Flotten setzen beim Reifenkauf immer mehr auf EU-Reifenlabel

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Das EU-Reifen-Label hat einen wachsenden Einfluss auf die Kaufentscheidungen bei europäischen Transportunternehmen. – Dies ist das zentrale Ergebnis einer von Goodyear in Auftrag gegebenen Umfrage, die bei Speditionen in fünf europäischen Ländern durchgeführt wurde. Die Umfrage, an der rund 500 Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien teilnahmen, deckte dabei vier Themenbereiche ab: die Auswirkungen des EU-Reifenlabels; die Auswahlkriterien für den Reifenkauf; das ökonomische Umfeld; und die Winterreifen-Gesetzgebung. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten gab an, dass das EU-Reifenlabel ihre Kaufentscheidung beeinflusst. Zwei Drittel (66 Prozent) erklärten, dass die Energieeffizienz und damit die Auskunft über den Kraftstoffverbrauch für sie das wichtigste Kriterium des Reifenlabels ist. Doch auch die Laufleistung ist für die Kaufentscheidung nach wie vor wichtig. Der Umfrage zufolge würden 86 Prozent der Befragten gerne abnutzungsrelevante Daten auf dem Reifenlabel sehen.

Die von Goodyear in Auftrag gegebene Umfrage untersuchte auch das Bewusstsein für das EU-Reifenlabel, die Prioritäten bei den Kriterien der Kennzeichnung, ob weitere Informationen auf dem Label als notwendig erachtet werden und die Auswirkungen des Reifenlabels. Von den Befragten sagten 55 Prozent, ihnen seien die Details der Gesetzgebung bekannt, 26 Prozent erklärten, sie müssten das Ganze noch besser verstehen, während 19 Prozent angaben, sie hätten noch nie von der Gesetzgebung gehört. Der Grad der Bekanntheit des EU-Reifenlabels variiert in Europa. So war er beispielsweise bei den Befragten in Spanien deutlich niedriger als in den anderen Ländern.

Im Ranking der Label-Kriterien setzten 66 Prozent Verbrauchseffizienz auf Platz eins, 30 Prozent entschieden sich für den Nassgrip als wichtigstes Kriterium und vier Prozent für das Außengeräusch. Auf die Frage, ob die drei Labelkriterien ausreichend für eine gute Kaufentscheidung seien, antworteten 49 Prozent, dass sie sich mehr Informationen wünschen würden; 86 Prozent wollen sogar abnutzungsrelevante Daten auf dem Label sehen, also Informationen zur potenziellen Laufleistung eines Reifens. Die Runderneuerungseignung ist ein weiterer Faktor, den 20 Prozent auf dem Label sehen würden wollen.

Auf die Frage, welche Auswirkungen das Label in puncto Geldersparnis und Sicherheit auf ihr Geschäft habe, sagten 78 Prozent, es wirke sich auf beide Bereiche aus. In Deutschland jedoch waren lediglich 34 Prozent dieser Ansicht während 61 Prozent erklärten, das Label habe überhaupt keine Auswirkungen.

In der Studie wurde auch gefragt, ob die Kaufentscheidung auf der vom Reifenhersteller gegebenen Einsatzempfehlung (regionaler Verteilerverkehr vs. Fernverkehr; Baustelle etc.) oder auf der Reifenleistung basiert. Insgesamt nannten 65 Prozent die Reifenleistung als den wichtigeren Faktor, wobei es in Frankreich und Deutschland sogar 81 bzw. 74 Prozent waren. Die Unternehmer wählten den Rollwiderstand – der in direkter Beziehung zum Kraftstoffverbrauch steht – als das wichtigste Kriterium für Lkw-Reifen. 77 Prozent bezeichneten denn Rollwiderstand als sehr oder extrem wichtig, gefolgt von Laufleistung (76 Prozent) auf Platz zwei, Nassgrip (75 Prozent) und Kosten je Kilometer (68 Prozent). Traktion auf Schnee sowie gleichmäßige Abnutzung folgten mit 51 und 50 Prozent. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse stellte Goodyear nun auch zwei komplett neue Lkw-Reifenproduktfamilien vor – Opens external link in new windowKMax und FuelMax –, die diese Antworten nach den Grundlagen der Kaufentscheidung widerspiegeln.

Die Kraftstoffkosten lagen mit 91 Prozent an der Spitze der größten Herausforderungen, mit denen sich die Transportindustrie in Zukunft konfrontiert sieht. Dicht dahinter folgten mit 84 Prozent andere Betriebskosten. Die von der EU verlangten strengeren CO2-Kontrollen und Straßengebühren rangierten mit 75 bzw. 74 Prozent auf den Plätzen drei und vier. Auf die Frage, was für Schritte bereits unternommen wurden oder unternommen werden sollen, um die Betriebskosten zu senken, antworteten 81 Prozent, dass sie verbrauchseffiziente Reifen montiert haben oder planen, dies zu tun. Die Reduzierung von durch Reifen verursachte Pannen und Standzeiten sowie Fahrertrainings (75 und 82 Prozent) lagen unterdessen auf den Plätzen zwei und drei. arno.borchers@reifenpresse.de

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