Positive ZF-Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr

Für das erste Halbjahr berichtet die ZF Friedrichshafen AG eine positive Geschäftsentwicklung. Dabei sind die Konzernkennzahlen zwar allein schon wegen der TRW-Übernahme stark von Sondereffekten beeinflusst, aber auch ohne die Akquisition sollen der Umsatz gestiegen und das operative Ergebnis von Stabilität geprägt sein.

Auf bereinigter Basis wird ein Umsatzplus in Höhe von elf Prozent auf 10,2 Milliarden Euro berichtet, von dem selbst nach Herausrechnen nicht unerheblicher Währungskurseffekte nach Unternehmensangaben immer noch ein Anstieg um rund drei Prozent übrig bleibt. Wird der TRW-Kauf sowie damit verbunden der Verkauf des 50-prozentigen Anteils an ZF Lenksysteme in die Betrachtung mit einbezogen, klettert der Umsatz auf 12,2 Milliarden Euro, ist darin dann doch der seit dem Abschluss der Übernahme am 15. Mai erlöste TRW-Umsatz in Höhe von zwei Milliarden Euro enthalten. Auch die Ergebnisgrößen des Konzerns sind maßgeblich von den genannten Sondereffekten beeinflusst. Hier führte vor allem der Anteilsverkauf an ZF Lenksysteme zu einer überproportionalen Steigerung: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 902 Millionen Euro) – das Ergebnis nach Steuern machte einen Sprung auf 711 Millionen Euro (Vorjahr: 310 Millionen Euro).

„ZF hat sich im ersten Halbjahr 2015 weiter gut entwickelt – und das trotz herausfordernder Marktbedingungen. Die erfolgreiche Übernahme von TRW ist sicherlich das herausragende strategische Ereignis, das uns in eine völlig neue Dimension katapultiert hat. Wir sind hervorragend aufgestellt, um unsere Industrie auch künftig wesentlich mitzugestalten und die Erfolgsgeschichte von ZF fortzuschreiben“, ist sich der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer sicher. Nach der TRW-Übernahme weist der ZF-Konzern zum 30. Juni 2015 Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 8,8 Milliarden Euro aus. Für die Finanzierung der Transaktion hatte man unter anderem einen Schuldschein in Höhe von 2,2 Milliarden Euro, US-Dollar-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden US-Dollar sowie Euro-Anleihen in Höhe von fast 2,3 Milliarden Euro begeben.

Als Folge der Fremdfinanzierung der Transaktion ist – wie zu erwarten – die ZF-Eigenkapitalquote gesunken: Sie lag zum 30. Juni 2015 bei 18 Prozent (Vorjahr: 34 Prozent). „Wir haben die Übernahme von TRW entsprechend unserer konservativen Finanzpolitik solide und zu günstigen Konditionen durchfinanziert“, sagt ZF-Finanzvorstand Dr. Konstantin Sauer. „Dank eines ausgewogenen Laufzeitenprofils können wir die Verschuldung nun Jahr für Jahr kontinuierlich zurückführen. Aufgrund unseres starken Cashflows gehen wir davon aus, dass uns dies zügig gelingen wird“, ergänzt er.

Zeitgleich mit dem Abschluss der Übernahme habe die Integration von TRW begonnen, die ZF innerhalb von drei bis fünf Jahren bewerkstelligen will und wozu 13 Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gebildet wurden. TRW wird inzwischen als Division „Aktive & Passive Sicherheitstechnik“ im ZF-Konzern geführt, während beide Seiten bereits ein erstes gemeinsames Produkt vorgestellt haben und sich zusammen auf der IAA präsentieren werden. „Auch wenn wir noch einen langen Weg vor uns haben, zeigen solche Erfolge klar und deutlich, wie gut die Integration voranschreitet. Den partnerschaftlichen Geist sowie die konstruktive Atmosphäre und Zusammenarbeit sehe ich zudem als Beleg, dass die eingeschlagene Richtung stimmt“, so Sommer.

Hinsichtlich der generellen Marktentwicklung geht ZF davon aus, dass sich Europa in der zweiten Jahreshälfte 2015 weiter positiv entwickeln wird. Für Nordamerika wird im weiteren Jahresverlauf mit einer stabilen, positiven Marktentwicklung gerechnet, aber mit einer fortgesetzt deutlich rückläufigen Nachfrage in Südamerika. In der Region Asien-Pazifik erwartet ZF eine „Schwächephase“ in bestimmten Automobilsegmenten der Premiumklasse, begleitet von einem langsameren Wirtschaftswachstum in China. Vor diesem Hintergrund sollen sich die ZF-Umsatz und -Ergebniskennzahlen mit Blick auf das Gesamtjahr stabil entwickeln. Inklusive des dann siebeneinhalbmonatigen Beitrags der Division „Aktive & Passive Sicherheitstechnik“ geht man bei ZF von einem Gesamtumsatzvolumen 2015 in Höhe von irgendwo zwischen 29 und 30 Milliarden Euro aus bei einer EBITDA-Marge von aus heutiger Sicht über zehn Prozent. cm

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.