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Grünewald ist neuer Pirelli-Betriebsratsvorsitzender

Zum 30. April hat der seit 45 Jahren für das Odenwalder Unternehmen arbeitende Norbert Schäfer (60) nach 25 Jahren als Vorsitzender des Betriebsrates der Pirelli Deutschland GmbH dieses Amt niedergelegt. Sein Nachfolger ist seit dem 1. Mai der 34-jährige gelernte Energieanlagenelektroniker Christian Grünewald. „In seiner Funktion als Betriebsratschef lernte ich Norbert Schäfer als einen stets umsichtigen und vertrauenswürdigen Partner kennen und schätzen, der die Belange der Belegschaft mit großem Engagement vertritt, ohne dabei die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Unternehmens sowie dessen Standortsicherung aus den Augen zu verlieren“, so Michael Schwöbel, Sprecher der Geschäftsführung der Pirelli Deutschland GmbH, mit Blick auf die während der vergangenen Jahrzehnte geleistete Arbeit des Jubilars, der nun „einen Gang zurückschalten“ wolle. „Als freigestellter Betriebsrat wird er seine Kompetenz Pirelli aber auch weiterhin zur Verfügung stellen und darüber hinaus seinen Nachfolger Christian Grünewald umfassend in seinen neuen Aufgabenbereich einarbeiten“, sagt Josef Lottes, Geschäftsführer Personal und Organisation sowie Arbeitsdirektor des Unternehmens im Odenwald.

Nur wenige Tage nach seinem 15. Geburtstag begann Schäfer am 3. August 1970 bei der Veith Pirelli AG in Breuberg seine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Erst sieben Jahre zuvor hatte der italienische Reifenhersteller Pirelli 51 Prozent der Anteile von Veith übernommen. Bereits 1972 wurde Norbert Schäfer zum Jugendvertreter gewählt, der bei der Unternehmensführung für die Interessen der Auszubildenden sprach. Diese Funktion hatte er bis Ende April 1975 inne, um dann – inzwischen als Schlosser in der Zentralwerkstatt beschäftigt – von der Belegschaft erstmals in den Betriebsrat der Veith Pirelli AG entsandt zu werden. Nach einer 1981 erfolgten Anteilserhöhung der Italiener an der Veith Pirelli AG auf 99 Prozent wurde 1986 letztlich die Pirelli Reifenwerke GmbH gegründet. Dort übernahm Schäfer im Folgejahr gleich zwei Funktionen: Ende August 1987 wurde er in den Aufsichtsrat gewählt und wenige Wochen später als Betriebsrat von seinen regulären Dienstpflichten freigestellt, um den betriebsverfassungsrechtlichen Pflichten in Vollzeit nachkommen zu können. 1991 dann – Norbert Schäfer war inzwischen 36 Jahre alt – rückte er als Vorsitzender an die Spitze des Betriebsrats.

Dort gelang es ihm, zusammen mit den Betriebsräten selbst in schwierigen Phasen immer wieder tragfähige Kompromisse zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite herbeizuführen. „Das ist möglich, weil wir mit den Vertretern der Geschäftsführung auch komplizierte Themen offen besprechen können und nahezu alle Themen einvernehmlich klären“, so Schäfer. Als Beispiele nennt er unter anderem die aus Wettbewerbsgründen eingeführte Sieben-Tage-Woche oder die 1999 erfolgte Ausdehnung der tarifvertraglichen Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden pro Woche. Beide Maßnahmen trugen demnach wirksam zur Standortsicherung bei, ebenso eine 2009 unterzeichnete „Zukunftsvereinbarung“, an deren Ausarbeitung Schäfer ein großer Anteil zugeschrieben wird. „So besteht für die Stammbelegschaft Kündigungsschutz, und in der Pirelli Personal Service GmbH, der vom Unternehmen als Flexibilitätsreserve gegründeten Zeitarbeitsfirma mit Tarifvertrag, bestehen geordnete Beschäftigungsverhältnisse“, heißt es vonseiten des Unternehmens selbst.

Aufgrund Schäfers Fähigkeiten und Leistungen wurde er 2000 durch Wahl auch zum Mitglied des europäischen Betriebsrats des Unternehmens bestimmt und gehört seit 2003 dem Aufsichtsrat der Pirelli Deutschland GmbH als stellvertretender Vorsitzer an. Darüber hinaus ist er Mitglied im Beirat der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), sitzt in der Hessischen Tarifkommission Kautschuk sowie in der Bundestarifkommission und agiert darüber hinaus als ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht in Frankfurt/Main. Insofern hat er als Pirelli-Betriebsratsvorsitzender große Fußstapfen hinterlassen, in die sein Nachfolger nun getreten ist. Christian Grünewald kam 2001 ins Unternehmen und übernahm bereits im ersten Ausbildungsjahr den Vorsitz der Jugendvertretung. Diese Funktion hatte er vier Jahre inne, um 2006 in den Betriebsrat gewählt zu werden und zwei Jahre später dann in den Aufsichtsrat der Pirelli Deutschland GmbH. Bevor er am 1. Mai den Vorsitz des Betriebsrats übernahm, war Grünewald sechs Jahre freigestellter Betriebsrat. „Ich gebe das Amt in gute Hände und werde in den nächsten Monaten alles für einen erfolgreichen Start von Christian Grünewald tun“, betont Schäfer. cm

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