Russische Altay Tyre Plant kommt in Europa an

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Die ehemalige Barnaul-Reifenfabrik, die heute als Altay Tyre Plant in der sibirischen Großstadt Barnaul betrieben wird, hat in den vergangenen Jahren eine nicht unerhebliche Entwicklung hingelegt. Insbesondere ist es dem Privatunternehmen in den vergangenen vier Jahren gelungen, das Sortiment an No-Name-Produkten teilweise auf Markenprodukte umzustellen. Heute entstehen 50 Prozent der in Barnaul von Altay gefertigten Reifen unter dem eigenen Label „Forward“, erläutert Oleg Sidorenko, Direktor für Strategische Entwicklung, im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. „Wir wollen insgesamt auf gebrandete Produkte umstellen“, so Sidorenko, der weiß, dass dazu in der 1956 gegründeten Reifenfabrik etliche Investitionen notwendig sein werden. So oder so, wenn neue Dimensionen entwickelt werden und auf den Markt kommen, werden diese bereits mit dem Schriftzug „Forward“ versehen sein. Wie der Manager erläutert, soll auf diese Weise die Abkehr vom margen- und wachstumsschwachen C-Segment des russischen Reifenmarktes gelingen.

Während Barnaul bzw. heute Altay stets als Nutzfahrzeugreifenspezialist – das Sortiment wird dominiert von Lkw-, Landwirtschafts- und EM-Reifen – bekannt gewesen ist, bemühe man sich zunehmend auch um den Einstieg ins Pkw-Reifengeschäft. In diesem Zusammenhang sei man aktuell auf der Suche nach einem Offtake-Partner in China, der die Produktion von Forward-Pkw-Reifen für Altay übernehmen könnte. Auch wenn der nachhaltige Einstieg ins Pkw-Segment gelingen sollte, wolle man nicht vom Kerngeschäft mit Nutzfahrzeugreifen abweichen, erklärt der Direktor für Strategische Entwicklung. Auch in Zukunft werden Pkw-Reifen vermutlich nur rund zehn Prozent des Altay-Umsatzes ausmachen. Für das weitere Wachstum des Unternehmens wolle Altay künftig aber auch bei Partnern in China Lkw-Reifen fertigen lassen. Aber auch ein solches Abkommen sei derzeit noch nicht unterschriftsreif, erläutert der Manager weiter.

Im vergangenen Jahr fertigte der russische Reifenhersteller rund 1,5 Millionen Reifen und machte damit einen Umsatz von 130 Millionen US-Dollar. Während die Altay Tyre Plant hauptsächlich den lokalen Markt der GUS-Staaten beliefert, kümmere man sich mehr und mehr auch um den osteuropäischen Markt. Erst jüngst habe das Unternehmen mit Sitz in Sibirien einen Importeur für Ungarn und Tschechien benannt. Das Unternehmen Sinaopt Kft. von Oleg Kataev – ehemals Leiter der Exportabteilung von Sibur-Russian Tyres und auch Geschäftsführer der Anfang des Jahres geschlossenen Dependance des russischen Herstellers in Deutschland – führt allerdings ausschließlich die Landwirtschaftsreifen aus Barnaul auf seinen Märkten ein.

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