TA Tyre Alliance wird „strategischer Distributionspartner“ für Giti-Reifen – Keine Exklusivität

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Nachdem die TA Tyre Alliance nun ihre Gründungsphase hinter sich gebracht und vor allem konkrete Konzepte und Ziele formuliert hat, haben die fünf deutschen Großhändler, die sich zum Handelsverbund zusammengeschlossen haben, jetzt einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Wie es dazu heißt, sei die TA Tyre Alliance nun eine „strategische Distributionspartnerschaft“ mit der Giti Tire Deutschland GmbH eingegangen. Dabei wird es ausschließlich um die Vermarktung und den Vertrieb von Pkw-Reifen der neuen Giti-Tire-Reifenmarke Giti gehen, deren Einführung die hiesige Dependance des chinesischen Herstellers erst kürzlich angekündigt hatte und die ab dem kommenden Frühjahr im DACH-Markt verfügbar sein soll. Auch wenn es dabei nicht um eine exklusive Vertriebspartnerschaft zwischen den beteiligten Unternehmen geht, plane man dennoch eine auf lange Frist angelegte Zusammenarbeit.

Giti Tire Deutschland will die neue Reifenmarke Giti, die nun als Lkw- wie auch bald als Pkw-Reifen in Europa verfügbar ist, über eine qualitativ hochwertige Vermarktung in den Markt bringen und will sie außerdem ganz bewusst oberhalb der Marke GT Radial positionieren. Die Marke GT Radial, um Missverständnissen vorzubeugen, wird in Zukunft wie auch in der Vergangenheit exklusiv durch Reifen Gundlach vertrieben; für die Zusammenarbeit zwischen dem Großhändler aus dem Westerwald und Giti Tire Deutschland soll es durch die neue Partnerschaft mit TA Tyre Alliance keinerlei unmittelbare Folgewirkungen geben, so jedenfalls der Plan.

Die neuen Giti-Reifen – im Bild: der Giti Sport S1 und der Giti Synergy E1 – werden zwar nicht exklusiv von der TA Tyre Alliance vertrieben, dennoch spielt der im vergangenen Sommer gegründete Handelsverbund bei der Einführung der für Europa und für Deutschland neuen Reifenmarke eine zentrale Rolle

Die neuen Giti-Reifen – im Bild: der Giti Sport S1 und der Giti Synergy E1 – werden zwar nicht exklusiv von der TA Tyre Alliance vertrieben, dennoch spielt der im vergangenen Sommer gegründete Handelsverbund bei der Einführung der für Europa und für Deutschland neuen Reifenmarke eine zentrale Rolle

Während Giti Tire Deutschland die eigenen Vertriebs- und Marketingteams für den DACH-Markt in Zukunft weiter auf- und ausbauen will, um Handelspartner zu unterstützen und um den Eigenvertrieb voranzubringen, setzen die Verantwortlichen am deutschen Sitz von Giti Tire in Siegburg bei Bonn ganz bewusst auf eine entsprechende Zusammenarbeit mit starken regionalen Partnern: den fünf Gesellschaftern der TA Tyre Alliance, den Reifengroßhändlern Burkhardt, Semex, Specht, Straub und Tanski. Diese können dem Hersteller umgehend und unmittelbar einen Marktzugang eröffnen, den man sich ansonsten erst erarbeiten müsste.

Die Zusammenarbeit wird dabei als „gemeinsame strategische Distributionspartnerschaft“ bezeichnet, wie TA-Tyre-Alliance-Geschäftsführer Reimund Wolfmüller auf Nachfrage der NEUE REIFENZEITUNG bestätigt. Dies bedeutet im Grunde genommen zunächst Folgendes: Die aktuell fünf Handelsverbundspartner können künftig Pkw-Reifen der Marke Giti aus ihren eigenen Lagern heraus vermarkten und tun dies mit entsprechender Unterstützung durch und in Abstimmung mit Giti Tire Deutschland. Gleichzeitig kann Giti Tire aber auch Reifen derselben Marke im kompletten DACH-Markt vertreiben, auch im Gebiet der TA-Tyre-Alliance-Gesellschafter, die diese dann – quasi als Logistikdienstleister für Giti Tire Deutschland – liefern und somit eine schnelle Distribution für den Hersteller garantieren würden. Darüber hinaus wird Giti Tire Deutschland ein Fiege-Lager für den allgemeinen Vertrieb sowie zukünftig die Lieferungen an europäische Erstausrüstungskunden nutzen. Ob der Hersteller indes Giti-Reifen in den klassischen Vertriebsgebieten der fünf Großhändler aktiv vermarkten wird, bleibt abzuwarten. Da – so bekundet Wolfmüller weiter – die „strategische Distributionspartnerschaft“ nicht ausschließlich zum Steigbügelhalten für den Hersteller angelegt ist, sondern beide Seiten langfristig und eben „strategisch“ miteinander planen, scheint eine Wettbewerbssituation zwischen der TA Tyre Alliance und Giti Tire Deutschland, wenn auch faktisch möglich, praktisch doch kaum denkbar. Dass der Hersteller aber auch eine Giti-Direktvermarktung betreiben wird, scheint indes auch bereits sicher, will man doch das Produkt im ganzen DACH-Markt entsprechend einführen.

Absolut tragende strategische Säule der TA Tyre Alliance – deren Fundament sozusagen – ist das Vermarktungskonzept als solches. Die TA-Gesellschafter wollen dabei vor allem als Handelsverbund im Markt auftreten, der großflächig „die Lücke zwischen Hersteller und Handelskunden schließt“, wie Wolfmüller im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG bereits Ende August erläuterte. Es gebe viele Handelskunden im Markt – ob Reifenhändler, Autohäuser, Tankstellen oder Kfz-Werkstätten –, die für Hersteller überaus interessant sind, auf die sie aber nur einen begrenzten Zugriff haben bzw. nehmen. „Wir wollen Marken gemeinsam mit dem Hersteller attraktiver für Kleinkunden machen“, betonte Wolfmüller damals und denkt dabei an „ein sehr, sehr breites Markenspektrum“, das auch in Zukunft durch die fünf (derzeitigen) TA-Gesellschafter angeboten werden soll. Dabei wollen die fünf Großhändler aber nicht nur Reifen als Mittler im Einzelhandel unterbringen, sondern – wichtig für die Motivation der Hersteller und der Händler – sie wollen darüber hinaus sogenannte „Mehrwertangebote“ der Industrie, die ansonsten niemals beim sogenannten Kleinkunden ankommen, weitergeben und damit für eine noch intensivere Bindung sorgen. Eine (erste) der zentralen Marken des TA-Tyre-Alliance-Vermarktungs- und Marketingkonzeptes wird demnach nun Giti. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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