Pirelli-Tochter Pneumobil verkauft ihre Runderneuerung in Hattingen

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Die Pneumobil Reifen und Kfz-Technik GmbH verkauft ihre Runderneuerung. Wie Pneumobil-Geschäftsführer Christian Mühlhäuser auf Anfrage der NEUE REIFENZEITUNG bestätigt, werde der Verkauf der Produktionsstätte in Hattingen bei Essen – der einzigen der Reifenhandelskette aus dem Pirelli-Konzern – zum 15. November vollzogen. Der Käufer? Ein langjähriger Partner der Pirelli-Handelskette.

Unterdessen wolle die Pirelli-Tochter aber auch weiterhin Runderneuerungsprodukte über ihr Netzwerk aus fast 80 Pneumobil-Filiale vertreiben, produziert dann unter anderem eben von Reifen Müller in Hattingen. Dass runderneuerte Reifen für Pneumobil in Zukunft eine andere, eine vielleicht geringere Bedeutung haben könnten, sieht Mühlhäuser nicht: „Die Runderneuerung bleibt in vollem Umfang eine wichtige Komponente unseres Angebots. Die Segmente traditionelle Runderneuerung, Ringtread und Heißrunderneuerung sind und bleiben ein fester Bestandteil unseres Angebots für unsere Kunden im Lkw-Bereich.“

Die Frage nach den strategischen Hintergründen des Verkaufs der Produktionsstätte in Hattingen, wo jährlich rund 18.000 Reifen in 17,5, 19,5 und 22,5 Zoll runderneuert werden, beantwortete Christian Mühlhäuser wie folgt: „Das Runderneuerungsunternehmen der Pneumobil Reifen und Kfz-Technik GmbH war seit Jahren eine feste Größe im Markt und ist für die Zukunft gut aufgestellt. Das blieb Wettbewerbern nicht verborgen, auch dank der positiven Berichterstattung in den Fachmedien. Entsprechend bekundeten bereits in der Vergangenheit immer wieder Marktteilnehmer ihr Interesse an dem Unternehmen. Aufgrund strategischer Überlegungen haben wir uns nun entschlossen, das Angebot der Reifen-Müller GmbH & Co. Runderneuerungswerk KG anzunehmen. Ein Unternehmen, mit dem wir bereits lange eng zusammenarbeiten. Daher freuen wir uns, dass mit Reifen Müller ein sehr renommiertes und kompetentes Unternehmen die Geschäfte erfolgreich fortführen wird.“

Uwe Müller, Geschäftsführer der Reifen-Müller GmbH & Co. Runderneuerungswerk KG – einer der größten Runderneuerer Deutschlands mit einer Jahresproduktion von rund 80.000 Runderneuerten –, betonte seinerseits, beide Unternehmen pflegten bereits seit Langem enge Beziehungen; dies solle auch so bleiben. Konkrete Pläne zur Zukunft des Produktionsstandorts in Hattingen, wo Pneumobil außerdem eine seiner Filialen betreibt, die allerdings nicht verkauft wurde, mochte Uwe Müller noch nicht nennen; man wolle zunächst die Entwicklungen während der Übergangsphase abwarten, bevor entsprechende Entscheidung getroffen werden können.

Reifen Müller wolle seine neue, dann zweite Produktionsstätte aber in jedem Fall in die eigene Logistik einbeziehen, unterstricht Uwe Müller. Der Runderneuerer, Reifengroßhändler und Filialist aus Hammelburg betreibt seit März 2015 im sauerländischen Meschede ein Außenlager. Auch von dort sollen künftig in Hattingen produzierte Kaltrunderneuerte an Reifen-Müller-Kunden ausgeliefert werden.

Produktionsseitig verbindet beide Unternehmen eine ähnliche Ausrichtung: Sowohl Pneumobil in Hattingen als auch Reifen Müller in Hammelburg setzen stark auf die Kaltrunderneuerung mit Marangoni-Ringtread-Ringlaufstreifen und das dafür entsprechend notwendige Equipment. Wie die NEUE REIFENZEITUNG im Juni in ihrer Runderneuerungsbeilage Retreading Special berichtete, hatte Pneumobil die Produktion in Hattingen zuletzt umfassend modernisiert und weiter auf das Marangoni-System ausgerichtet. Man sei mit der Produktionsstätte „auf dem Stand der Technik und außerdem kapazitätsseitig gut ausgestattet“, so Christian Mühlhäuser damals im Gespräch mit dieser Zeitschrift.

Zum Verkaufspreis mochte im Übrigen keine der beteiligten Seiten eine Aussage machen. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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