„Explodierende Reifenkosten“ für Flotten wegen RDKS befürchtet

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Laut der Zeitschrift Firmenauto sehen Flottenmanager vor dem Hintergrund der seit vergangenem Herbst bestehenden Pflicht zur Ausrüstung neuer Fahrzeuge der Klasse M1 mit Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) „explodierende Reifenkosten“ auf sich zukommen. Zumindest dann, wenn die Wagen in ihrem Fuhrpark mit einem direkt messenden System ausgestattet sind und bei der saisonalen Umrüstung auf Winterreifen daher zusätzliche RDKS-Sensoren für den zweiten Radsatz benötigt werden bzw. der Aufwand bei der Reifenmontage steigt. Dabei beruft sich das Blatt auf die Ergebnisse einer entsprechenden Preisanalyse des Werkstattportals Autobutler.

„Immerhin müssen Autobesitzer beim Reifenkauf und dem Nachrüsten der Sensoren bis zu 420 Euro zusätzlich einplanen“, wird dessen Geschäftsleiter Heiko Otto in diesem Zusammenhang. Er sieht darin jedenfalls ein „echtes Problem“ für Fuhrparkmanager ungeachtet des seiner Meinung nach „durchaus sinnvollen“ Grundgedankens hinter RDKS. Zumal neben dem Argument höherer Kosten – diejenigen allein für vier Sensoren eines Mercedes werden dabei mit 210 Euro beziffert, während es für BMW-Fahrer 235 Euro und im Falle von Hyundai oder Audi bis zu 270 respektive 300 Euro sein sollen – noch das „Ärgernis“ thematisiert wird, das RDKS-Sensoren bei einer Reifenpanne darstellen. Denn dann könne der ausgefallene Reifen nicht einfach gewechselt werden, weil der Wagen „für die richtige Einstellung der Sensoren an einen Computer angeschlossen werden“ müsse.

Deshalb würden viele Automarken inzwischen auf ein Ersatzrad und stellen stattdessen ein Pannenkit zur Verfügung stellen, schreibt Firmenauto. Allerdings liefern die Fahrzeughersteller nicht erst seit der RDKS-Pflicht mehr und mehr ihrer Modelle ohne Ersatzrad aus – vielmehr ist dieser Trend schon deutlich länger zu beobachten. Wie dem auch sei: Als weiterer „Haken“ direkt messender Reifendruckkontrollsysteme und den mit ihnen einhergehende Sensoren wird außerdem noch angeführt, dass nach Benutzung eines Pannenkits oder von Dichtsprays im Fall der Fälle der Reifen hinterher in der Regel nicht mehr repariert werden könne sowie die Sensoren dadurch unter Umständen zerstört würden.

All dies lässt in Summe zumindest Otto befürchten, dass so mancher Flottenmanager geneigt sein könnte, bei den Fahrzeugen im Fuhrpark seines Verantwortungsbereiches von einer saisonalen Umrüstung der Bereifung abzusehen. „Wir empfehlen wirklich jedem, keinesfalls mit Sommerreifen im Winter zu fahren, da das Risiko, auf nassen und vereisten Straßen in einen Unfall verwickelt zu werden, so deutlich steigt. In diesem Fall schaut es allerdings so aus, als wenn genau das aufgrund der viel zu stark gestiegenen Kosten passieren wird“, wird der Autobutler-Geschäftsleiter in dem entsprechenden Beitrag zitiert. cm

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