Laurent Reifen in Oranienburg stellt Aktivitäten Ende 2016 ein

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Nach der schon Ende 2014 angekündigten Einstellung der Kaltrunderneuerung und zuletzt Kurzarbeit aufgrund mangelnder Auslastung der Rundneuerungskapazitäten am Standort Oranienburg soll die dortige Produktion von Reifen der Marke Pneu Laurent nunmehr im französischen Werk Avallon konzentriert werden bzw. die zur Michelin-Gruppe gehörende Laurent Reifen GmbH ihre Aktivitäten zum Ende des Jahres 2016 einstellen. Begründet wird diese „Neuausrichtung“ einerseits mit einem kontinuierlichen und deutlichen Nachfragerückgang auf dem europäischen Nutzfahrzeugreifenmarkt und gleichzeitig damit für einige Marken der Runderneuerung. Andererseits hätten zugleich auch die in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Importe von Nutzfahrzeugneureifen aus Fernost der Konkurrenzfähigkeit runderneuerter Reifen zugesetzt.

Wie es unter Berufung auf entsprechende Daten der European Tyre and Rubber Manufacturers’ Association (ETRMA) weiter heißt, haben die Nutzfahrzeugreifenimporte aus Fernost zwischen 2009 und 2013 um 108 Prozent zugelegt und als Folge dessen sei der Runderneuerungsmarkt von 2007 bis 2014 um 20 Prozent zurückgegangen. Allein mit Blick auf die ersten fünf Monate des laufenden Jahres wird ein Rückgang um weitere zwölf Prozent berichtet. „Die spürbar günstiger produzierbaren Neureifen im Drittmarkensegment haben der wirtschaftlichen Attraktivität der Pneu-Laurent-Produkte verstärkt zugesetzt und die Überkapazitäten in Oranienburg noch einmal deutlich ansteigen lassen sowie die Auslastung weiter verringert“, ist einer entsprechende Mitteilung des Unternehmens dazu zu entnehmen. Künftig soll nun jedenfalls das Werk Avallon in Frankreich, dessen Kapazitäten für die gesunkene Nachfrage als ausreichend angesehen werden, die Pneu-Laurent-Kunden mit „kompetentem Service in gewohnter Qualität“ beliefern. Im Zusammenhang mit der Einstellung der Laurent-Reifen-Aktivitäten in Oranienburg ist ein Stufenprozess geplant: Gemeinsam mit den Sozialpartnern bespricht und prüft das Unternehmen eigenen Angaben zufolge jetzt die bestmöglichen, individuell angepassten sozialverträglichen Lösungen für die 180 Mitarbeiter.

Dies habe oberste Priorität, und dabei sollen sämtliche Möglichkeiten in Betracht gezogen werden wie etwa eine Qualifizierungsgesellschaft zur Unterstützung bei einer beruflichen Neuausrichtung der Betroffenen, Vorruhestandsregelungen oder auch die Unterbreitung von Stellenangeboten für andere Unternehmensstandorte. „Wir werden besonders in dieser Phase die Werte unseres Unternehmens aktiv leben und uns jetzt primär darauf konzentrieren, unsere Mitarbeiter bei der Neuorientierung zu begleiten. Wir wollen, dass alle einen neuen Arbeitsplatz finden, und dabei werden wir sie aktiv und individuell unterstützen“, sagt Markus Lamb, Geschäftsführer der Laurent Reifen GmbH Oranienburg. „Wir haben uns die Entscheidung, die Aktivitäten hier einzustellen, alles andere als leicht gemacht, aber wir müssen den Realitäten des Marktes ins Auge sehen: Das große Engagement der Mitarbeiter und die Investitionen des Unternehmens zur Produktivitätssteigerung wurden durch die nicht vorhersehbare und schnelle Marktentwicklung ihres positiven Effekts beraubt. Den Betrieb ohne echte Perspektive weiterzuführen, wäre allen Parteien – und besonders unseren Mitarbeitern gegenüber – verantwortungslos. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir alles daran setzen, die besten sozialverträglichen Lösungen zu finden und dafür alle sich bietenden Optionen eingehend prüfen“, ergänzt er. cm

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