Reifen John gibt Runderneuerung auf – Keine Hoffnung auf Markterholung

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Reifen John wird die Produktion von runderneuerten Lkw-Reifen per Ende März einstellen. Wie Thomas Hammerschmidt, Geschäftführer der Reifen-John GmbH & Co. KG gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG erklärte, habe man nicht mehr damit rechnen können, dass der Markt sich mittelfristig und vor allem nachhaltig dreht und damit Runderneuerer mit ihren Produkte im Wettbewerb mit Neureifen aus Fernost wieder besser dastehen könnten. Von der jetzt angekündigten Schließung betroffen sein werden 15 Mitarbeiter. Gleichzeitig verliert Michelin auch einen namhaften Recamic-Partner. Da Reifen John aber auch in Zukunft runderneuerte Lkw-Reifen vermarkten will, wird das Unternehmen bei einem oder mehreren Produzenten in Zukunft wohl den Status eines besonderen Key-Account-Kunden erhalten, wurden in Freilassing doch jährlich immerhin 20.000 Reifen produziert. Wie erklären die Reifen-John-Verantwortlichen die Entscheidung?

Der Beschluss, die Heiß- und Kaltrunderneuerung im Standort im bayerischen Freilassing zum 31. März zu schließen, sei „aufgrund der aktuellen Marktlage“ gefallen, heißt es dazu aus der Reifen-John-Zentrale in Salzburg. Der in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger gewordene Absatz von runderneuerten Lkw-Reifen und der im Reifenhandel anhaltende Preiskampf zwischen günstigen Runderneuerungsprodukten und sehr billigen Neureifen verschiedener Hersteller hätten das Familienunternehmen zu diesem Schritt bewogen.

Geschäftsführer Thomas Hammerschmid zu den Beweggründen der Entscheidung: „Für Reifen John, ebenso wie für alle anderen kleinen und mittelgroßen herstellerunabhängigen Runderneuerer, ist es angesichts steigender Produktionsstückkosten durch die fallende Marktnachfrage zusehends schwieriger bzw. unmöglich geworden, mit dem Verkauf runderneuerter Lkw-Reifen ein positives Ergebnis zu erzielen.“ Wie Hammerschmid weiter gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG erläuterte, habe man trotz De-minimis-Förderung und wieder anziehender Rohstoffpreise, was sich einer allgemeinen Marktmechanik folgend positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit runderneuerter Reifen auswirkt, nicht mehr darauf hoffen können, dass der Markt sich mittelfristig und vor allem nachhaltig dreht und damit Runderneuerer mit ihren Produkte im Wettbewerb mit Neureifen aus Fernost wieder besser dastehen könnten. Folglich sei die Entscheidung zur Stilllegung der Runderneuerung in Freilassung unumgänglich gewesen.

Peter John, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, betont darüber hinaus: „Nach langer, eingehender Analyse der Marktsituation und der Zukunftsaussichten sowie reiflicher Überlegung, haben wir uns daher dazu entschieden, die Produktion runderneuerter Reifen einzustellen und unser Runderneuerungswerk in Freilassing ersatzlos zu schließen. Wir bedauern diesen Schritt setzen zu müssen, um der Realität des Marktes Rechnung zu tragen.“ Von diesem Schritt betroffen sein werden 15 Mitarbeiter, für die es im Unternehmen keine Anschlussverwendung geben werde, wie Thomas Hammerschmid erläutert.

Reifen John hatte zuletzt in Freilassung in seiner Runderneuerung rund 20.000 Lkw-Reifen produziert. Das Unternehmen hat einerseits Reifen im Heißverfahren produziert und diese unter dem Markennamen „RJ“ vertrieben und ist außerdem außerdem Recamic-Kaltrunderneuerungspartner von Michelin. Die Produktion teilte sich je zur Hälfte in Heiß- und in Kaltrunderneuerung auf. Vertrieben werden bzw. wurden die Reifen nahezu ausschließlich über die 33 eigenen Reifen-John-Filialen in Österreich und in Bayern, wobei der Hauptteil der Produktion schon über die 22 Filialen in Österreich abgesetzt wurde, so Hammerschmid. Auch zukünftig wolle Reifen John in seinen Filialen natürlich runderneuerte Lkw-Reifen vermarkten, so der Geschäftsführer weiter. Woher diese dann stammen werden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen; man sei aber bereits in Verhandlungen mit entsprechenden Produzenten. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr sein 90-jähriges Jubiläum feierte, beschäftigt insgesamt rund 350 Mitarbeiter. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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