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Finanzkreise sehen Continental-Reifensparte vor Abspaltung – Stellungnahme

Nachdem gestern erneut Meldungen im Markt die Runde machten, wonach die Continental AG womöglich über eine Aufspaltung in Eigenregie nachdenke, sah sich der Konzern gestern Abend kurz vor einem Webcast zu den „Eckdaten 2017“ mit Analysten und Investoren offensichtlich veranlasst, eine „Stellungnahme zu Medienberichten über eine mögliche Organisationsänderung“ abzugeben. Unterdessen kursieren weitergehende Gerüchte, wonach die ertragsstarke Reifensparte ausgegliedert werden könnte.

Hatte es zuvor noch in Hannover geheißen, es handele sich bei den ursprünglichen Berichten um Spekulationen, heißt es nun: „Wir bestätigen Medienberichte, dass wir uns in einem frühen Analysestadium befinden und Szenarien durchspielen mit dem Ziel, unsere Organisation noch flexibler auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie auszurichten. Dabei werden wir von externer Seite unterstützt. Ob und welche Änderungen sich aus diesen Analysen und Szenarien ergeben, ist zum heutigen Zeitpunkt noch völlig offen. Von daher liegen auch keine beschlussfähigen Pläne vor.“

Unterdessen gab Finanzvorstand Wolfgang Schäfer gegenüber dem Handelsblatt zu Protokoll, man wolle voraussichtlich bis zur Jahresmitte über einen möglichen Umbau entscheiden, ergänzte aber unterdessen auch, man könnte bis dahin auch feststellen, „dass wir nichts machen müssen“. Die Automobilindustrie stehe unter einem immensen Veränderungsdruck, getrieben durch Megatrends wie Autonomes Fahren, Digitalisierung und Elektromobilität. Vor diesem Hintergrund müsse sich Continental in Zukunft flexibler positionieren. Der Vorstand habe Schäfer zufolge aber heute noch kein klares Bild davon, wie sich der Konzern zukünftig positionieren müsse.

Unterdessen berichtet das Handelsblatt, in „Finanzkreisen“ sehe man insbesondere die überaus erfolgreiche Reifensparte als Konzernteil für eine mögliche Abspaltung. Eine dann eigenständige Reifen-Continental könnte an die Börse gebracht werden; „gerade bei einer eigenständigen Börsennotiz der Reifensparte lasse sich eine deutlich höhere Bewertung erzielen als beim Konzern insgesamt, da innerhalb der Bereiche auch keine hohen Synergien zu erzielen seien“, schreibt das Handelsblatt weiter. Als mögliches Beispiel dafür könnte der Pirelli-Börsengang im Oktober fungieren. Kam die Pirelli-Aktie kursseitig zunächst kaum vom Fleck und verharrte nahe des Ausgabepreises von 6,50 Euro, liegt sie inzwischen bei knapp acht Euro. Eine ähnliche Wertsteigerung könnte man sich auch für eine Reifen-Continental erhoffen, so offenbar die Logik hinter entsprechenden Erwägungen. Allerdings weist man in Hannover solche Gedankenspiele offiziell von sich; die überaus ertragsstarke Reifensparte sorge konzernintern für einen Ausgleich, wirke als Puffer. „Deshalb habe im Moment niemand die Absicht, den Reifenbereich aus dem Conti-Konzern herauszulösen“, beruft sich das Handelsblatt auf „Unternehmenskreise“. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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