Vacu-Lug steht mit 20-Jahreshoch vor „weit offenen“ Märkten

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Nachdem Continental nun Bandvulc übernommen hat, spricht die Stimme der unabhängigen britischen Runderneuerung noch leiser, und zwar in einer Zeit, in der der Markt unter großem Druck und politischen Unsicherheiten leidet. Seit Jahren schon lasten die zum Teil unglaublich billigen Neureifenimporte aus China auf dem Markt und haben über Jahre hinweg den Output an Runderneuerten gedrückt. Während einerseits die Brexit-Entscheidung die Chancen auf eine erfolgreiche Lobbyarbeit in Bezug auf Handelsbeschränkungen reduziert haben dürfte, gerade für ein dann alleinstehendes Großbritannien, so hat das schwächere Britische Pfund kurzfristig die Absatzchancen britischer Runderneuerer verbessert. Auch wenn derzeit nichts wirklich klar ist, so wollen wir doch die Wahrscheinlichkeiten nach Handelsbeschränkungen Großbritanniens gegenüber China-Importen erörtern, während Großbritannien gleichzeitig seine Beziehungen zu den globalen Wirtschaftsgroßmächten neu definieren muss. Dabei scheint leicht verständlich, wie attraktiv die Übernahme durch die Continental von den ehemaligen Bandvulc-Inhabern gesehen worden sein dürfte.

button_retreading-special-schriftzug-jpg Dieser Beitrag ist mit der September-Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG in unserer Runderneuerungsbeilage Retreading Special erschienen, die Abonnenten hier auch als E-Paper lesen können. Sie sind noch kein Abonnent? Das könne Sie hier ändern.

Wir haben an dieser Stelle bereits des Öfteren einen Blick insgesamt auf die zurückgehende Bedeutung der unabhängigen Runderneuerung in Großbritannien geworfen. Durch die jüngste Übernahme in Großbritannien – Bandvulc durch Continental – hat sich die Rolle des einzigen verbleibenden Lkw-Reifenrunderneuerers noch einmal verändert. Wie wir in der Juni-Ausgabe dieser Runderneuerungsbeilage Retreading Special bereits berichtet haben, nimmt man es bei Vacu-Lug durchaus pragmatisch mit den China-Importen – das Unternehmen unterhält etwa eine Vertriebspartnerschaft mit Zenises über Westlake-Nutzfahrzeugreifen. Auch hat Vacu-Lug sich in den vergangenen Jahren als Serviceprovider im Flottenmanagement durchaus einen Namen gemacht und auch hier entsprechend diversifiziert. Nach dem britischen Brexit-Referendum erklärte Vacu-Lugs Managing Director Tim Hercock seine Sichtweise auf die weiteren Marktentwicklungen, insbesondere mit Blick auf schwer zu prognostizierende Währungskursschwankungen, wie auch auf das eigene Bestreben, „Beständigkeit zu liefern“.

Hercock zufolge sorgen der Brexit und das schwächere Britische Pfund dafür, „dass Runderneuerungsoptionen in neuem Licht erscheinen, da ausländische Importe weniger wettbewerbsfähig im Preis sind. Auf diese Weise können Unternehmen in Großbritannien und in Europa jetzt ihre Wahl treffen, auf Runderneuerte wechseln und dabei die Vorteile eines wirklich nachhaltigen Produktes kennenlernen. Darüber hinaus haben uns die Rahmenbedingungen nach dem Brexit dazu gebracht, unsere Exportaktivitäten in Europa zu intensivieren, insbesondere in den Niederlanden und in Deutschland. Der Markt steht für uns gewissermaßen weit offen.“

Diese positive Entwicklung wird durch die jüngsten Leistungen des Unternehmens noch unterstrichen. „Das vergangene Jahr war das beste in 20 Jahren“, ergänzt Hercock. Dies liege dabei genauso sehr an der intelligenten Nutzung von Ressourcen wie auch an der langfristigen Partnerschaft mit Lieferanten und Kunden, die ähnlich denken wie wir. Mit dem gemeinsamen Ziel vor Augen, eine hohe Produktqualität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufrecht zu erhalten, können wir gemeinsam den Unterschied machen.“ Dies im Blick betont Hercock, Vacu-Lug verpflichte sich „den Prinzipien effizienter Produktion und der Produktentwickelung der Marktnachfrage folgend.“ Vacu-Lug aus Grantham hat in den vergangenen Jahren zunehmend in seine Runderneuerung investiert, etwa jüngst in eine zweite zwölfsegmentige Hochdruckheizpresse (300 psi), mit der etwa die Reifen der eigenen Marke Logistik gefertigt werden. Vacu-Lug beschäftigt aktuell rund 150 Mitarbeiter.

Die Unabhängigkeit von Vacu-Lug zähle dabei zu den zentralen Stärken des Unternehmens, so Hercock. Weiter: „Anders als viele andere Konzerne profitiert Vacu-Lug von starken Verbindungen mit verschiedenen Herstellern wie Pirelli, Westlake und Yokohama und kann individuellen Flotten entsprechend ein breit angelegtes Produktangebot unterbreiten. Offroad, Nutzfahrzeuge, Logistik, LLkw, neue oder runderneuerte Reifen – all das können wir liefern. Es geht dabei immer darum, die Angebote entsprechend der Bedürfnisse des Kunden zusammenzustellen.“ Er fügt hinzu, dass das Unternehmen jüngst bereits entsprechende Erfolge verzeichnen konnte. So lägen die Absätze der Marke Logistik im Verteilerverkehr bereits „über unseren Erwartungen“. Weiter: „Die Abfallwirtschaft ist einer unserer traditionellen Märkte und eröffnet uns Möglichkeiten für zusätzliche Absätze, die – wie auf unseren anderen Märkten – von der Breite der Dienstleistungen von VMS profitieren können, unserem Reifen-/Flottenmanagementsystem. Unterdessen wollen wir unser Angebot an OTR-Reifen weiter ausbauen und nehmen uns auch den Personenkraftverkehr stärker vor, wo Fuhrparkbetreiber von unserem weitreichenden und flexiblen Angebot profitieren können.“

Hercock fasst zusammen: „Unsere Vision ist klar. Wir wollen weiter profitabel wachsen, getragen durch den Vertrieb von hochwertigen, nachhaltigen Produkten auf den Märkten Europas. Marktführerschaft stellt dabei für uns nicht notwendigerweise ein Ziel dar, sondern stellt sich mitunter als Konsequenz ein. Solange wir weiter versuchen, die Besten in dem zu sein, was wir tun, können wir auch unseren Erfolg mit unseren Partnern und Kunden in der Branche teilen.“ andrew.bogie@tyrepress.com/ab

 

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