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Nicht alle Lkw-Fahrer absolut vorbildlich, aber …

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Nach Auswertung der Ergebnisse des Onlineselbsttests im Rahmen seiner gemeinsam mit Partnern wie dem Nutzfahrzeughersteller MAN ins Leben gerufenen Initiative „Vorfahrt für Vorbilder Lkw“ kommt Goodyear zu dem Schluss, dass nur die wenigsten Lkw-Fahrer in Deutschland sich absolut vorbildlich verhalten. Denn bei dem sogenannten „Vorbildselbstcheck“ soll nicht einmal jeder siebte Teilnehmer (rund 13 Prozent) alle zehn Fragen auf Anhieb richtig beantwortet haben. Positiver sehe das Ganze allerdings aus, wenn der Anteil der Trucker einbezogen werde, die lediglich eine oder zwei Fragen falsch beantwortet haben: Dann kämen noch einmal weitere rund 17 bzw. 30 Prozent zur Bilanz hinzu. Beteiligt an dem Selbstcheck haben sich dem Reifenhersteller zufolge „zahlreiche Lkw-Fahrer aus ganz Deutschland“, wobei rund 400 von ihnen zusätzlich anonym statistische Daten zur Verfügung gestellt haben, auf denen die weiteren Auswertungen beruhen. „Alleine mit ihrer Beteiligung am ‚Vorbildselbstcheck’ haben viele Trucker bewiesen, dass sie sich für ein partnerschaftliches Miteinander durchaus interessieren“, erklärt Michael Locher, Marketingdirektor bei Goodyear für Nutzfahrzeugreifen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Wir verstehen die Ergebnisse als Spiegel der Realität: Oftmals fehlt nicht der Wille, sondern es mangelt an den Voraussetzungen, dass sich Trucker vorbildlich verhalten können. Wir appellieren daher an die gesamte Branche, gerade angesichts des Fahrermangels, gemeinsam an einem besseren Image zu arbeiten“, sagt er. Allerdings sei die Möglichkeit, sich vollkommen vorbildlich zu verhalten, im normalen Arbeitsalltag der Lkw-Fahrer oftmals nicht gegeben, weiß Verkehrspsychologe Dr. Thomas Schubert von der TÜV | Dekra arge tp 21, die einer der Partner der Initiative ist. „Gerade im Fernverkehr herrscht beispielsweise besonders großer Zeitdruck“, ergänzt Schubert, der bei einigen „falschen“ Antwortoptionen des Selbstchecks eine besondere Relevanz für Fernverkehrsfahrer sieht. „Vermutlich haben sich diese Teilnehmer bei der Beantwortung oftmals eher an der erlebten Realität orientiert“, glaubt er. Zumal nur sieben Prozent von ihnen alle Fragen auf Anhieb korrekt gelöst haben, während die entsprechende Quote bei den Fahrern aus dem Nahverkehr mit zwölf Prozent beziffert wird.

Deutliche Unterschiede haben demnach sich auch unter Berücksichtigung der Fahrpraxis der Teilnehmer gezeigt. Trucker mit zwischen sechs und zehn Jahren Berufserfahrung erreichten mit rund 17 Prozent korrekter Beantwortung aller Fragen ein weit überdurchschnittliches Ergebnis. Fahrer mit weniger oder mehr Fahrpraxis kommen demgegenüber nur auf rund zwölf bzw. elf Prozent. „Innerhalb der mittleren Gruppe werden häufiger junge Familienväter zu finden sein“, so Schubert. Fahrer mit weniger Berufserfahrung seien oftmals noch recht jung und sich ihrer eigenen Vorbildfunktion noch nicht entsprechend bewusst. Fahrer mit deutlich mehr Praxis hingegen stünden gegebenenfalls am Ende ihrer beruflichen Laufbahn und seien bezüglich ihres Handlungsspielraums für Vorbildverhalten weniger optimistisch, heißt es. „Ich hätte mit einem deutlich besseren Abschneiden der Teilnehmer gerechnet“, erklärt Robert Domina, Redakteur Test & Technik der Zeitschrift Transport, die ebenfalls Partner der Gooodyear-Initiative ist. „In Sachen Partnerschaft im Verkehr gibt es auf jeden Fall noch viel zu tun“, meint er. cm

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