Studie bescheinigt VISTA-Ländern vielversprechende Nutzfahrzeugmärkte

Die VISTA-Länder (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und Argentinien) werden für die Nutzfahrzeugindustrie zunehmend interessant. Die kombinierte Nachfrage nach schweren und mittelschweren LKW wird sich 2012 bereits auf etwa 150.000 Fahrzeuge belaufen. Die jährliche Nachfrage wird bis 2015 bei 200.000 Fahrzeugen liegen. Bis 2020 wird sie auf über 250.000 Fahrzeuge steigen. Internationale Hersteller sollten sich heute ihren Anteil am langfristigen Wachstum sichern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines Marktausblicks von Roland Berger Strategy Consultants mit dem Titel „VISTA – New growth opportunities for the commercial vehicle industry“.

Die Nutzfahrzeugbranche erlebt nach Aussagen der 1967 gegründeten Strategieberatungen derzeit die fundamentalsten Veränderungen in ihrer Geschichte. Der traditionelle Fokus auf die Triademärkte (Nordamerika, Europa und Japan) nehme, während gleichzeitig vor allem in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) neue Märkte und Produktionsstandorte entstanden seien. Selbst wenn den BRIC-Märkten weiterhin eine dominierende Rolle attestiert wird, sieht man nunmehr „eine zweite Welle von Schwellenmärkten“ in den besagten VISTA-Staaten. „Die großen, wachsenden Volkswirtschaften von Vietnam bis Indonesien, Südafrika, über die Türkei bis hin zu Argentinien werden die weltweiten Marktanteile künftig verändern und als Produktionsstandorte für OEMs und Zulieferer immer attraktiver werden“, glaubt Norbert Dressler, Partner und Nutzfahrzeugexperte bei Roland Berger Strategy Consultants.

Als Hauptmotor für die künftige Entwicklung und Attraktivität dieser Märkte werden zwei Faktoren genannt: Zum einen schürten die boomenden und großen Volkswirtschaften die Fahrzeugnachfrage, zum anderen machten niedrige Lohnkosten und günstige Produktionsbedingungen diese Märkte für die nächsten Jahrzehnte zu attraktiven Billigstandorten. Werden die wirtschaftliche Größe und Entwicklung der VISTA-Märkte bereits jetzt als „enorm“ bezeichnet, so werde die Bevölkerung dieser Märkte schon bald auf über 500 Millionen Menschen anwachsen. Laut der Studie übersteigt ihr kombiniertes Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits heute das von Brasilien oder Indien. Das BIP pro Kopf liege auf Augenhöhe mit China, heißt es weiter unter Verweis darauf, dass die rege Produktion von Agrar- und Industrieerzeugnissen für Binnenkonsum und Export die Nachfrage nach Transportlösungen anheizen werde. Auch sei die Inflation weitgehend unter Kontrolle, sodass auch vor diesem Hintergrund künftige Investitionen und attraktives Wachstum als wahrscheinlich vorhergesagt werden.

„Ausgehend von der aktuellen Wirtschaftslage und ihrer voraussichtlichen Entwicklung liegt die kombinierte Nachfrage nach schweren und mittelschweren Lkw bei etwa 150.000 Fahrzeugen im Jahr 2012 und übertrifft damit sogar Brasilien“, sagt Dressler. „Bis 2015 wird die jährliche Nachfrage voraussichtlich bei etwa 200.000 Fahrzeugen liegen, bis 2020 wird sie ein Volumen von 250.000 Fahrzeugen deutlich übersteigen“, ergänzt er. Attraktive Lohnkosten garantieren seinen Worten zufolge außerdem, dass ein Großteil der Binnennachfrage auf heimischen Märkten produziert wird. Die durchschnittlichen Lohnkosten werden mit zwischen einem halben Euro pro Stunde in Vietnam und etwa drei Euro pro Stunde in Argentinien beziffert, was sie im Vergleich mit Regionen wie China (1,5 Euro pro Stunde) oder Brasilien (etwa vier Euro je Stunde) als äußerst attraktiv erscheinen lasse. „Internationale Hersteller sollten sich heute ihren Anteil am langfristigen Wachstum sichern. Ein besseres Verständnis der lokalen Marktbedingungen und des jeweiligen Potenzials jedes einzelnen Nutzfahrzeugherstellers und Zulieferers ist der erste Schritt für den langfristigen Erfolg auf den VISTA-Märkten“, rät Dressler. cm

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