Wandel im Handel: First Stop Deutschland seit heute Teil des Pneuhage-Universums

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Seit heute wird die deutsche First-Stop-Organisation offiziell durch die im vergangenen Jahr gegründete Pneuhage Partners Group (PPG) geführt. Auch wenn Beobachter mit dem Übergang von Bridgestone zur Pneuhage-/Interpneu-Unternehmensgruppe zum lange anvisierten Stichtag heute schon große juristische oder gar operative Veränderungen erwarten, finden diese zunächst so nicht statt, was wiederum dem Ansatz der Karlsruher entspricht: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Dennoch können Peter Schütterle als geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe und der designierte neue First-Stop-Geschäftsführer Rolf Hosefelder per heute immerhin rund 400 neue Mitarbeiter in 47 First-Stop-eigenen Filialen sowie in der Zentrale in Bad Homburg in ihrer Organisation begrüßen. Während man bei Pneuhage die weiteren Schritte in Ruhe plant, betont Peter Deubzer im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG noch einmal, der Wechsel zu Pneuhage sei „das Beste, was den First-Stop-Partnern passieren konnte“. Gleichzeitig mahnt der Vorsitzende des First-Stop-Händlerbeirates allerdings auch an, dass sich der Kontakt zu den Karlsruhern in Zukunft unbedingt intensivieren müsse; vor und seit der First-Stop-Tagung in Neuss Anfang Februar, wo sich Pneuhage entsprechend präsentierte, habe es jedenfalls „von dort rein gar nichts gegeben“, moniert er.

Nachdem im vergangenen Sommer die Pneuhage Partners Group gegründet wurde, stand recht bald schon das Ziel fest: Ab dem 1. Juni 2017 sollte die deutsche First-Stop-Organisation mit ihren 47 sogenannten Regiebetrieben und 140 Partnern (diese betreiben 155 Standorte in Deutschland) von dem neuen Gemeinschaftsunternehmen geführt werden, an dem Pneuhage 75 und Bridgestone 25 Prozent hält. Dieses Ziel haben die Partner erreicht, wie sie dazu gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG nun bestätigen.

Rolf Hosefelder ist designierter Geschäftsführer der deutschen First Stop Reifen Auto Service GmbH; wann er diese Funktion offiziell übernimmt, ist noch nicht klar, aber seit Ende April trägt er in der First-Stop-Zentrale in Bad Homburg bereits operative Verantwortung

Rolf Hosefelder ist designierter Geschäftsführer der deutschen First Stop Reifen Auto Service GmbH; wann er diese Funktion offiziell übernimmt, ist noch nicht klar, aber seit Ende April trägt er in der First-Stop-Zentrale in Bad Homburg bereits operative Verantwortung

Peter Schütterle sieht den Stichtag 1. Juni dabei allerdings eher als von symbolischer Natur. Wie er gegenüber dieser Zeitschrift betont, liefen viele Arbeiten bereits und dauerten auch noch an. „Für mich persönlich ist dieser Termin aber ein Anlass, mich bei den Mitarbeitern und Partnern von Bridgestone und First Stop für die Unterstützung des Joint Ventures und das bisherige Vertrauen in unsere Führung zu bedanken. Wir fühlen uns willkommen und freuen uns darauf, gemeinsam die Marke zu stärken und profitabel zu wachsen.“ Konkrete Veränderungen für die Partner und die Mitarbeiter in der First-Stop-Organisation sollten folglich per heute nicht erwartet werden. Darin können alle Beteiligten auch den Willen der Karlsruher Unternehmensgruppe erkennen, ein neues Management nicht anhand von Brüchen erkennbar zu machen, sondern anhand einer perspektivischen Entwicklung.

Dennoch, bereits in den vergangenen Wochen wurden auch für Außenstehende erste Veränderungen erkennbar. So konnte Rolf Hosefelder – von Pneuhage Anfang dieses Jahres als zukünftiger First-Stop-Geschäftsführer benannt – bereits frühzeitig in der First-Stop-Zentrale in Bad Homburg operative Verantwortung übernehmen, und zwar per Ende April. Wann Hosefelder nun auch formell die Geschäftsführung bei First Stop wie geplant übernimmt, ist noch nicht entschieden. Daniel Giroud jedenfalls ist schon nicht mehr First-Stop-Geschäftsführer; das Impressum der First-Stop-Internetseite führt nur noch Pat Curran als Geschäftsführer auf. Klar ist aber, man wird sich in Karlsruhe mit der Eintragung Hosefelders als neuer First-Stop-Geschäftsführer nicht allzuviel Zeit lassen wollen, muss die Pneuhage Partners Group doch ‚vor Ort‘ – also direkt in der First-Stop-Organisation – ein schlagkräftiges und entscheidungsfähiges Team haben. Die Eintragung als Geschäftsführer sei folglich auch bereits in Vorbereitung, wird dazu in Karlsruhe bestätigt. Dass es zukünftig weitere Geschäftsführer neben Hosefelder geben könnte, eventuell sogar von Bridgestone entsandt, ist in Karlsruhe derzeit kein Thema. Auch bei der Pneuhage Partners Group werde sich im Zuge der aktuellen Veränderungen nichts an der bestehenden Geschäftsführung durch Erwin Schwab und Dr. Wolfgang Koppert ändern.

Ebenfalls will die Pneuhage-Unternehmensgruppe in Bezug auf die First-Stop-Zentrale vorerst auf Kontinuität setzen. Auch wenn man bereits verschiedene Optionen für einen Umzug in Erwägung gezogen hat, so sei noch keine diesbezügliche Entscheidung getroffen worden, heißt es dazu weiter aus Karlsruhe. Es sei allerdings weiterhin der Plan, auch zukünftig die First-Stop-Zentrale im Frankfurter Raum zu haben; ein etwaiger Umzug nach Karlsruhe ist demnach vorerst wohl kein Thema, sehr zur Beruhigung der verbleibenden Zentralenmitarbeiter.

Auch für die 140 deutschen First-Stop-Partner ist das Datum 1. Juni eher symbolischer Natur und komme ohne konkrete Änderungen daher. Die Betreuung des Partnersystems durch die Zentrale erfolge auch zukünftig wie gewohnt durch das Team um Niko Heib, der die Funktion zum 1. April von Thies A. Völke übernommen hat. Dem Vernehmen nach wolle Hosefelder aber einen engen Austausch mit den Partnern und dem Händlerbeirat pflegen und fordere diese dazu auf, sich zukünftig aktiv in die Entwicklung ihrer Organisation einzubringen.

Auch an der First-Stop-Einkaufsplattform soll sich zum Stichtag zunächst nichts ändern. Der sogenannte „Partnereinkauf“ steht dem Vernehmen nach auch bei den Pneuhage-Verantwortlichen hoch im Kurs, sei sie doch mit ihrem Felgenberater und der Integration von Autoteilen – neben dem üblichen Angebot einer solchen Plattform – überaus leistungsfähig. Mit Sicherheit werde aber Interpneu, der Großhandel aus der Pneuhage-Unternehmensgruppe in Zukunft eine stärkere Rolle im „Partnereinkauf“ spielen wollen, steht zu erwarten. An der Gestaltung von Maßnahmen für den Ausbau des gemeinsamen Geschäftes werde jedenfalls bereits gearbeitet, heißt es dazu weiter aus Karlsruhe, und zwar etwa an speziellen Angeboten oder der Zusammenarbeit mit den Flottennetzwerken FleetPartner (Pkw) und Pneunet (Nfz). Zusammenfassend, die Definition der zukünftigen Struktur unter dem Dach der Pneuhage Partners Group, was die First-Stop-Organisation betrifft, ist derzeit noch im Werden.

Dass Pneuhage auf Gründlichkeit setzt, schätzt auch Peter Deubzer sehr. Der Vorsitzende des First-Stop-Händlerbeirates mahnt allerdings im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG an, dass ein Austausch mit den Partnern, so er denn von der neuen First-Stop-Leitung gewünscht werde, schon durchaus hätte beginnen können. Mit Ausnahme der First-Stop-Tagung in Neuss Anfang Februar habe er im Prinzip keinen intensiven, formellen Kontakt zu den Verantwortlichen in Karlsruhe gehabt und sei davon „etwas enttäuscht“ gewesen. „Ich hoffe, dass Pneuhage sich jetzt mal zeigt bei den First-Stop-Partnern.“ Dennoch freue er sich auf die zukünftige Zusammenarbeit und ist der Ansicht, der Wechsel sei „das Beste, was den First-Stop-Partnern passieren konnte“. Gleichzeitig mahnt Deubzer, eine zukünftige Einflussnahme auf die Geschicke von First Stop in Deutschland durch Bridgestone müsse minimiert werden, weswegen er in jedem Fall auch den Wegzug der Zentrale aus Bad Homburg – dem Deutschland-Sitz des japanischen Herstellers – fordert. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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