Gajah Tunggal feiert 60-jähriges Firmenjubiläum

Der größte indonesische Reifenhersteller PT Gajah Tunggal Tbk feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Was als kleiner Fahrradreifenhersteller 1951 begann, präsentiert sich heute als größter Reifenhersteller in Südostasien mit insgesamt sieben Fabriken und präsentablen Verbindungen zu führenden Reifenherstellern weltweit. Als Mitglied der in Singapur ansässigen Giti-Tire-Gruppe mit weiteren Fabriken in China bleibt Gajah Tunggal mit seinem operativen Geschäft allerdings weiterhin weitestgehend unabhängig, wie Vice-President Director Budhi S. Tanasaleh im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG anlässlich des Firmenjubiläums erläutert.

Mit einem Umsatz in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar konnte Gajah Tunggal im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufstellen. Ein beflügelndes Ergebnis, wie Budhi Tanasaleh findet, das den Hersteller nach Jahren der umfangreichen Investitionen und des starken Wachstums auch in Zukunft weiter vorantreiben soll. Als Gajah Tunggal 1951 den Geschäftsbetrieb startete, wurden lediglich Fahrradreifen gefertigt; im vergangenen Jahr hingegen wurden in den Fabriken in Indonesien über 35,5 Millionen Pkw-, Lkw- und Motorradreifen (Marke „IRC“) sowie Schläuche, Reifencord und Synthesekautschuk durch 12.000 Menschen gefertigt.

Dass eine solche Unternehmensentwicklung auf dem internationalen Reifenmarkt nicht unbemerkt bleiben konnte, zeigte sich spätestens Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Damals 2004 ging Michelin eine strategische Allianz mit Gajah Tunggal ein und erwarb wenig später zehn Prozent der in Jakarta gehandelten Aktien. Auch mit Pirelli und Nokian gab bzw. gibt es sogenannte Offtake-Agreements. „Die Tatsache, dass führende Reifenhersteller ihre Reifen von Gajah Tunggal beziehen wollen, ist ein Beweis für unsere starke Verpflichtung, qualitativ hochwertige Reifen zu einem günstigen Preis zu fertigen“, meint Budhi Tanasaleh. Gerade die „Beziehung mit Michelin“ habe sich „im Laufe der Jahre als gegenseitiger Vorteil“ erwiesen, so der Vice-President Director weiter. Auch wenn solche Beziehungen nicht überlebenswichtig für den größten Reifenhersteller in Südostasien seien, sorgten sie doch dafür, die „Qualität unserer Produkte und Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern und wettbewerbsfähig zu bleiben“.


Gajah Tunggal betreibt in Indonesien insgesamt sieben Reifenfabriken, in fünf davon werden Reifen gefertigt

Aber auch die in China erst seit 1993 im Aufbau befindliche Giti Tire Group ist seit 2005 bei Gajah Tunggal beteiligt und hält dort heute einen strategischen Anteil von 48,9 Prozent. Auch wenn beide Unternehmen die Reifenmarke „GT Radial“ natürlich als zentrales Produkt in ihren jeweiligen Sortimenten sehen, habe Gajah Tunggal noch wesentlich mehr zu bieten, so Tanasaleh. So sei man etwa in Indonesien auch mit Abstand Marktführer bei diagonalen Lkw-Reifen oder bei der Herstellung von Reifengarn und Synthesekautschuk. Es ist gerade die Giti Tire Group, die mittlerweile ihren Holdingsitz in Singapur hat, mit der die Zusammenarbeit überaus eng ist. Auch wenn in der Öffentlichkeit gerne beide Unternehmen – also Giti Tire in China und Gajah Tunggal in Indonesien – als ein Unternehmen wahrgenommen werden, was sich über die gemeinsame Marke „GT Radial“ natürlich auch leicht erklären lässt, pflegen beide Unternehmen doch weitestgehende Unabhängigkeit voneinander, wie der Vice-President Director erläutert. „Während die Managements beider Unternehmen separat und unabhängig voneinander operieren, untersuchen und nutzen wir doch operative Synergien in bestimmten Gebieten wie etwa Marketing oder Einkauf“, so Tanasaleh weiter.

Gajah Tunggal als größter Reifenhersteller in Südostasien ist dabei nicht ausschließlich von den regionalen Reifenmärkten abhängig, sondern exportiert insbesondere seine GT-Radial-Pkw-Reifen in alle Welt. Heute werden 85 Prozent dieser Reifen außerhalb Indonesiens verkauft – auch in Deutschland; insgesamt vermarktet Gajah Tunggal indes nur etwa jeden dritten Reifen außerhalb Indonesiens. Vor diesem Hintergrund beschreibt der Vice-President Director den Wachstumsplan seines Unternehmens auch auf beide Märkte abzielend: Exportmärkte wie auch der heimische Markt sollen in Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle spielen, wozu Gajah Tunggal derzeit auch rund 180 Millionen Dollar für den Kapazitätsaufbau investiert. Es sollen dann bis zum Ende dieses Jahres täglich 45.000 Pkw-Reifen (plus 22 Prozent) und 90.000, ab 2012 sogar 105.000 Motorradreifen (plus 30 Prozent) in Indonesien gebaut werden. arno.borchers@reifenpresse.de

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