Zulieferer fordern Fairness bei den Automobilherstellern ein

Um die Wichtigkeit der Zulieferindustrie für die Automobilherstellung wissen offenbar nicht nur Investoren aus China in zunehmendem Maße, sondern die Unternehmen der Branche selbst natürlich auch. Die jüngsten Reibereien zwischen dem Volkswagen-Konzern und den Unternehmen ES Automobilguss und Car Trim aus der Prevent-Gruppe nimmt die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) insofern zum Anlass, um nachdrücklich ein partnerschaftliches Miteinander beider immer enger verzahnter Seiten einzufordern. „Die Schwierigkeiten in dem Fall der Zusammenarbeit zwischen VW und der Prevent-Gruppe machen erneut deutlich, wie wichtig ein auf nachhaltige Geschäftsbeziehungen und Fairness angelegter Dialog zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette Automobil ist“, sagt Christian Vietmeyer, Sprecher der ArGeZ, die nach eigenen Angaben 9.000 Zulieferer vertritt mit rund einer Million Beschäftigten und einem Jahresumsatz von in Summe rund 218 Milliarden Euro. Laut der Interessengemeinschaft der Wirtschaftsverbände Kunststoff-, Stahlverarbeitungs-, Guss-, Textil-, Kautschuk- und Metallindustrie, die sich damit auch für die Belange der zumeist mittelständischen Automobil- und Zulieferfirmen einsetzt, müssen für faire Beziehungen die Interessen beider Seiten angemessen berücksichtigt werden. „Nachhaltige Zulieferbeziehungen basieren auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit“, so Vietmeyer.

Die fuße auf gegenseitiger Fairness und einem langfristigen Denken. „Wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, Innovationen und höchste Qualitäten entstehen nicht durch einseitige Marktmacht, sondern auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen und Fairness im Umgang miteinander. Wenn die Regeln von fairem Wettbewerb außer Kraft gesetzt werden, kann dies existenzielle Folgen haben“, ergänzt er mit Blick auf die Causa Volkswagen/Prevent, wo ja für alle sichtbar ganz augenscheinlich einiges an „Sand ins Getriebe“ gekommen war. Vor diesem Hintergrund weist die ArGeZ darauf hin, dass sie die vom Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) formulierten zehn Punkte für faire und nachhaltige Zulieferbeziehungen nachdrücklich unterstützt. Entsprechend dem Leitbild des „Ehrbaren Kaufmannes“ heißt es darin beispielsweise: „Fairness im Umgang miteinander, die Einhaltung von Verträgen und der Respekt vor schutzwürdigen Belangen des Vertragspartners sind in deutschen Großunternehmen, wie im deutschen Mittelstand, fester Bestandteil der Unternehmensführung und Unternehmenskultur.“ Weiterhin ist dabei die Rede davon, dass das geistige Eigentum des Partners geschützt, die Innovationsfähigkeit des Zulieferers durch Planungssicherheit gestärkt und die strukturellen Veränderungen aufgrund des Druckes der Weltmärkte partnerschaftlich gestaltet werden müssen. cm

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