Michelin schließt Lkw-Reifenfabrik im nordirischen Ballymena

Michelin will seine Lkw-Reifenfabrik im nordirischen Ballymena bis Mitte 2018 schließen. Der europäische Lkw-Reifenmarkt habe seit 2007 ein Volumen von rund fünf Millionen Neureifen verloren und leidet darüber hinaus stark unter Importen aus Fernost, so der französische Hersteller in einer Mitteilung. Man sehe jetzt die „große Notwendigkeit, Überkapazitäten zu reduzieren“ und die Produktion an „wettbewerbsfähigeren Standorten“ zu konzentrieren, schreibt Michelin weiter. Am Standort sind derzeit 860 Mitarbeiter beschäftigt. Wie Wayne Culbertson, Managing Director von Michelin UK, gegenüber unserer britischen Schwesterzeitschrift Tyres & Accessories betonte, solle die Schließung der Ballymena-Fabrik „bis Mitte 2018“ vollzogen werden. Sollten die jetzt anstehenden Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite über den Sozialplan schnell zu einem Abschluss gebracht werden, könnte die Schließung auch vorher vollzogen werden, so Culbertson weiter.

Wie der französische Reifenhersteller weiter mitteilt, werde die Schließung der Ballymena-Fabrik aber im Rahmen eines Investitions- und Restrukturierungsprogramms geschehen, demzufolge dann die Pkw-Reifenfabrik im schottischen Dundee modernisiert und erweitert werden soll. Außerdem soll das Logistikzentrum im englischen Stoke-on-Trent im gleichen Zuge modernisiert werden. Der Hersteller hat dafür ein Investitionsvolumen über 65 Millionen Pfund (91 Millionen Euro) vorgesehen, wobei 80 Prozent dieser Investitionen in die Fabrik in Dundee fließen sollen. In Schottland wolle Michelin etwa die Kapazitäten um 30 Prozent erweitern, dort außerdem neue elektrische Vulkanisationspressen installieren sowie ein neues 20.000 m² großes Lager errichten. Darüber hinaus betreibt Michelin in Stoke-on-Trent sein Zentrallager, das nun ebenfalls modernisiert werden soll, sowie eine Runderneuerungsfabrik. Insgesamt sollen durch die Investitionen 100 neue Arbeitsplätze entstehen.

Erst diesen Sommer hatte Goodyear angekündigt, seinen Runderneuerungs- und Mischungsstandort im englischen Wolverhampton ab Ende 2017 schließen zu wollen. Die aktuelle Michelin-Entscheidung unterstreicht einmal mehr, dass Großbritannien als Produktionsstandort für die Reifenindustrie zunehmend unattraktiv wird. Derzeit betreiben neben Michelin lediglich Pirelli (Carlisle) und in geringem Umfang auch Cooper (Melksham) noch Neureifenfabriken in Großbritannien. ab

 

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Die Arbeiter in der Michelin-Lkw-Reifenfabrik im nordirischen Ballymena haben mehrheitlich einem Abfindungsangebot ihres Arbeitgebers zugestimmt, der die Fabrik „bis Mitte 2018“ schließen will. Medienberichten zufolge haben 67 Prozent der Arbeiter dem gemeinsam ausgehandelten Angebot zugestimmt, das etwa den Lohn für viereinhalb Wochen pro Jahr bei Michelin in Ballymena, einem Extrabonus von 3.000 Pfund pro Arbeiter sowie einem Treuebonus in Höhe von 0,5 Prozent eines Jahresgehalts pro Jahr enthält. Arbeiter, die das Unternehmen nicht verlassen, sondern in einem anderem Michelin-Werk in Großbritannien arbeiten wollen, sollen 25.000 Pfund für ihren Wechsel innerhalb des Konzerns erhalten. Michelin betreibt noch eine Pkw-Reifenfabrik im schottischen Dundee, die demnächst erweitert werden soll, sowie ein Logistikzentrum und ein Runderneuerungswerk im englischen Stoke-on-Trent. Im nordirischen Ballymena gehen rund 860 Jobs verloren, wie Michelin im vergangenen November angekündigt hat. ab […]

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.