BRV-Betriebsvergleich 5/2010: Das Reifengeschäft rollt wieder

Der Verkauf von Reifen hat in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt aller Teilnehmer um 12,2 Prozent deutlich angezogen. Dies zeigen die Ergebnisse des aktuellen Betriebsvergleiches der BBE Automotive GmbH (zuvor Automotive Bereich der BBE Retail Experts) im Auftrag des BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk). Vor allem die allgemeine Belebung im Nutzfahrzeugmarkt habe sich im Reifengeschäft positiv bemerkbar gemacht, kommentiert der Verband. Das Geschäft mit neuen Pkw-Sommerreifen (inklusive Ganzjahresreifen) verlief bei den einzelnen Unternehmen allerdings recht unterschiedlich: Während einige einen Umsatzrückgang verkraften mussten, legten andere Unternehmen deutlich zu, sodass im Gesamtschnitt ein Umsatzwachstum von 7,6 Prozent zu verzeichnen ist. Wer am Betriebsvergleich teilnimmt, der erhält übrigens weitere Detailinformationen. Der nächste Vergleich findet im Januar/Februar 2011 mit den Zahlen für das Gesamtjahr 2010 statt.

Es zeigen sich regionale Unterschiede: In den südlich gelegenen Gebieten Deutschlands ist aufgrund des lang anhaltenden Winters das Umrüstgeschäft auf Sommerreifen erst recht spät angelaufen, sodass hier das Umsatzwachstum deutlich geringer ausfällt als in den nördlichen Regionen, wo es im Durchschnitt über 20 Prozent beträgt. Allerdings legen die starken Schwankungen innerhalb der einzelnen Regionen die Vermutung nahe, interpretiert der BRV, dass der Unternehmer selbst einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wachstumsraten hat: Vorausschauende Planung, gutes Prozessmanagement und der Einsatz des kompletten Marketinginstrumentariums seien hierbei förderlich.

Insgesamt kann ein durchschnittlicher Betrieb in den ersten fünf Monaten 2010 einen Gesamtumsatz von rund 540.000 Euro realisieren, dies sind 10,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Rund 69 Prozent des Umsatzes kommen aus dem Reifenverkauf, 16 Prozent aus den Reifenservice-Dienstleistungen (DL) einschließlich Achsvermessung und sieben Prozent aus dem Bereich Autoservice (DL + Teile), jeweils bezogen auf die unterteilt nach vier Betriebstypen (Größe, Anteil Lkw-Reifen) teilnehmenden Outlets.

Der Rohertrag kann absolut gesehen um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, prozentual beträgt er per Ende Mai 35,9 Prozent vom Umsatz (37,6 Prozent im Vorjahr). Im Reifenverkauf liegt die Bandbreite der durchschnittlich realisierten Roherträge zwischen 17 Prozent bei den Lkw-Reifen neu (Sommer und Winter) und 22,4 Prozent bei den Pkw-Reifen neu (inkl. SUV) Winter. In etwa 80 Prozent des Rohertrags müssen für die beiden Kostenblöcke Personalkosten (62 Prozent) und Raumkosten (17,9 Prozent) aufgebracht werden. Dabei liegen diese Kostenpositionen absolut gesehen ca. auf Vorjahresniveau. dv

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