Keskin, Syron und MAM: Die Markenmacher

Man arbeite mit dem Ziel, in der Gemeinschaft gut, lieber sogar besser miteinander zu leben, nennt Ulvi Keskin ein übergeordnetes Unternehmensziel der in Frankenthal beheimateten Keskin Tuning Europa GmbH. Man sei wertebewusst, bekenne sich zu seinen türkischen Wurzeln und bringe von dort traditionelle Werte wie Offenheit und Gastfreundlichkeit mit, ergänzt sein Mitgeschäftsführer Erkan Topçu mit unverkennbar schwäbelndem Unterton, aber der Slogan zu den vom Unternehmen angebotenen Produkten „Engineered in Germany“ verrät auch, dass hier positive Tugenden zweier Kulturen zusammengebracht werden sollen.

Man sei gewissermaßen ein „Markenmacher“, so die beiden Firmenlenker. Die Keskins, die dem Unternehmen ihren Namen gegeben haben, sind eine Familie aus der Türkei, der Name der Reifeneigenmarke Syron ist die Ableitung des Namens einer lokalen Speise und der Alufelgenname MAM angelehnt an einen Ort aus der fernen Heimat. – Soviel zu den Traditionen, das tägliche Geschäft unterliegt den gleichen Businessregeln wie bei anderen auch. Man arbeite ständig an der Optimierung des Service und strebe ein hohes Qualitätsniveau an. Dass es beim Service in der Vergangenheit gelegentlich nicht wie gewünscht lief, mag auch daran gelegen haben, dass die Unternehmensgruppe so enorm schnell gewachsen ist. „Wir mussten und müssen immer noch lernen, mit Kritik umzugehen“, beschönigt Topçu nicht.

Der Name Keskin ist bekannt für die Aluminiumräder gleichen Namens und unter MAM sowie Pkw-/SUV- und leichte Nutzfahrzeugreifen der Marke Syron. Dass man obendrein Pkw-Stahlräder ins Sortiment aufgenommen hat, sollte weniger dem Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes dienen, sondern sei eher aus Gründen der Komplettierung, vor allem aber aus dem Servicegedanken heraus entschieden worden. Ja, die Räder kommen aus Fernost, aber mit der Entscheidung für diese Produkte war auch zugleich klar, nur einen Produzenten zu akzeptieren, der auch in die Erstausrüstung – in diesem Falle sogar an deutsche Automobilhersteller – liefere und somit Qualität garantieren könne. Stahlräder seien auch als alternatives Angebot für den Kunden zum Aluminiumwinterrad von MAM zu verstehen.

Ob Stahl-, Aluminiumräder oder Reifen der Marke Syron, immer werde darauf geachtet, den gesamten Ablauf zu kontrollieren. Das beginnt bei der Entwicklung und Konstruktion im eigenen Hause und geht über die eigenen Werkzeuge bis in die Fabrik, wo die Produkte hergestellt werden. Die Fertigung wird überwacht und muss den Keskin-Qualitätsansprüchen genügen, insofern kann es auch vorkommen und ist auch schon passiert, dass die Werkzeuge abgezogen und bei einem alternativen Produzenten platziert worden sind.

Es gebe günstigere Reifen und Räder im Markt, weist Ulvi Keskin im Gespräch auf der Reifenmesse darauf hin, dass die hauseigenen Produkte nichts mit dem Image des „billigen Jakob“ zu tun haben. Dass die Reifenmarke Syron preislich unter den Premiummarken positioniert ist, ist eine Realität des Marktes. Allerdings stößt Syron bei den Reifendimensionen in UHP-Sphären vor, in denen das Angebot spärlicher wird und mancher Verbraucher nach einer kostengünstigeren Alternative zu den Pirellis, Michelins und Co. fahndet.

Mit Syron werden immer mehr Märkte erschlossen, die Exporte beispielsweise in die Vereinigten Staaten – wo man das Reifenlabel inzwischen kenne – nehmen zu. Überstürztes Wachstum strebe man nicht an, statt dessen einen kontinuierliches Aufbau mit einer Positionierung als „Qualitätsreifen der Marke Syron“. Ob man es „Ziel“ oder eine „Vision“ nennen mag: Irgendwann möchte man seinen Platz auf dem internationalen Reifenmarkt gefunden haben, mit so etwa „zehn bis 15 Millionen Reifen jährlich“. detlef.vogt@reifenpresse.de

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