eigentlich auch der Grund, damals vor 50 Jahren den ersten Kalender aufzulegen?

Julie Naylor:
Der erste Kalender war die Idee unseres damaligen UK-Marketingdirektors Derek Forsyth. Er kreierte einen Kalender, der die Vorstellungskraft seiner Betrachter erweitern und gleichzeitig ein Marketingphänomen werden sollte.

Neue Reifenzeitung:
Wie sieht das Bild aus, das Sie Menschen von sich vermitteln wollen, wenn diese den Pirelli-Kalender betrachten?

Julie Naylor:
Zu allererst sollen sie das künstlerische Meisterwerk sehen. Mit dem Kalender feiern wir die Stärke und Schönheit der weiblichen Formen. Und der Kalender bleibt ein bemerkenswertes kulturelles Phänomen, das auch die Veränderung von Meinungen und Haltungen zu Körper und Weiblichkeit im Spiegel der Zeit illustriert.

Neue Reifenzeitung:
Hat sich das Bild des Pirelli-Kalenders im Laufe der Zeit geändert?

Julie Naylor:
Der Kalender entwickelt sich kontinuierlich und hat dies seit seinem Anfang getan. Es geht darin immer wieder um Schlüsselthemen der jeweiligen Zeit.

Neue Reifenzeitung:
Würden Sie „The Cal“ als wertvollstes Instrument für Pirellis Markenimage bezeichnen?

Julie Naylor:
Pirelli steht für Innovation und Kommunikation und Technologie. Und für Pirelli bedeutet dies die Suche nach neuen Wegen und neuen Sprachen um auszudrücken, was ist. Darin erkennt man auch Pirellis stolzes Selbstbewusstsein, das von Geschichte und Tradition herrührt und das wir immer wieder untermauern, wenn wir unsere Gründungselemente betonen: Power und Kontrolle.

Neue Reifenzeitung:
Wie passen der Pirelli-Kalender und Pirellis Engagement in der Formel 1 zusammen?

Julie Naylor:
„The Cal“ und Pirellis starke Präsenz im Motorsport, wozu eben auch die Formel 1 gehört, erlauben es uns, in Premiumsegmenten unserer Zielmärkte zu kommunizieren. Gleichzeitig zeigen wir damit unsere Leidenschaft für Vortrefflichkeit, Leistungen und erstklassiges Design – dafür steht Pirelli.

Neue Reifenzeitung:
Mit dem jetzt bald erscheinenden Kalender feiern Sie das fünfzigste Jubiläum. Können Sie schon verraten, wie Sie dies feiern wollen?

Julie Naylor:
Das ist ein absolutes Geheimnis, das erst am 21. November in Mailand gelüftet wird. ab

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