Euro-Tyre vergrößert Lagerkapazität um 25 Prozent

Während etliche Unternehmen aus der Reifenbranche das vergangene Jahr als „Krisenjahr“ erlebt haben, gibt es doch auch zahlreiche Firmen, die sich durchaus gut aus der Affäre gezogen haben – mehr noch: die sogar ihre Umsätze gegen den Markttrend deutlich steigern konnten und aktuell mit weiterem Wachstum rechnen. Dazu gehört unter anderem der Reifengroßhändler Euro-Tyre. Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Venlo direkt an der deutschen Grenze konnte im Geschäftsjahr Oktober 2008 bis September 2009 rund ein Viertel mehr umsetzen. Gerade mit Blick auf dieses Wachstum und die gestiegenen Anforderungen des Marktes an Großhändler, auch zur absoluten Saisonspitze lieferfähig zu bleiben, will Euro-Tyre nun seine Lagerkapazität um wenigstens 25 Prozent ausbauen, erklärt Inhaber Siegfried Schlacks im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG.

Euro-Tyre zählt seit etlichen Jahren zu den Wachstumsunternehmen am Markt. Seit der Firmengründung 1984 konnte der Deutsche Siegfried Schlacks im niederländischen Venlo gleich hinter der Grenze ein stattliches Großhandelsunternehmen aufbauen, dessen wirtschaftliche Interessen sich heute nicht mehr nur auf Deutschland und die angrenzenden Länder beschränken. Euro-Tyre hat sich insbesondere in den Jahren seit 2003 eine beträchtliche Präsenz am Markt mit der Reifenmarke „Infinity“ aufgebaut. Die in Dubai ansässige Al-Dobowi-Group lässt Infinity-Reifen in China fertigen und führt sie über exklusive Vertriebspartner wie eben Euro-Tyre in Europa ein. Das Venloer Großhandelsunternehmen hat die Vertriebsrechte an der Marke für Deutschland und zahlreiche weitere Länder Kontinentaleuropas.

Bisher hat das organische Wachstum dazu geführt, dass Euro-Tyre heute mit einer Lagerfläche von rund 25.000 m² in zwei Lagerhallen arbeitet. Dies, erläutert Siegfried Schlacks, reiche vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Ansprüche der Kunden an einen Logistikdienstleister und der tendenziell immer kürzer werdenden Saisonspitzen aber dennoch nicht mehr aus. Folglich werde Euro-Tyre noch im Laufe dieses Sommers seine Lagerkapazität um gut 25 Prozent steigern. Noch dieser Tage will Euro-Tyre mit der benachbarten Spedition, die ihren Standort in Venlo schließen möchte, einen Mietvertrag über das 5.000 m² große Grundstück und die darauf verfügbare Lagerfläche von 9.000 m² schließen. In den drei zur Verfügung stehenden Hallen könne Euro-Tyre dann pünktlich zur neuen Winterreifensaison bis zu einer halben Million Reifen auf 34.000 m² Lagerfläche lagern. „Wir wollen unsere Lieferzeiten weiter verringern“, sagt Euro-Tyre-Gründer und -Inhaber Siegfried Schlacks.

Dass die aktuelle Erweiterung der Lagerkapazitäten natürlich auch die Einstellung weiterer Mitarbeiter bedeutet, versteht sich. Schlacks rechnet mit rund zehn weiteren Kräften, die das Logistikteam noch in den kommenden Wochen verstärken werden; dann hat Euro-Tyre insgesamt 80 Mitarbeiter.

Aber nicht nur die Lieferzeiten sollen in den kommenden Wochen gesteigert werden, so Schlacks, auch habe man erst kürzlich einen neuen Partner im Paketgeschäft unter Vertrag nehmen können. „Bisher konnten wir ab einer Bestellung von 60 Reifen bundesweit frachtfrei liefern, seit einigen Wochen können wir dies bereits ab 30 Reifen bieten“, unterstreicht Schlacks.

Neue Euro-Tyre-Marke geplant

Euro-Tyre will bei der Steigerung der Kundenzufriedenheit aber nicht nur auf bessere Lieferzeiten und günstigere Versandkonditionen setzen, sondern wird in naher Zukunft eine Eigenmarke auf den hiesigen Markt bringen. Wie es dazu am Sitz des Unternehmens in Venlo heißt, wolle man durch eine Private Brand „die Abhängigkeit gegenüber sonstigen Lieferanten verringern, die Kontinuität im Sortiment steigern und Verfügbarkeit der Reifen sicherstellen“. Auch ließe sich durch eine neue Eigenmarke die „Klarheit im Sortiment“ verbessern. Derzeit verhandele man mit potenziellen Herstellern der Eigenmarke, die – so Schlacks – nicht per se in Fernost zu suchen seien. „Auch europäische Hersteller kommen für uns infrage.“ Insbesondere die lange Lieferzeit eines Herstellers aus Fernost wie auch die hohen Transportkosten würden sich auf die Entscheidung auswirken.

Während einerseits also der Hersteller der neuen Euro-Tyre-Marke noch nicht feststeht, seien genaue Auskünfte über die künftige Positionierung ebenfalls noch nicht sicher. Was Euro-Tyre indes brauche, „ist das richtige Produkt mit dem richtigen Preis“. Einen Namen hat das Fabrikat bereits, allerdings möchte Schlacks diesen noch nicht öffentlich machen. Aktuell würde er weltweit geschützt werden.

Sehr wohl kann Euro-Tyre aber bereits etwas zum bevorzugten Sortiment sagen. Die neue Eigenmarke soll als Pkw-, LLkw- und 4×4-Reifen angeboten werden, und zwar so früh wie möglich mit einem Sortiment so breit und tief wie möglich. Im Plan sei für das erste Jahr ein Absatz von 300.000 bis 400.000 Reifen, meint Schlacks. arno.borchers@reifenpresse.de

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