Deutscher Wetterdienst und Bridgestone über Kälteeinbrüche

Dienstag, 20. Oktober 2015 | 0 Kommentare
 
Hundertprozentig sichere Prognosen zum Winterwetter gibt es nicht
Hundertprozentig sichere Prognosen zum Winterwetter gibt es nicht

Der Winter steht in den Startlöchern und es ist an der Zeit, sich auf kurze dunkle Tage und kühle Temperaturen einzustellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD, Offenbach) und Bridgestone wagen einen Blick in die Zukunft. Für den Winter gilt: Wie in allen anderen Jahreszeiten wird es im Durchschnitt wärmer, dabei bleibt es kalt und Frostperioden müssen einkalkuliert werden. Die Autofahrt in südlichen Bundesländern kann in den letzten Monaten dieses Jahres aufgrund von Durchschnittstemperaturen rund um den Gefrierpunkt zu einem Risiko für die Verkehrsteilnehmer werden. Im Norden bergen unberechenbare Kälteeinbrüche mit überfrierender Nässe Gefahren – hier ist die Niederschlagsrate deutschlandweit am höchsten.

Wie in den vergangenen Jahren erwartet der Deutsche Wetterdienst auch für den Winter 2015/2016 regional stark unterschiedliche Wetterlagen. Insbesondere im Süden kann es klirrend kalt werden. Bayern und Baden-Württemberg waren bereits im vergangenen Winter mit 0,7° C beziehungsweise 1,2° C die kältesten Bundesländer in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde in Altheim (Baden-Württemberg) mit -24,9° C bundesweit die niedrigste Temperatur gemessen. Eis und Schnee können in diesen Regionen jederzeit zu gefährlichen Straßenverhältnissen führen.

Zwar liegen die Durchschnittstemperaturen in den nördlichen Regionen im Winter teilweise bis zu zwei Grad höher, doch auch in den küstennahen Gegenden drohen Autofahrern durch winterliche Straßenverhältnisse Gefahren: „Es ist nicht nur ein Gerücht: Im Winter sind der Norden und Westen grundsätzlich nasser als der Osten des Landes“, erklärt Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. So gab es im vergangenen Winter in Schleswig-Holstein mit 313 l/m² fast dreimal so viel Niederschlag wie im trockensten Bundesland Sachsen-Anhalt (110 l/m²). Gleichzeitig herrschte eine durchschnittliche Temperatur von 2,8 Grad. Gerade der Temperaturbereich zwischen 2 bis 3 Grad ist dabei besonders tückisch: Schon in diesem Spektrum kann es zu gefrierender Nässe kommen. Die unvermutet überfrorenen Straßen erhöhen das Unfallpotenzial dabei massiv.

Unvermutete Kältephasen können jederzeit auftreten

Starke Kältephasen können auch für Meteorologen sehr unvorhergesehen auftreten: „Das Klima der Erde ist ein komplexes Wechselwirkungssystem und eine exakte Vorhersage seines Verhaltens nur sehr schwer möglich“, erklärt Friedrich. „Grundsätzlich wird das Wetter auch in unseren Breitengraden immer milder. Kaltfronten können trotzdem auch in diesem Jahr aufziehen und für frostige Phasen und Schnee sorgen. Das haben auch die vergangenen Winter gezeigt.“ So kam es im Januar und Februar vergangenen Jahres im Norden und Osten zu einer unvorhergesehenen Frostperiode. Insbesondere im niederschlagreichen Norden stellt das sogenannte „Blitzeis“ ein großes Risiko dar, Verkehrschaos ist vorprogrammiert. Autofahrer haben dabei kaum die Möglichkeit, sich an plötzlich ändernde Straßenverhältnisse zu gewöhnen. „Oft werden die Fahrer von Schneeglätte oder Glatteis überrascht; der routinierte Umgang mit dieser Situation fehlt“, so Bridgestone-Sprecherin Alexandra Kimmich.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes gehören ein zu niedriger Sicherheitsabstand und überhöhte Geschwindigkeit zu den Hauptunfallursachen von Pkw im Straßenverkehr. Gerade diese Faktoren können bei Schnee und Eis verheerende Folgen haben: „Bei glatten Straßen sollten Fahrer noch genauer darauf achten, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Vordermann zu halten. Auf Schnee kann sich der Bremsweg im schlimmsten Fall verdreifachen“, so die Bridgestone-Mitarbeiterin aus der Abteilung Marketing und Kommunikation. dv

Im Süden Deutschlands war’s im letzten Winter kälter, im Norden niederschlagsreicher

Im Süden Deutschlands war’s im letzten Winter kälter, im Norden niederschlagsreicher

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Kategorie: Markt

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