TS_WebBanner_600x100_Tuev_01

Pkw-Nachfrage soll nun aber wirklich „einen Gang herunterschalten“

Das Jahr 2015 ist noch nicht ganz zu Ende, da blickt jedermann schon gespannt auf das kommende. In Sachen Pkw-Neuzulassungen für 2016 und die noch fernere Zukunft wagt etwa das Center für Automobilmanagement (CAMA) der Universität Duisburg-Essen eine Prognose: Unabhängig davon, welches der drei gerechneten Szenarien – Best Case, Realistic Case, Worst Case – man dabei betrachtet, wird ein mehr oder weniger großer Rückgang der Nachfrage hierzulande vorhergesagt. Während das CAMA für 2015 aktuell letztlich knapp 3,2 Millionen neue Pkw auf deutschen Straßen erwartet, sollen es 2016 im besten Falle annähernd genauso viele bzw. 0,3 Prozent weniger sein. Für realistisch werden jedoch 3,1 Millionen neue Autos bzw. ein Rückgang um 2,5 Prozent gehalten, wohingegen im schlimmsten Fall sogar ein 4,7-prozentiges Minus auf gut drei Millionen Fahrzeuge möglich sei. Abgerechnet wird dann aber zum Schluss (von 2016): Denn zumindest dieses Jahr sind die Duisburg-Essener von der Realität „überholt“ worden, weil die Marke von voraussichtlich eben nicht ganz 3,2 Millionen neuen Pkw etwa 2,6 Prozent oberhalb selbst des optimistischsten Szenarios der ursprünglichen CAMA-Prognose für 2015 läge.

„Das Wachstum der Neuzulassungen im Jahr 2015 wurde dabei insbesondere durch die gewerbliche Nachfrage getragen (Neuzulassungsanteil: über 66 Prozent), welche durch eine stabile Binnenkonjunktur und ein expansives Geschäfts- und Investitionsklima begünstigt wurde. Gestützt wurde diese positive Entwicklung auch durch eine leichte Erholung des privaten Fahrzeugmarktes. 2015 markiert damit die verkaufsstärksten zwölf Monate seit 2009 mit der absatzwirksamen Abwrackprämie“, so das CAMA. Ungeachtet dessen sei der deutsche Automobilmarkt von den Absatzzahlen der Jahre 2000 bis 2008 mit durchschnittlich 3,3 Millionen Fahrzeugen aber „noch weit entfernt“. Und wird es den derzeitigen Erwartungen zufolge beginnend mit dem nächsten für alle bis 2020 folgenden Jahre auch bleiben. Zumal für die fünf Jahre bis dahin ein rückläufiger Pkw-Markt für Deutschland prognostiziert wird, in dem die Nachfrage nach neuen Pkw kontinuierlich auf letztlich ziemlich genau zwischen 2,9 und drei Millionen verkaufte Einheiten sinken soll.

Mögliche Wachstumsimpulse vermag man bei alldem also bis 2020 offenbar nicht zu erkennen. Gründe für den Absatzrückgang in Deutschland im kommenden Jahr werden insbesondere in der nicht mehr so dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung gesehen, welche die gewerbliche Nachfrage dem CAMA zufolge sogar noch etwas stärker als die private Nachfrage treffen wird. Infolge der Schwäche einiger Schwellenländer und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Verunsicherung werden für 2016 jedenfalls „keine nennenswerten positiven Konjunktureffekte auf den Pkw-Absatz“ erwartet, selbst wenn von einem wahrscheinlich moderat um etwa 1,8 Prozent steigenden Bruttoinlandsprodukt ausgegangen wird. Aufgrund nur noch mäßig wachsender Auftragseingänge und eines leicht gedämpften Geschäfts- und Investitionsklimas erhielten die gewerblichen Neuzulassungen nächstes Jahr kaum zusätzliche Wachstumsimpulse, und die private Fahrzeugnachfrage werde sich ebenfalls weiter abschwächen, heißt es.

„Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt (im realistischen Szenario: 2,9 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt), die relativ stabile Sparquote und die steigenden Realeinkommen werden zwar die private Kaufkraft und damit die Bereitschaft zu langfristigen Anschaffungen stimulieren, den positiven Effekten wirken jedoch steigende Verbraucherpreise von etwa plus 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wieder leicht steigende Rohöl- und Energiekosten, der strukturelle Wandel einer alternden Gesellschaft und neue Mobilitätskonzepte (zum Beispiel Carsharing) entgegen“, so das CAMA, nach dessen Auffassung neue Fahrzeugmodelle und attraktive Neuwagenrabatte diese Entwicklung nicht werden verhindern können. Gleichwohl wird weniger von einem Einbruch des deutschen Automobilmarktes gesprochen als vielmehr davon, dass er 2016 „lediglich einen Gang herunterschalten“ werde. cm

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.