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Ende der Monokultur: MO-Motorradreifentest erschienen

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Anders als vor allem im Segment Pkw-Reifen, wo zahlreiche Automobilmagazine oder Organisationen regelmäßig entsprechende Produktvergleiche vornehmen, herrschte in den zurückliegenden Jahren in Sachen Motorradreifen mehr oder weniger Monokultur vor. Soll heißen: Einzig die im Motorpresse-Verlag erscheinenden Titel Motorrad und PS sind zuletzt beständig am Thema Motorradreifentests drangeblieben, wobei die Messungen freilich jeweils dieselben sind, aber die letztlich publizierten Ergebnisse aufgrund einer unterschiedlichen Schwerpunktsetzung in Abhängigkeit von der Grundausrichtung der Blätter zumindest zum Teil differieren. Aktuell legt nun jedoch die Zeitschrift MO mal wieder einen Produktvergleich vor, bei dem insgesamt sechs eher sportliche Gummis ihre Qualitäten über je 1.000 Kilometer auf der Landstraße und der Rennstrecke unter Beweis stellen mussten.

Wer nun aber die sonst dabei üblichen Punktetabellen als Ergebnis erwartet, wird allerdings ein wenig enttäuscht sein. Dafür aber werden zwei der Reifenpaarungen – Dunlops „SportSmart² Max“ und Metzelers „Sportec M7 RR“ – mit dem Prädikat „MO-Tipp“ belohnt und damit quasi als gemeinsame Testsieger gekürt. Augenscheinlich haben die beiden also ihre Sache bei dem Test zumindest ein wenig besser gemacht als die ansonsten noch ebenfalls jeweils in den Größen 120/70 ZR17 am Vorder- sowie 190/50 ZR17 am Hinterrad angetretenen Kandidaten Avon „3D Ultra Sport“, Bridgestone „Battlax Hypersport S21“, Michelin „Power RS“ sowie Pirelli „Diablo Rosso III“.

Das Dunlop-Modell wird von den Testern dabei letztlich charakterisiert als „sportlicher Reifen für sportliche Fahrer, der lediglich bei Nässe etwas Selbstdisziplin fordert“. In Bezug auf Laufleistung, Handling und Grip auf Landstraße und Rennstrecke wird er als maßgeblich tonangebend beschrieben. Und der Metzeler-Reifen soll dank einer „breit aufgestellten Mischung für die Kurvenhatz auf der Landstraße“ positiv aufgefallen sein und sei – heißt es weiter – „erste Wahl für Fahrdynamiker, die auf aktiv-feinsinnige Interaktionen mit ihrem Reifen stehen und ihre Maschine auch bei Regen bewegen“. Auf nassem Terrain hat sich offenbar auch Avons „3D Ultra Sport“ keine Blöße gegeben, der ansonsten eher als stabiler Allrounder denn als „sportlicher Schrittmacher für unhandliche Motorräder“ zu gefallen wusste. Jedenfalls ist er an der Testmaschine – einer 2017er Honda Fireblade – demnach als „frei von nervigen Eigenschaften“ und mit einem durchweg neutralen Fahrverhalten positiv aufgefallen.

Gleichwohl soll sich Bridgestones „Battlax S21“ MO zufolge „dicht“ hinter dem Metzeler-Reifen und damit dem Duo an der Spitze eingereiht haben: Er wird jedenfalls als Topreifen bezeichnet, während Michelin „Power RS“ demgegenüber die „Holzmedaille“ verliehen wird. Er sei zwar ein bei Trockenheit viel Komfort und Grip bietender veritabler Landstraßenreifen, doch gelte es, Nässe mit ihm zu vermeiden. „Auch in Sachen Verschleiß macht der ‚RS‘ schnell die Grätsche“, urteilen die Tester über den Michelin-Reifen. Wie das Avon-Modell irgendwo im Mittelfeld scheint bei alldem der „Diablo Rosso III“ ins Ziel gekommen zu sein. Zumal er als „sportlicher Alleskönner“ tituliert wird, der auf Landstraße, Rennstrecke und bei Regen „ein ausgesprochen gutes Fahrgefühl“ biete und zugleich noch den Geldbeutel dank des geringsten Verschleißes aller Probanden. christian.marx@reifenpresse.de

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