ACE spricht nach Test von bei Trockenheit „riskanten“ Ganzjahresreifen

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Angesichts dessen, dass das Interesse deutscher Verbraucher an Ganzjahresreifen offenbar weiter zulegt, hat der Autoclub Europa (ACE) für seinen jüngsten Reifentest wieder zusammen mit dem ARBÖ (Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs)  gerade diese Produktgattung unter die Lupe genommen. Zehn Allwetterreifen der Größe 250/55 R16 – Bridgestones „A001“, Goodyears „Vector 4Seasons“, Hankooks „Kinergy 4S“, Kumhos „Solus HA31“, Michelins „CrossClimate“, Nokians „Weatherproof“, Pirellis „Cinturato All Season“, Savas „Adapto HP“, Uniroyals „AllSeasonExpert“ und Vredesteins „Quatrac 5“ – hatten sich dabei montiert an einem VW Golf zu beweisen bzw. zu zeigen, ob sie denn nun wirklich „Universalgenies“ für jede Witterung sind oder nicht vielleicht doch nur „Winterreifen mit Sommereigenschaften“, wie der ACE selbst es formuliert. „Ganzjahresreifen bei Trockenheit riskant“ – so fasst zumindest der Automobilklub seine diesbezüglichen Erkenntnisse zusammen.

Denn vor allem auf trockener Straße hätten die „vermeintlichen Universalgummis nicht mithalten“ können mit einem im Test mitgelaufenen Sommerreifen (Contis „PremiumContact 5“). Demgegenüber sind die Abstriche in Sache Wintereignung offenbar kleiner wie der Vergleich mit einem ebenso mitgelaufenen Winterreferenzreifen (Dunlops „Winter Sport 5“) zeigt. Nokians „Weatherproof“ kommt den beiden Spezialisten für den Sommer und den Winter jedoch jeweils einigermaßen nahe. Folglich kann sich das Modell über den Titel als „Testsieger“ freuen mit in Summe 203 von maximal 260 möglichen Wertungspunkten in den vier Disziplinen Sicherheit Winter, Sicherheit nass, Sicherheit trocken sowie Wirtschaftlichkeit Umwelt. Der Nokian-Reifen habe ebenso wie der zweitplatzierte Goodyear „Vector 4Seasons“ (194 Punkte) vor allem auf Schnee mit gutem Handling und kurzen Bremswegen überzeugen können. Einen weniger guten Eindruck hinterließen sie aber bei Trockenheit im Vergleich mit der Sommerreifenreferenz. Festgemacht wird dies vom ACE an den gemessenen Bremswegen auf trockener Fahrbahn aus 100 km/h: Während der Testwagen mit Nokian-Bereifung nach 44,1 Metern und mit Goodyear-Reifen nach 46,1 Metern zum Stehen kam, wurden für den „Premium Contact 5“ lediglich 37,8 Meter gemessen und insofern ein mehr als eine Fahrzeuglänge kürzerer Bremsweg.


 

Der „Winter Sport 5“ als reiner Winterreifen soll sich mit 45,7 Metern zwischen dem „Weatherproof“ und dem „Vector 4Season“ eingereiht haben. Bei Nässe hätten die Bremswege der Allwetterreifen mit ihren Messwerten (Nokian: 58,7 Meter, Goodyear: 58,9 Meter) eher auf dem Niveau der Winterreifen (60,8 Meter) als auf dem der Sommerreifen (52,0 Meter) gelegen, heißt es weiter. „Fast alle von uns getesteten Ganzjahresreifen sind eigentlich verkappte Winterreifen. Sie bieten Sicherheitsreserven vor allem, wenn es schneit oder die Fahrbahn vereist ist. Schon bei Regen können viele der Ganzjahresreifen nicht mehr mit Sommerreifen mithalten, bei Trockenheit sind sie, genau wie Winterreifen, definitiv die falsche Wahl“, meint ACE-Reifentester Gunnar Beer angesichts dessen. Ein Beleg dafür, dass es in Bezug allein auf das Thema Bremsweg auch anders geht, ist für den ACE Michelins „CrossClimate“, der mit 182 Punkten auf dem dritten Platz landet. Er führe das Feld der Ganzjahresreifen beim Bremsen auf Nässe und Trockenheit an, schwächelt dafür aber auf Schnee. „Wir werden oft gefragt, ob ein Ganzjahresreifen auf Schnee und Eis mit einem Winterreifen mithalten kann. Unser Test zeigt: Viele können das mittlerweile. Für uns sind die aktuell angebotenen Ganzjahresreifen sogar zu nah am Winterreifen, denn die Straßen sind in Deutschland nur selten verschneit. Schnee und Eis liegen vor allem in den Bergen – und dort sollten ohnehin richtige Winterreifen aufgezogen werden“, sagt Beer. cm

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