Studie belegt Mehraufwand beim Reifenservice an Pkw mit RDKS

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Seit 1. November vergangenen Jahres muss in ab diesem Stichtag neu Pkw Fahrzeugen ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verbaut sein und ab 1. November 2014 dann in allen neu zugelassenen. Vor diesem Hintergrund treibt Branche die Frage um, Opens external link in new windowwelche Folgen die im Zuge dessen zu erwartende steigende Verbreitung solcher Systeme auf den Reifenservice haben wird – insbesondere in dem Fall, dass Fahrzeuge mit einem direkt messenden, also auf Sensoren in den Reifen beruhenden RDKS ausgestattet sind. Deswegen hat der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) die Durchführung von REFA-Studien – das Kürzel geht auf den 1924 in Berlin gegründeten „Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung“ zurück und wird bis heute aufgrund seines Bekanntheitsgrades als Markenname fortgeführt – zur wissenschaftlichen Erfassung des zeitlichen Mehraufwandes im Reifenservice durch das Handling direkter RDKS (auch im Vergleich der einzelnen Systeme) angestoßen. Erste Zwischenergebnisse wurden gestern im Rahmen des von Rema Tip Top alljährlich veranstalteten „Round Table Reifentechnik“ vorgestellt. Entsprechende praxisnahe Messungen an diversen, mit unterschiedlichen direkten RDKS ausgestatteten Fahrzeugen belegen nun tatsächlich einen erhöhten Zeitaufwand.

Je nach genauem Arbeitsumfang beziffert Werner Leisemann vom Ingenieurbüro für Betriebsorganisation Dr. Evelin Schütte das Plus nach ersten Auswertungen mit irgendwo zwischen rund 17 und fast 27 Minuten. „Mit Blick auf den Reifenservice an einem Fahrzeug ohne direktes RDKS, für den man im Mittel wohl so etwa 30 Minuten veranschlagen kann, entspricht dies also beinahe einer Verdoppelung“, so Leisemann. Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV), sieht darin gleichwohl nach wie vor keinen Grund, dass der Reifenfachhandel in allzu hektische Betriebsamkeit verfallen müsste. „Derzeit sind allenfalls zwei Prozent des Fahrzeugbestandes in Deutschland mit einem direkten RDKS ausgestattet“, schätzt er. Und selbst wenn man einmal annähme, dass von den alljährlich etwa rund drei Millionen hierzulande neu zugelassenen Pkw zukünftig 70 Prozent mit einem solchen sensorbasierten System ausgerüstet wären, dann stiege die Quote nach BRV-Berechnungen bis 2020 bis auf etwa 30 Prozent. Nichtsdestoweniger sieht Drechsler aber „für den Reifenfachhandel die dringende Notwendigkeit, sich schon heute mit den kommenden Anforderungen auseinanderzusetzen, das Personal entsprechend zu schulen und sich gegebenenfalls investitionsseitig“ auf eine steigende Verbreitung von Fahrzeugen mit direktem RDKS vorzubereiten. christian.marx@reifenpresse.de

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