Hämmerling steht gleich auf mehreren Standbeinen

Ralf Hämmerling, geschäftsführender Gesellschafter der „Hämmerling – The Tyre Company GmbH“ (Paderborn), weist auf der „Reifen“ darauf hin, dass sein Unternehmen ja gleich auf mehreren Beinen stehe, die im Übrigen natürlich teilweise bereichsübergreifend wirken: den internationalen Großhandel samt Exklusivmarken, das Komplettrad-Center samt Erstausrüstung und die Runderneuerungsproduktion im Heiß- und Kaltverfahren. Wenn man will, ließe sich auch noch das „Auto-Profi Center“, also der Einzelhandel, hinzufügen.

Die Zeiten der wirtschaftlichen Krise sind auch an seinem Unternehmen nicht spurlos vorübergegangen, räumt er freimütig ein, aber man habe sie genutzt und dafür gesorgt, dass eine ganze Reihe Mitarbeiter jetzt sehr flexibel einsetzbar ist, weil entsprechend geschult. Wer beispielsweise vorher nur in der Komplettradmontage im Einsatz war, könne jetzt von einen Tag auf den anderen auch im Lager oder in der Produktion (Runderneuerung) eingesetzt werden. Es gab keine Kurzarbeit im Unternehmen, und die Personalverringerung war äußerst gering. Insgesamt gab es in 2009 einen kleinen Umsatzrückgang, den gleichzeitigen Gewinnzuwachs in dem Jahr führt er auf Verzicht auch riskante Geschäfte, also vorsichtiges Agieren und Besinnung auf die Stärken des Unternehmens zurück.

Natürlich: Die Einbrüche im Erstausrüstungsgeschäft mit Trailerrädern waren nicht zu übersehen, die Zahlen des größten Kunden Kögel gingen ja auch zur Genüge durch die Medien. Immerhin: Hämmerling hat darüber hinaus in diesem noch stark zersplitterten Segment zahlreiche weitere kleinere Kunden; und mit einem der Großen sei man inzwischen ins Gespräch gekommen, vor erfolgreichem Abschluss allerdings hält er sich noch bedeckt.

Neben dem Komplettrad bestehend aus Athos-Lkw-Reifen und Talas-Lkw-Stahlrad hat das Unternehmen mit Opus und Mäxx zwei weitere Lkw-Reifenexklusivmarken im Angebot. Die Hauptmarke Athos soll wachsen, sogar außereuropäisch. Gelegentliche Kapazitätsengpässe haben Ralf Hämmerling bewogen, noch konsequenter als bisher jeweils einer zweiten Produktionsstätte im fernen China den Fertigungsauftrag zu erteilen. Das gelte auch für die Stahlfelgen. Auf die Frage nach den geschmiedeten Lkw-Aluminiumfelgen, die das Unternehmen vor knapp zwei Jahren erstmals gezeigt hatte, bekennt er, dass man die Komplexität des Produktes unterschätzt habe. Zu den Akten gelegt sei das Projekt jedenfalls nicht.

Mit seinen Exklusiv-Eigenmarken Talas, Athos, Mäxx, Opus und den heiß- wie kaltrunderneuerten Lkw-Reifen entzieht sich das Unternehmen der Vergleichbarkeit. Ferner sei auf die ebenfalls deutschlandweit exklusiv angebotene Pkw-Marke Interstate verwiesen. Für all diese Marken hat Hämmerling noch Regionen an Stützpunkthändler zu vergeben, wofür er auf der „Reifen“ auch aktiv warb. Wer Stützpunkthändler ist, dem sichert Hämmerling auch regionale Exklusivität zu und verspricht einen „deutlich besseren Rohertrag“. Und das bei einer individuellen Marketingunterstützung sowie bei einigen Marken sogar individueller Reifengarantie.

Noch nicht mit sich im Reinen war Ralf Hämmerling zu Beginn der Reifenmesse hinsichtlich der Preisentwicklung bei Runderneuerten. Dass Heiß- wie Kalterneuerte teurer werden müssten, weiß er schon, aber noch nicht um wieviel. Wobei es nicht allein die steigenden Rohstoffpreise sind, die ihn sorgen, sondern auch die sich schnell verändernden Währungsverhältnisse es nicht leicht machen, eine Preisstellung zu finden, die etwas längerfristiger Bestand hat. Übrigens: Vor rund zwei Jahren hatte Hämmerling den Partner für Runderneuerungsmaterialien gewechselt und war zur Midas Treads (Indien) gekommen, die Zusammenarbeit laufe unproblematisch. detlef.vogt@reifenpresse.de

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