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Noch Luft nach oben: Reifenhandel mit vier Prozent Marktanteil beim Autoservice

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Da es dem Reifenhandel zunehmend schwerer fällt, allein mit dem Verkauf der schwarzen Rundlinge und den zugehörigen Dienstleistungen zu überleben, setzen immer mehr Betriebe auf den Autoservice als zusätzliches Standbein. Doch selbst wenn der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) im Zuge seiner vorläufigen Bilanz zum Jahr 2016 den Branchenbetrieben attestiert, der Kfz-Service stelle für so manchen von ihnen mittlerweile eine „wichtige Umsatz- und Ertragssäule“ dar, so ist die Bedeutung der Reifenvermarkter mit Blick auf den Gesamtmarkt an Wartungs- und Reparaturarbeiten alles in allem noch vergleichsweise gering.

Zumindest legen diesen Schluss die Ergebnisse des jüngsten sogenannten „Trend-Tachos“ nahe, den die Kraftfahrzeugüberwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V. (KÜS) zusammen mit der Zeitschrift Kfz-Betrieb mehr oder weniger regelmäßig veröffentlicht. Denn bei der dafür durchgeführten Befragung von 1.000 deutschen Autofahrern haben in Sachen der Beauftragung der letzten Wartung/Reparatur an ihrem Fahrzeug lediglich vier Prozent von ihnen angeben, dafür auf die Dienstleistungen eines Reifenhändlers respektive Reifenservicebetriebes zurückgegriffen zu haben. Demgegenüber können freie Werkstätten den höchsten Marktanteil (37 Prozent) für sich reklamieren dicht gefolgt von Vertragswerkstätten (36 Prozent).

Dabei hat erstere Gattung mit zunehmendem Fahrzeugalter die Nase vorn und die markengebundenen Autohäuser dafür eher bei jüngeren Wagen. Dahinter folgen auf Rang drei Werkstattketten wie ATU oder Pit-Stop mit zehn Prozent an Nennungen. Neun Prozent der Autofahrer erledigen entsprechende Autoservicearbeiten demnach selber oder bitten Bekannte um Hilfe, sodass Reifenhändler/Reifenservicebetriebe als letztbeauftragter Dienstleistungspartner noch dahinter auf Platz fünf folgen. Damit liegen sie aber immerhin noch vor Kfz-Spezialbetrieben (Karosseriebau, Lackierer, Autoglas), die zwei Prozent Marktanteil für sich rekalmieren können, sowie vor Tankstellen und den Sonstigen, die auf jeweils ein Prozent kommen.

Deutlich besser und vor allem auf vergleichbarem Niveau schneidet der Reifenservice dem aktuellsten „Trend-Tacho“ zufolge in Bezug auf die „Kompetenzzuschreibung“ für Kfz-Servicearbeiten ab. Zwar werden auch bei der Wahrnehmung der Qualität von Wartungs- und Reparaturarbeiten vor allem freie Werkstätten von den befragten Autofahrern zu 83 Prozent als genauso kompetent wie Vertragswerkstätten gesehen. Doch der Reifenhandel rangiert nach den auf einen Wert von 76 Prozent kommenden so bezeichneten Kfz-Spezialisten mit 72 Prozent nicht allzu weit dahinter. Lasse man die Befragten einschätzen, welche Werkstattart den günstigsten Service im Vergleich zu Vertragswerkstätten bietet, würden demnach die freien Werkstätten mit großem Abstand gewertet: Immerhin drei Viertel der Befragten sollen sie als günstiger eingeschätzt haben.

Auch in der Frage nach Garantie- und Kulanzabwicklung trauen 77 Prozent den freien im Vergleich zu den Vertragswerkstätten eine gleiche oder sogar bessere Leistung zu. „Grundsätzlich gaben die Befragten an, dass zu hohe Werkstattpreise, unzuverlässige Kostenvoranschläge und enttäuschtes Vertrauen dazu führen, dass sie wahrscheinlich nicht mehr zu einem schon besuchten Betrieb fahren werden. Die höchsten Preise bezahlten die Befragten bei den Kfz-Spezialisten, dicht gefolgt von den Vertragswerkstätten. Die freien Werkstätten liegen minimal über dem Durchschnittspreis. Günstigste Reparaturorte sind Tankstellen, Werkstattketten und Reifenservice“, fasst die KÜS weitere Ergebnisse ihrer jüngsten Umfrage zusammen, mit der man wie immer die ABH Marketingservice GmbH und die BBE Automotive GmbH betraut hatte.

Apropos Preise: Wenn Autofahrer sich im Internet über Autoservice und -teile informieren, dann in erster Linie zu dem Zweck, um dafür „den günstigsten Preis herausfinden“ zu können. Zwar seien Werkstätten für die Mehrheit der Pkw-Fahrer nach wie vor der erste Anlaufpunkt, wenn es um Wartung und Reparatur gehe. Doch gerade mit Blick auf die nachwachsende Autofahrergeneration spiele mehr und mehr die Informationsbeschaffung über das Internet eine Rolle. Folge dessen sei, dass Interessenten immer öfter vorab bereits Preise recherchiert und Meinungen eingeholt haben, bevor sie überhaupt mit einem Betrieb in Kontakt treten. „Diese Verhaltensweise wird in allen Altersklassen zum Best Practice, wie der Produktbereich Reifen zeigt. Ganz gleich, ob der Autofahrer eher jung oder tendenziell älter ist – die Anbahnung des Reifenkaufes wird stärker ins Netz verlagert“, gibt die Zeitschrift Kfz-Betrieb in diesem Zusammenhang Aussagen von Dr. Ralf Deckers wieder, der Leiter Research Projects & Studies bei der BBE Automotive GmbH ist.

Insbesondere Reifen werden dem neuesten „Trend-Tacho“ zufolge dann auch gerne im Internet bestellt. Um sie anschließend auf die Felgen aufziehen zu lassen, vertrauen demnach 35 Prozent auf freie Werkstätten, 23 Prozent erledigen das privat oder im Bekanntenkreis und 17 Prozent bringen ihre im Internet erworbenen Gummis zum Reifenhandel/-service, zwölf Prozent zu einer Werkstattkette sowie zehn zur Vertragswerkstatt ihres Fahrzeugherstellers. Ganz allgemein sind bei Onlinekäufern demnach vor allem solche Produkte beliebt, die wie unter anderem beispielsweise noch Wischerblätter, Leuchtmittel, Filter, Öle und Batterien leicht zu montieren sind. Diese werden dann in 46 Prozent der Fälle selbst oder von Bekannten an- bzw. eingebaut, während 31 Prozent der Befragten für den Einbau ihrer online bestellten Teile zu einer freien Werkstatt fahren. christian.marx@reifenpresse.de

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