Erneut DUH-Schuss auf Reifen in Sachen „falsche Spritverbrauchsangaben“

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schießt erneut in Richtung Automobilindustrie, wobei es diesmal nicht direkt um den Vorwurf von Abgasmanipulationen wie beim sogenannten „Dieselgate“ geht, sondern darum, dass die Fahrzeughersteller über „falsche Spritverbrauchsangaben“ Verbraucher hinsichtlich des Kraftstoffkonsums ihrer Modelle täuschen.

Als Beleg dafür werden Untersuchungen des als unabhängige Forschungsorganisation bezeichneten International Council on Clean Transportation (ICCT) herangezogen, wonach die Abweichungen zwischen den offiziellen Herstellerangaben und dem Realverbrauch in den zurückliegenden 15 Jahren von nach DUH-Angaben zunächst zehn auf bis 2016 nunmehr knapp über 42 Prozent angestiegen sein sollen. Die zu niedrig angegebenen Normverbräuche ermittelten die Autobauer – heißt es weiter – „mithilfe zahlreicher technischer Tricks bis hin zu rechtswidrigen Manipulationen“. In diesem Zusammenhang wird nicht zuletzt einmal mehr auf die Bereifung als eines der Einfallstore beim Schönen der Verbrauchstests verwiesen. Zumal dabei laut dem früher in Diensten des Umweltbundesamtes (UBA) stehenden, jetzt für das ICCT tätigen und vom DUH als „internationaler Verkehrsexperte“ titulierten Axel Friedrich „besonders rollwiderstandsarme, mit stark erhöhtem Luftdruck befüllte Spezialreifen eingesetzt“ würden. Ohne behördliche Nachmessungen befürchtet die DUH, dass es auch mit dem neuen, seit diesem September für die Zulassung neuer Fahrzeugtypen und ab September kommenden Jahres dann für alle in der EU neu zugelassenen Pkw geltenden Prüfzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) weiterhin zu entsprechenden Manipulationen kommen könnte.

Die WLTP-Einführung könne zwar einige der gängigen Tricksereien verhindern, jedoch würden im Laufe der Zeit dann neue Schlupflöcher ausgenutzt, wird argumentiert. „Auch mit der Einführung der WLTP ist langfristig nicht mit einer ausreichenden Korrektur der Werte zu rechnen. Jetzt muss schnellstmöglich sichergestellt werden, dass die Angaben der Hersteller von einer unabhängigen Stelle überprüft werden. Ansonsten gehen die Manipulationen und der seit Jahren anhaltende Betrug der Autoindustrie am Kunden und am Staat weiter“, so Barbara Metz als stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Umwelthilfe. Insofern wird die neue Regierung aufgefordert, nach ihrer Bildung umgehend ein „Acht-Punkte-Sofortprogramm für ehrliche Spritangaben“ auf den Weg zu bringen. Als wichtigste Elemente dabei sind vor allem eine effektive Marktüberwachung sowie die „Sanktionierung von betrügerischen Praktiken“ enthalten. Gerufen wird insofern nach der Einrichtung einer von der Automobilindustrie und von den Zulassungsbehörden unabhängigen amtlichen Stelle zur Überprüfung der offiziellen Verbrauchswerte zufällig ausgewählter Serienfahrzeuge sowie der vom Hersteller für die Labormessung vorgegebenen Parameter wie zum Beispiel eben dem Rollwiderstand der Reifen. cm

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