RDKS: Wichtige Tipps zum anstehenden Reifenwechsel

 

Seit Reifendruckkontrollsensoren (RDKS) bei Neuwagen Pflicht sind, stehen Werkstätten beim anstehenden Reifenservice vor neuen Herausforderungen. Damit bei der Montage und beim Anlernen der Sensoren alles reibungslos läuft, geben die Experten von Continental Tipps:

Tipp 1: Nur Ersatzteile in OE-Qualität verbauen

„Wir empfehlen Werkstätten, grundsätzlich nur Service-Teile in OE-Qualität zu verwenden“, betont Harald Braunberger, Leiter Produktmanagement RDKS bei Continental. „Bei Komponenten, die nach Standards von Fahrzeugherstellern gefertigt wurden, stimmt einfach die Qualität.“ Ein Beispiel sei die Korrosionsbeständigkeit von Ersatzteilen in OE-Qualität. Schließlich sind gerade Ventilsensoren ganzjährig der Witterung ausgesetzt. Daher dürfen ausschließlich vernickelte Ventileinsätze verbaut werden. Ebenso sind nur Ventilkappen aus Plastik zu verwenden. „Außerdem ist die Passgenauigkeit von Komponenten in OE-Qualität einfach perfekt“, sagt Braunberger. Nachgebaute Teile könnten im Design minimal abweichen. Bei den enormen Kräften, die bei hohen Geschwindigkeiten auf einen Sensor einwirkten, könne dieser beschädigt werden, wenn er nicht optimal passe. Das gefährde auch die Fahrsicherheit.

Tipp 2: Die Felgenkompatibilität des Sensors prüfen 

„Vor der Montage muss die Werkstatt unbedingt sicherstellen, dass der Reifendruckkontrollsensor mit der Felge kompatibel ist. Nur dann kann er korrekt und sicher verbaut werden“, hebt Braunberger hervor. Wenn zum Beispiel das Felgenlochmaß nicht zu dem Design des Sensordichtrings und der Überwurfmutter passt, kann es zu Undichtigkeiten kommen. Der RDKS-Experte rät Verkäufern und Werkstatttechnikern daher, vor einer Montage die Kompatibilität mit einem Sensor bei den Felgenherstellern abzufragen. Sie führen in der Regel entsprechende Listen, die sie Werkstätten zur Verfügung stellen.

Tipp 3: Hinweise in der Montageanleitung beachten

Vor einer Montage sollten Werkstatttechniker, die mit dem Sensortyp noch nicht umfänglich vertraut sind, unbedingt die Montageanleitung des Herstellers lesen. „Bei Sensoren von Continental liegt die Montageanleitung immer dabei“, sagt Braunberger. Sie fasst alle wichtigen Informationen zum korrekten Einbau des Sensors kompakt auf einer Seite zusammen. „Bei unserem VDO Sensor TG1D zum Beispiel ist es wichtig, das Gummiventil zunächst korrekt durch das Felgenloch zu ziehen. Erst danach wird der Sensorkörper auf den Metallpin des Gummiventils aufgeschoben und eingeklipst“, erklärt der Fachmann. Damit der TG1D korrekt montiert wird, liefert Continental Ventil und Sensorkörper bei diesem Typ immer demontiert in der Verpackung.

Bei der Montage anderer Sensoren gilt es wiederum andere Hinweise zu beachten. „Bei den in die Felgen eingeschraubten Sensoren, sogenannten ‚Clamp-in-Modellen‘, müssen Werkstatttechniker zum Beispiel unbedingt einen Ventileindreher mit Drehmomentbegrenzung verwenden“, erklärt Braunberger. Denn ein Überdrehen beschädigt das Ventil und die Überwurfmutter. Braunberger resümiert: „Wer Sensoren korrekt und sicher montieren möchte, sollte sich also zwingend mit den beigelegten Montageanleitungen vertraut machen.“

Tipp 4: Beim Anlernen ein hochwertiges RDKS-Gerät verwenden

Da jedes Fahrzeug mit einer anderen Elektronik ausgestattet ist, kann der Anlernvorgang von Reifendruckkontrollsensoren von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich sein. „Werkstatttechniker müssen die Vorgaben der Hersteller befolgen. Ein Servicegerät wie TPMS Pro von VDO entlastet den Techniker dabei enorm, denn es führt ihn sicher durch den Anlernvorgang“, weiß Braunberger. Das handliche Gerät verfügt über eine OBD II-Schnittstelle, über die Reifendruckkontrollsensoren an die Fahrzeugelektronik angelernt werden können. Auch der RDKS-Fehlerspeicher lässt sich auslesen und löschen. Darüber hinaus enthält das TPMS Pro eine umfangreiche Datenbank mit zahlreichen Informationen über Reifendruckkontrollsensoren wie Ersatzteilnummern oder Drehmomente.

Tipp 5: pH-Wert bei der Reinigung beachten!

Für die Reinigung von Rädern mit RDKS-Sensoren vor ihrer Einlagerung gilt: Nur Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von vier bis neun verwenden. „Mittel mit einem zu hohen Säure- oder Basengehalt greifen das Material der Sensoren an“, erläutert Braunberger. „Das kann die Sensoren beschädigen und nach kürzester Zeit für unangenehme Überraschungen bei den Kunden sorgen.“

Tipp 6: Fortbildung ist auch im Bereich RDKS das A und O

Elektronik und Sensorik gewinnen im vernetzten Fahrzeug weiter an Bedeutung. Allein die Zahl der Sensoren wird sich bis 2020 verdoppeln. „Sich regelmäßig fortzubilden ist für Werkstätten ein Muss, damit sie ihre Kunden auch im Bereich RDKS sehr gut beraten und das Umsatzpotential voll ausschöpfen können“, betont Braunberger. Continental bietet im Rahmen seiner Aftermarket-Trainings verschiedene RDKS-Schulungen an, darunter eine grundsätzliche Information als Einstieg in das Thema und ein Praxistraining, das auch die Auswahl und Montage von Sensoren abdeckt.

Mit dem neuen Online-Portal der Aftermarket TrainingsCenter morecontinental.com sind die Anmeldung und Verwaltung von Kursen erstmals auch zeitsparend per Mausklick möglich.

Tipp 7: Auf das Gesamtpaket kommt es an!

„Bei der Wahl des Herstellers von RDKS-Sensoren sollten Werkstätten nicht nur nach dem Preis gehen“, rät Braunberger. Wichtig sei auch der Service, der rund um das Produkt angeboten wird. Und der kann sehr unterschiedlich ausfallen. Sind Werkzeuge für die einfache und fachgerechte Montage verfügbar und gibt es einen Ansprechpartner, der bei Fragen schnell und zuverlässig weiterhilft? „Eine Servicehotline, wie VDO sie eingerichtet hat, gibt Werkstätten die benötigte Sicherheit“, sagt Braunberger.  cs

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