Michelin führt „Tire-Care“-Dienste und RFID-Chips in allen Bus- und Lkw-Reifen ein

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Mit den Diensten unter dem Titel „Tire Care“ will Michelin seinen großen und kleinen Flottenkunden künftig digitale und miteinander verknüpfte Tools an die Hand geben, mit denen diese das Reifenmanagement in ihren Flotten optimieren können. Insbesondere geht es den Verantwortlichen des französischen Herstellers darum, die Flotten – mitunter unabhängig von den genutzten Reifenmarken – Möglichkeiten zu bieten, ihren Betrieb verlässlicher, sicherer, kostengünstiger und umweltschonender zu betreiben und sich dabei vor allem auf das Wesentliche zu konzentrieren: den eigenen Kunden und die Dienstleistung, die der Flottenbetreiben diesem erbringen will, hieß es dazu anlässlich der Vorstellung von „Michelin Tire Care“ Anfang der Woche in Paris. Das Digitalangebot für Flottenbetreiber „Michelin Tire Care“ besteht dabei aus drei separaten Lösungen, die – je nach den Anforderungen der Flotte – passende Antworten auf die Fragen des Reifenmanagements bieten sollen.

Optimiert für kleine Flotten mit bis zu 20 Fahrzeugen – das ist jede zweite Flotte in Europa – ist „Tire Log“ ein „einfaches und praktisches digitales Reifenlogbuch“, das die ansonsten übliche ‚Papierwirtschaft’ in kleinen Flotten ablösen soll und Basisinformationen zum Zustand und zur Entwicklung der Reifen im Fuhrpark auf einen Blick bieten soll. Dazu gehören Profiltiefe, Luftdruck, Laufleistung und Reifenstatus (neu, nachgeschnitten oder runderneuert). Interessierte Nutzer müssen dazu lediglich die kostenlose App „Tire Log“ von Google Play oder aus dem App Store herunterladen – die Reifenverwaltungs-App ist derzeit in elf Sprachen verfügbar, auch in Deutsch. Zum Gebrauch des digitalen Reifenlogbuchs ist allerdings eine Registrierung notwendig. Die App kennt indes nicht nur Michelin-Reifen, sondern verfügt auch über eine umfassende Datenbank von Wettbewerbsprofilen, über deren Leistungsparameter mit der App „Michelin Tire Log“ ebenfalls Buch geführt werden kann. Mit der App können „Spediteure schnelle und sichere Entscheidungen zu den Reifen in ihrer Flotte treffen“ und entsprechend zum optimalen Zeitpunkt das Nachschneiden, die Runderneuerung oder den Ersatz der abgefahrenen Reifen sicherstellen, so Michelin dazu in Paris, insbesondere, da die Michelin-App „die Leistungen der verschiedenen Reifenmarken vergleichend darstellt“.

Michelins globaler Lkw-Reifenchef Serge Lafon (zweiter von links) erläuterte Anfang der Woche in Paris, was sich hinter den neuen Diensten „Michelin Tire Care“ verbirgt

Michelins globaler Lkw-Reifenchef Serge Lafon (zweiter von links) erläuterte Anfang der Woche in Paris, was sich hinter den neuen Diensten „Michelin Tire Care“ verbirgt

Warum sind solche Informationen zu zentral wichtig? Wie Michelin in Paris betonte, geht es beim Reifenmanagement nicht nur darum, den Kraftstoffverbrauch zu senken, die Laufleistung des zu erhöhen und die Sicherheit des Fahrers zu garantieren. Dem französischen Hersteller zufolge würden in Europa Lkw- und Busreifen im Durchschnitt mit einer Restprofiltiefe von 4,8 Millimeter ersetzt. Vor dem Hintergrund gesetzlicher Vorgaben, die etwa eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter – wie in Deutschland – vorsehen, und der Erkenntnis, dass im Schnitt jeder Millimeter Profil für rund 15.000 bis 20.000 Kilometer Laufleistung steht, zeigt sich: Der wirtschaftlich optimale Zeitpunkt zum Reifenwechseln wird von vielen Flottenbetreibern oftmals deutlich verfehlt. „Es wird geschätzt, dass rund 15 Prozent der möglichen Leistungsfähigkeit eines Reifens ungenutzt bleibt“, so Serge Lafon in Paris. Der Executive Vice President und weltweit verantwortliche Direktor für Michelin-Lkw-Reifen, unterstrich: „Dies steht für ein ebenso großes Loch im Budget des Flottenbetreibers.“

Neben dem digitalen Reifenlogbuch „Tire Log“ bietet Michelin nun für große Flotten mit über 100 Fahrzeugen und eigener Werkstatt noch die Lösungen „iCheck“ und „iManage“ an. Während Michelins „iCheck“ eine sogenannte „Stand-alone“-Lösung darstellt, steht „iManage“ für die umfassend mit dem „MyAccount“-Portal von Michelin verknüpfte Reifenmanagementlösung. Zentrale Innovation in Zusammenhang mit „iManage“: Alle Michelin-Bus- und -Lkw-Reifen sollen zukünftig mit RFID-Chips ausgestattet werden, um die Erkennung der Reifen am Fahrzeug während des gesamten Reifenlebens zu vereinfachen. Diese Daten wie auch die Daten des RDKS-Sensors im jeweiligen Reifen können dabei per Handheld ausgelesen und von dort per Smartphone direkt ins System des Flottenbetreibers zur Analyse übertragen werden. Bis Ende des kommenden Jahres will Michelin jeden neuen Bus- und Lkw-Reifen in Europa mit einem entsprechenden RFID-Chip ausstatten. Ältere Reifen können mit einem Michelin-Patch entsprechend nachgerüstet werden. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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