Al Dobowi geht mit Infinity „in die Breite“ des Marktes

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Für die Al-Dobowi-Gruppe ist Deutschland innerhalb Europas der wichtigste Markt; um diesen will man sich in Zukunft noch mehr kümmern als bisher eh schon. Dazu passt ein neues Vermarktungskonzept, das nicht mehr auf einen einzigen exklusiven Vertriebspartner setzt, sondern auf Präsenz in unterschiedlichen Kanälen. Anlässlich einer Händlertagung in Aschaffenburg unterstrichen Vertreter des Unternehmens im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG die Hintergründe dieser Neuerungen und worauf es in Zukunft ankommt.

Ende August lud die Al-Dobowi-Gruppe erstmals zu einer exklusiven Zusammenkunft zwischen Vertretern des Unternehmens und von Partnern aus dem deutschen Reifenhandel ein. Das Ziel dieser Tagung erläuterte Jorge Crespo gegenüber dieser Zeitschrift so: „Wir wollen ein festes Mitglied des deutschen Reifenmarktes sein. Wir wollen wie natürlich dazugehören.“ Laut dem General Manager sei dieser direktere Zugang zum Markt und zu Kunden unter anderem durch ein verändertes Vermarktungskonzept motiviert. Hatte das in Dubai ansässige Unternehmen bisher für den Vertrieb der Marke Infinity hierzulande ausschließlich auf einen einzigen Partner gesetzt – den Großhändler Euro-Tyre –, so wolle man jetzt „mehr in die Breite gehen“, so der General Manager weiter. Dies bedeute einerseits, dass man auch in Zukunft mit dem bisherigen Exklusivvertriebspartner aus dem niederländischen Venlo auf gute Geschäfte vertraue und sich über den Fortbestand seit Langem gefestigter Beziehungen freue. Andererseits will Al Dobowi hierzulande keine Exklusivität mehr gewähren, sondern möchte stattdessen mit verschiedenen Geschäftspartnern in verschiedenen Kanälen des deutschen Ersatzmarktes zusammenarbeiten. Diesen Partnern – bereits bestehenden wie auch potenziellen neuen – erläuterte die Al Dobowi Group nun in Aschaffenburg bei ihrer Tagung das neue Konzept.

„Wir sind jetzt soweit, uns noch intensiver um den deutschen Markt zu kümmern“, so Crespo im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Man verfüge über ein Produktsortiment, das zum Markt und zu den Ansprüchen der Kunden im Reifenhandel und unter den Endverbrauchern passe. Außerdem habe sich das Marktsegment, in dem Al Dobowi sich mit seiner Marke Infinity bewegt, durchaus zum Vorteil des Großhändlers aus Dubai entwickelt, ist man dort überzeugt. Während man das Budget- bzw. Economy-Segment europaweit bei mittlerweile 40 Prozent Marktanteil wägt, was mehr als einer Verdreifachung gegenüber 2005 entspricht, schätzt der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk den Anteil für den deutschen Reifenersatzmarkt auf „circa acht Prozent“, wie BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler anlässlich der Infinity-Tagung in Aschaffenburg betont. Den Trend für dieses Marktsegment sieht Drechsler zwar eher negativ als positiv. Dennoch umfasst dieses Segment in Deutschland den Berechnungen des Verbands zufolge immerhin knapp vier Millionen Reifen – ein beträchtliches Potenzial für Infinity. Für den britischen Reifenmarkt wiederum schätzen Experten das Budgetsegment auf wenigstens 50 Prozent ein.

Während vielfach sogenannte Budget-Marken als beliebig austauschbare Produkte im Preissegment gehandelt werden, arbeiten die Verantwortlichen bei Al Dobowi ganz gezielt daran, dies für ihre Marke Infinity zu ändern. Ob „Budget“ oder „Economy“ – das ist Jorge Crespo letztendlich egal. Wichtig sei aber, wie die „Marke Infinity“ beim Kunden wahrgenommen werden. Und da mache eben „die enge und vertrauensvolle Beziehung zum Kunden den großen Unterschied“, findet Crespo. Natürlich müsse man das richtige Produkt zum richtigen Preis haben – im unteren genau wie im oberen Preissegment. Auch sei Crespo klar, dass das Preisargument gerade im unteren Segment das alles entscheidende Argument zum Kauf ist, daran komme man natürlich auch mit Infinity nicht vorbei. Dabei betont Crespo allerdings, dass Händler dennoch oftmals bessere Margen mit Marken aus dem unteren Segment erzielen könnten, dies treffen freilich auch auf Reifen der Marke Infinity zu.

Was dann aber, wie Jorge Crespo sagt, den „großen Unterschied“ im Vergleich der verschiedenen anderen Marke im unteren Marktsegment mache, das sei eben die Beziehung zum Kunden. Diese baue das Unternehmen weiter kontinuierlich aus und vertraue darauf, dass sich daraus ein „Pull-Effekt“ bei der Nachfrage ergebe – gerade auch in schwierigen Zeiten. Die Al Dobowi Group investiert kräftig in Werbung, wodurch die Marke Infinity im Handel heute klar positioniert und fest etabliert sei; der Partner im Reifenhandel verbinde mit dem Markennamen heute etwas Konkretes, das über den Preis deutlich hinausgehe. Für die Verantwortlichen bei Infinity sei es – zumindest offiziell – nicht das direkte Ziel, über Werbekampagnen und Tagungen die Preisposition positiv zu beeinflussen. Ziel sei es vielmehr, eine „Kontinuität und Stabilität in der Beziehung“ zum Kunden herzustellen, die Infinity von etwaigen Marktschwankungen unbeeinflusster macht.

In dieses neue Vermarktungskonzept für den deutschen Markt passt auch, dass Infinity nun auch eingetragenes Mitglied im BRV ist. Diesen Beitritt quittierte BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler mit einem Vortrag bei der Infinity-Händlertagung in Aschaffenburg zu aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Reifenmarkt.

Infinity-Reifen wurden vor neun Jahren in Europa eingeführt. Es sei zu erwarten, so die Al Dobowi Group, dass „die komplett neue Modellreihe für Pkw-Reifen für 2014 die Umsätze stark beflügeln wird – vor allem in technisch anspruchsvollen Märkten wie Deutschland.“ Daran beteiligt werden sollen eben Jorge Crespo und Harjeev Kandhari zufolge, dem Vorstandsvorsitzenden der Al-Dobowi-Gruppe, die bestehenden und potenziellen Geschäftspartner hierzulande, von denen nun einige nach Aschaffenburg eingeladen worden waren.

Harjeev Kandhari betonte seinerseits ebenfalls das Engagement der Al-Dobowi-Gruppe für den europäischen Markt und das internationale Netzwerk der Infinity-Vertriebspartner sowie das Bestreben, die Marke Infinity und das Produktprogramm langfristig in enger Zusammenarbeit weiterzuentwickeln, und führte anlässlich eines Tagungsvortrags aus: „Mit großer Freude und Stolz informiere ich Sie über 79 Neuentwicklungen für fünf verschiedene Pkw-Klassen im Jahr 2013. Das sind hervorragende Neuigkeiten, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten.“

Gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG erklärte Harjeev Kandhari noch einmal, dass die im vergangenen Jahr bereits in Essen auf der Reifen-Messe gezeigte Marke „Eternity“ aus dem Hause Al Dobowi spätestens im kommenden Jahr auch auf den deutschen Markt kommen werden. In Dubai, so der Chef des Unternehmens, seien die ersten Reifen bereits im Straßentest unterwegs; die Erfahrungen seien sehr gut. Das Sortiment werde sich vermutlich zwischen 13 und 18 Zoll bewegen, ergänzt Crespo. Die Strategie für die Markteinführung – sprich: die Preisgestaltung und die Wahl der Vertriebskanäle – sei noch nicht im Detail beschlossen. Man werde aber mit ziemlicher Sicherheit Reifen der Marke Eternity bei anderen Handelspartnern bzw. anderen Vertriebskanälen platzieren als die der Marke Infinity; man wolle dadurch eine Kannibalisierung beider Marken untereinander verhindern. In Bezug auf die Qualität, das Pricing und das Sortiment der neuen Marke dürfe man indes keine allzu großen Unterschiede zu Infinity erwarten. Während Infinity von Shandong Linglong in China gefertigt wird, sollen die Eternity-Reifen eben nicht dort gefertigt werden. Kandhari wolle auf mehrere anstatt auf einen einzigen exklusiven Produktionspartner setzen.

Ein Höhepunkt des Treffens in Aschaffenburg war die Vorstellung von Oliver Harsch, dem deutschen Drift-Meister, dessen Rennwagen von Infinity gesponsert werden und der auf diese Weise bei deutschen Veranstaltungen große Aufmerksamkeit für die Marke Infinity erziele. Nach der Präsentation führte Harsch in seinem BMW M3 mit einem brandneuen 480 PS-Motor den Gästen vor, was es heißt, mit maximalem Driftwinkel unterwegs zu sein. arno.borchers@reifenpresse.de

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