GTÜ-Test stellt „Billigreifen“ (wieder einmal) schlechtes Zeugnis aus

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Wie schon bei früheren Sommerreifentests stellt auch der aktuelle der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) sogenannten „Billigreifen“ ein schlechtes Zeugnis aus. Beim Vergleich von insgesamt 14 aktuellen Profilen in der Größe 225/45 R17 und zu Preisen zwischen 210 und 430 Euro je Satz seien sie anders als Markenreifen durch ein „hohes Risiko“ aufgefallen, heißt es.

Antreten gegeneinander ließ man Bridgestones „Turanza T001“, Contis „SportContact 5“, Dunlops neuen „Sport Maxx RT2“, Falkens „Azenis FK510“, Goodyears ebenfalls noch ganz frischen „Eagle F1 Asymmetric 3“, GT Radials „Sport Active“, Hankooks „Ventus S1 Evo²“, Linglongs „GreenMax“, Michelins „Primacy 3“, Nokians „zLine“, Pirellis „P Zero“, Toyos „Proxes T1 Sport+“, Westlakes „Sport SA-37“ sowie Yokohamas „Advan Sport“ montiert an einem Einser-BMW als Testfahrzeug. Dabei mussten die Kandidaten ihre Qualitäten in den Kategorien nass und trocken beweisen, weil die Kriterien Komfort, Geräusch sowie Rollwiderstand diesmal keine eigene Disziplin bilden, sondern mit zur Bewertung bei trockener Fahrbahn zählen. In beiden Kapitelwertungen waren letztlich maximal 150 Punkte zu ergattern, in Summe also höchstens 300.

Zum „klaren Sieger“ ihres aktuellen Produktvergleichs kürt die GTÜ letztlich den „SportContact 5“, der im Nassen ebenso wie vor allem im Trockenen zu überzeugen wusste. Mit in Summe 278 Gesamtpunkten kam das Conti-Modell dem Idealergebnis am nächsten, was ihm neben dem Testsieg noch das Prädikat „sehr empfehlenswert“ eingebracht hat. Der in den letzten Jahren immer weiter optimierte Reifen habe sich – urteilen die Tester – mit dem kürzesten Bremsweg auf nasser Fahrbahn selbst von neuen Produkten wie den zweit- und drittplatzierten „Eagle F1 Asymmetric 3“ (267 Punkte) und „Sport Maxx RT2“ (263 Punkte) deutlich absetzen können, wobei sich der Dunlop-Reifen seinen dritten Platz mit dem „P Zero“ teilt. Auch diese drei Modelle dürfen sich das Prädikat „sehr empfehlenswert“ ans Revers heften.

„Bemerkenswert ist, dass die vier besten Reifenmarken in diesem Test den Entwicklungsschwerpunkt auf Griffigkeit und Fahrsicherheit gelegt haben, statt in Sachen Effizienz ganz vorzufahren. Vor allem Pirelli macht das mit der Effizienzklasse ‚F’ auf dem EU-Reifenlabel deutlich“, so die GTÜ. Als Fünfter mit ein wenig Abstand zum führenden Quartett kommt zwar der „Azenis FK510“ (244 Punkte) ins Ziel, aber dennoch wird auch er als „sehr empfehlenswert“ eingestuft. Zumal der Falken-Reifen augenscheinlich mit sehr guten Aquaplaningeigenschaften und durchweg guten Leistungen auf trockener Straße zu überzeugen wusste. Ebenfalls sehr zu empfehlen sei der „zLine“ auf Platz sechs mit alles in allem 240 Wertungspunkten, wobei – sagen die Tester – „dessen geringer Rollwiderstand zwar den Spritverbrauch senkt, was aber zulasten der Nasshaftung geht“.

Für ihren diesjährigen Sommerreifentest hat sich die GTÜ insgesamt 14 aktuelle Profile in der Größe 225/45 R17 und zu Preisen zwischen 210 und 430 Euro je Satz vorgenommen

Für ihren diesjährigen Sommerreifentest hat sich die GTÜ insgesamt 14 aktuelle Profile in der Größe 225/45 R17 und zu Preisen zwischen 210 und 430 Euro je Satz vorgenommen

Bei Nässe besser sein könnte demnach außerdem der „Turanza T001“ (235 Punkte), dem ansonsten ein durchweg gutes Abschneiden bescheinigt wird abgesehen von einem langen Bremsweg. Insofern schafft er es „nur“ auf den siebten Rang, jedoch noch vor den Modellen „Primacy 3“ (227 Punkte), „Ventus S1 Evo²“ (225 Punkte), „Proxes T1 Sport+“ (218 Punkte) sowie „Advan Sport“ (209 Punkte) auf den Plätzen acht bis elf. „Eine echte Gefahr bei Nässe sind nach wie vor die in diesem Test erneut gefahrenen drei Pneus aus chinesischer Produktion von GT Radial, Linglong und Westlake“, ernten die letzten drei Probanden demgegenüber vernichtende Kritik. So soll beispielsweise der Bremsweg des die rote Laterne haltenden „Sport SA-37“ (172 Punkte) auf nasser Fahrbahn bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h mit 66,9 Metern sogar außerhalb des GTÜ-Bewertungsschemas gelegen haben.

Das brachte dem Westlake-Reifen folglich null Punkte in dieser Teilwertung ein und nur 70 Punkte im Nässekapitel insgesamt. „Zudem trägt der Reifen sogar ein M+S-Symbol. Wintertauglichkeit darf man von diesem Gummi mit Sommerprofil mit Sicherheit nicht erwarten“, stellt die GTÜ angesichts all dessen unmissverständlich klar. Nicht viel besser schnitten übrigens GT Radials „Sport Active“ (185 Punkte) und Linglongs „GreenMax“ (182) als Dritt- bzw. Vorletzte des GTÜ-Sommerreifentests ab. „Zwar kosten die Billigheimer im Vergleich zu den Premiumreifen nur rund die Hälfte. Wer beim Reifenkauf jedoch meint, sparen zu müssen, setzt bewusst auf volles Risiko“, warnen die Tester noch einmal eindrücklich vor den drei Fernostimporten. christian.marx@reifenpresse.de

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