AutoBild-Sommerreifentest: keine Verlierer – viele Gewinner

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Einen echten Verlierer gibt es beim Finale des diesjährigen AutoBild-Sommerreifentests in der Größe 205/55 R16 V nicht wirklich. Schließlich hat das Magazin in einer Vorrunde schon diejenigen 15 Endrundenteilnehmer unter ursprünglich 50 Kandidaten ausgesiebt, die sich beim Trocken- bzw. Nassbremsen und damit in den mit am stärksten gewichteten Testdisziplinen keinerlei Blöße gegeben haben. Bemerkenswert ist ungeachtet dessen aber gleichwohl, dass dieses Jahr immerhin ein Drittel der letztlich übrig gebliebenen Testteilnehmer mit der Bestbewertung „vorbildlich“ ins Ziel kommt, während drei weitere Modelle für „empfehlenswert“ gehalten und die restlichen sieben Probanden immerhin noch als „befriedigend“ beurteilt werden.

Zum Testsieger wird nichtsdestotrotz Hankooks „Ventus Prime³“ gekürt, weil er offenbar mit „besten Fahrqualitäten auf trockener und nasser Strecke“ ebenso zu überzeugen wusste wie mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, präzisen Einlenkverhalten und dynamischen Handlingeigenschaften. Darüber hinaus werden ihm noch „kürzeste Bremswege auf nasser und trockener Piste“ sowie eine gute Laufleistung bescheinigt. Allerdings attestiert man ihm nur durchschnittliche Aquaplaningeigenschaften. Über das Gesamturteil „vorbildlich“ kann er sich trotzdem ebenso freuen wie auch Pirellis „Cinturato P7 Blue“, Contis „PremiumContact 5“, Goodyears „EfficientGrip Performance“ und Dunlops „Sport BluResponse“.

Unter diesen Fünf hat sich das Pirelli-Modell augenscheinlich als Nässespezialist profilieren können – das aber zu „vergleichsweise hohen Anschaffungskosten“, wie es weiter heißt. Letzteres ist demnach mehr oder weniger auch die einzige gravierende Schwäche des Conti-Reifens, der sich ansonsten „ohne Fehl und Tadel“ in dem Test präsentiert hat. Als ausgewogen und ohne besondere Schwäche abgesehen von einem „nur“ befriedigenden Preis-Leistungs-Verhältnis kommt der Goodyear-Reifen ins Ziel, während dem „Sport BluResponse“ der Schwestermarke Dunlop seine „nur durschnittliche Kilometerleistung“ als einziger Malus angekreidet wird.

Für empfehlenswert hält AutoBild Fuldas „EcoControl HP“, Michelins „Primacy 3“ und Vredesteins „Sportrac 5“, wobei das Modell der französischen Marke sich zudem über den Titel als „Eco-Meister“ des diesjährigen Sommerreifentests ans Revers heften kann. Dies augenscheinlich dank einer als überdurchschnittlich hoch bezeichneten Kilometerleistung sowie aufgrund seines geringen Rollwiderstandes. Dafür machen die Tester Abstriche in Sachen Nasshandling (Untersteuern) und Anschaffungskosten bei dem Michelin-Modell. Demgegenüber wird dem Fulda-Reifen eine mäßige Seitenführung sowie ein verzögertes Einlenkverhalten zu Last gelegt. Bei dem Vredestein-Reifen ist demzufolge eine „leicht eingeschränkte Seitenführung auf trockener Piste“ negativ aufgefallen.

Ansonsten wussten die drei für „empfehlenswert“ gehaltenen Reifen aber wohl mehr oder weniger zu überzeugen. Zumindest eher als der durchweg mit „befriedigend“ beurteilte Rest des Testfeldes bzw. die sieben Modelle Bridgestone „Turanza T001“, Semperit „Speed-Life 2“, Uniroyal „RainSport 3“, Yokohama „BluEarth-A (AE-50)“, Nexen „N’Blue HD Plus“, Falken „Ziex ZE914 Ecorun“ sowie der ursprünglich mal als „xLine“ eingeführte, jetzt aber nur noch „Line“ heißende Nokian-Reifen. Sie alle zeigen in der einen oder anderen Teildisziplin Schwächen, so wie der Bridgestone-Reifen bei der Wirtschaftlichkeit, das Semperit-Modell in Sachen Seitenführung im Trockenen und ebenfalls bei den Kosten oder die Marke Uniroyal im Hinblick auf die Lenkpräzision, die Kilometerleistung bzw. einmal mehr den Kostenaspekt.

„Deutlich eingeschränkte Aquaplaningeigenschaften, mäßiges Gripniveau und untersteuerndes Fahrverhalten auf nasser Strecke“ sind demgegenüber die Schwächen, die AutoBild dem Yokohama-Reifen ankreidet, während beim Nexen-Modell dessen Bremsleistungen und Grip auf nasser Strecke Anlass zur Kritik gegeben haben ebenso wie seine „Tendenz zum Untersteuern auf trockener Fahrbahn“. Bei den Falken- und Nokian-Reifen wird Verbesserungspotenzial in Sachen Seitenführung/Handling bei Nässe und Laufleistung einerseits respektive in Bezug auf das Einlenkverhalten bei Nässe, Trockenbremsen und Wirtschaftlichkeit andererseits gesehen. christian.marx@reifenpresse.de

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