Forscher stellen vor: Ein „adaptiver Reifen“ für Sommer und Winter

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Des einen Freud, des anderen Leid. – Während sich Endverbraucher über die Ergebnisse eines Leipziger Forschungsprojektes freuen sollten, dürften Reifenhändler und -hersteller durchaus nervös werden. Eine Forschergruppe der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) stellt aktuell auf der „Hannover Messe“ einen sogenannten „adaptiven Reifen“ vor. Der Clou dabei: Er passt sich selbstständig an Witterung und Untergrund an. „Egal ob Autobahn oder Schotterpiste, egal ob Sonne, Schnee oder Regen: Der adaptive Reifen erkennt den Untergrund und ändert seine Profilrillen automatisch“, heißt es dazu in einer Mitteilung der HTWK-Leipzig-Forschergruppe um Prof. Detlef Riemer. Wie funktioniert der Reifen und was bedeutet er für das Saisongeschäft im Reifenhandel?

„Die heutigen Reifen sind immer ein Kompromiss, etwa zwischen Haftung, also Bremsfähigkeit, und Benzinverbrauch. Sie müssen eben auf viele Situationen passen“, erklärt Professor Riemer. „Denn während der Fahrt kann man ja den Reifen nicht wechseln. Unser völlig neuartiger Reifen dagegen soll sich ändern – eben während der Fahrt. Dadurch ist man immer mit der optimalen Bereifung unterwegs.“ Ein saisonaler Reifenwechsel werde dadurch überflüssig, gleichzeitig könnten Verschleiß, Geräuschentwicklung und Benzinverbrauch optimiert werden. „Aber nicht der Fahrer muss an die Anpassung der Bereifung denken, sondern der Reifen selbst denkt mit“, erklärt Riemer die Vorteile.

Der Reifen soll so funktionieren: „In die Lauffläche werden formändernde Komponenten eingebracht, die von einer in den Reifen integrierten Steuer- und Regeleinheit aktiviert werden“, erklärt Professor Riemer. Dadurch würden die Profilrillen des Reifens – Längs- wie auch Querrillen – einzeln beweglich: „Die Profiländerung erfolgt durch Aktuatoren oder formändernde Materialen, die in das Laufband oder unter die Karkasse integriert werden“, erläutert Riemer, der an der Fachhochschule zu den Themen Mechatronik und Maschinenbau lehrt und forscht. „Zum momentanen Arbeitsstand arbeiten wir mit Dehnstoffaktuatoren, Piezo-Keramik-Aktuatoren, Formgedächtnislegierungen und sogenannten Smart Materials.“

Auf der internationalen Hannover Messe präsentiert die Forschergruppe aus Mitarbeitern und Studenten der HTWK Leipzig der Öffentlichkeit ein erstes Funktionsmodell des Reifens. „Es handelt sich zwar noch nicht um ein fertiges Produkt, aber die Idee an sich ist hervorragend. Das Patent dafür haben wir uns vorsichtshalber schon gesichert“, erklärt Riemer. ab
 

Sommers wie winters – der „adaptive Reifen“, den Forscher der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig jetzt auf der „Hannover Messe“ vorstellen, könnte das saisonale Reifenhandelsgeschäft revolutionieren, wenn er einmal Serienreife erlangt

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