Altreifenrecyclinganlage von MeWa geht in Kasachstan in Betrieb

Kürzlich ist die erste Recyclinganlage für Altreifen in Kasachstan in Betrieb gegangen. Die MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH (Gechingen) hat die komplette Aufbereitungslinie schlüsselfertig in das zentralasiatische Land geliefert. Die Kazakhstan Rubber Recycling stellt künftig ein sortenreines Gummigranulat sowie ein aktives Feinmehl (ActiMeWa) für den Einsatz im Straßenbau her.

Weite Entfernungen sowie hohe Temperaturunterschiede zwischen Winter- und Sommermonaten bedeuten eine besondere Herausforderung für den Straßenbau in Kasachstan. Das aktive Feinmehl aus der Produktion der neuen Anlage kann künftig dem Bitumen beigemischt werden und damit die Qualität und Lebensdauer des Asphalts deutlich erhöhen.

Mit Beteiligung von Regierungsvertretern wurde der hochmoderne Betrieb in der Landeshauptstadt Astana eingeweiht. Die private Kazakhstan Rubber Recycling soll dort mit der Anlagentechnologie von MeWa etwa 11.000 Tonnen ausgedienter Lkw- und Pkw-Reifen pro Jahr aufbereiten.

Die kompletten Reifen mit einem Durchmesser bis zu 1,5 Metern werden zunächst einer MeWa-Rotorschere UC 150 zugeführt. Die Maschine stückelt die Pneus mit einem patentierten und verschleißarmen Schneidsystem zu etwa Handteller großen Shreds auf. Dabei sind Durchsätze bis zu sieben Tonnen pro Stunde möglich. Anschließend zerkleinert eine Granulierlinie von MeWa diese Shreds schrittweise auf eine Korngröße von etwa acht Millimetern. Nach jedem Arbeitsschritt trennen verschiedene Separiertechniken die in den Reifen enthaltenen Textilien, Steine sowie den Stahlcord ab.

Schneidmühlen, die in einen aufwändigen abschließenden Reinigungsprozess integriert sind, mahlen das Granulat zu Korngrößen von 0 bis 4 Millimetern weiter auf. MeWa hat diesen Prozessschritt in den vergangenen Jahren optimiert und bietet hier Granulate in bislang unerreichten Reinheiten an. Der Sekundärrohstoff ist am Ende der Bearbeitungskette zu 99,95 Gewichtsprozent von Stahl und Textilflusen befreit. Dieses Granulat wird zur Herstellung von Böden in Sportanlagen und Kinderspielplätzen, Gummimatten für Wohnbau und Landwirtschaft sowie für Formteilprodukte in Straße und Garten verwendet. Derzeit wird die Anlage noch um einen speziellen Feinmahlprozess erweitert. Eine von MeWa entwickelte Feinmahlstufe bereitet das Granulat dann zu ActiMeWa weiter auf. Das flexible Gummifeinmehl wird zukünftig im Straßenbau eingesetzt. Es gleicht nicht nur Temperaturunterschiede aus, das aktive Pulver dämpft zudem den Geräuschpegel der Fahrbahn deutlich besser ab und bietet auch bei Regen wesentlich mehr Haftung für die Fahrzeuge. Die erste Tranche der Anlage hatte sich bereits im Herbst 2008 per Schiene auf dem Weg nach Kasachstan begeben. Im Frühjahr 2009 folgte die Granulatreinigungseinheit nach. Um einen reibungslosen und effizienten Anlagenbau in Kasachstan gewährleisten zu können, wurde erstmals bei diesem Auftrag der gesamte Stahlbau samt integrierter Maschinentechnologie komplett am MeWa-Standort Gechingen vormontiert und dann in genormte Frachtcontainer verladen. Wie ein Baukasten konnten die Module dann vor Ort wieder Stück für Stück zusammengesetzt werden.

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