Pirelli und Team rücken eng aneinander – NRZ-Interview zur Kooperation

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Pirelli und Top Service Team verbindet seit einigen Wochen eine „strategische Partnerschaft“. Der Hersteller und die Kooperation wollen in diesem Zusammenhang in Sachen Vertrieb und Marketing von Pkw-, LLkw- und Lkw-Reifen im deutschen Markt in Zukunft eng zusammenarbeiten. Die beiden Partner wollen dabei ihre jeweilige Marktposition stärken, wobei insbesondere das Flottengeschäft eine wichtige Rolle spielen soll; die Verantwortlichen sprechen von „einer Win-win-Situation“. Pirelli wird dazu im neuen Logistikzentrum in Dieburg ein spezielles Lager für die 14 Team-Gesellschafter vorhalten. Im Interview mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutern Andreas Penkert (Pirelli), Christian Stiebling und Gerd Wächter (beide Top Service Team) die Hintergründe der Partnerschaft und wie sie nun mit Leben erfüllt werden soll.

button_nrz-schriftzug_12px-jpg Dieses Interview ist in der Juli-Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG erschienen, die Sie hier auch als E-Paper lesen können.

NEUE REIFENZEITUNG:

Pirelli und Team haben eine ‚strategische Partnerschaft’ geschlossen. Was ist dabei das Ziel, das Sie jeweils verfolgen?

Andreas Penkert:

Unsere Partnerschaft soll primär den Marktanteil von Pirelli-Premiumprodukten im Pkw- und Lkw-Segment bei den Gesellschaftern der Kooperation und somit im deutschen Markt stärken. Zudem wollen wir mit Top Service Team als starkem Partner unsere Position im Flottengeschäft ausbauen und die weitere gemeinsame Entwicklung effektiv unterstützen.

Christian Stiebling:

Wir haben mit allen relevanten Anbietern Modelle einer Zusammenarbeit diskutiert. Für Pirelli sprach die Qualität und Bandbreite der Produkte sowie das klare Bekenntnis zur Top Service Team KG als qualifiziertem Dienstleister.

NEUE REIFENZEITUNG:

Also profitieren davon letzten Endes beide Unternehmen?

Andreas Penkert:

Zweifellos handelt es sich bei unserer Partnerschaft um eine Win-win-Situation.

Christian Stiebling:

Das ist der Sinn einer solchen Kooperation. Offene Diskussionen helfen zudem, Verständnis füreinander zu entwickeln.

NEUE REIFENZEITUNG:

Woher kommt der Antrieb, jetzt enger zusammenzuarbeiten?

Andreas Penkert:

Top Service Team und Pirelli Deutschland pflegen bereits seit langer Zeit eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch weil die Kooperation aus namhaften Reifenfachhändlern besteht, die Premiumreifen von Pirelli erstklassig vermarkten. Unsere Philosophien passen gut zusammen. Angesichts des grundlegenden Strukturwandels, in dem sich der hiesige Reifenmarkt befindet, ist es für beide Seiten sinnvoll und perspektivreich, diese Zusammenarbeit zu stärken und auszubauen.

Gerd Wächter:

Namhafte Reifenhersteller betreiben das Flottengeschäft zunehmend über eigene Handelsketten. Dadurch droht der Verlust der direkten Zusammenarbeit mit wesentlichen Marktteilnehmern und – noch schlimmer – der Ausschluss von einem wichtigen Absatzkanal. Wir haben mit dieser Kooperation und dem starken Ausbau des Lkw-Key-Account bei Servicequadrat, einer je 50-prozentigen Tochter von point S und Team mit über 1.000 Outlets, ein deutliches Zeichen für den freien Fachhandel gesetzt.

NEUE REIFENZEITUNG:

Was kann Pirelli konkret in diese Partnerschaft einbringen?

Andreas Penkert:

Neben unseren erstklassigen Produkten bringen wir unter anderem unsere logistische Kompetenz ein und errichten ein spezielles Reifenlager für die Kooperation. Darüber hinaus unterstützen wir Top Service Team und deren Gesellschafter mit unserem Know-how in den Bereichen Produkttechnologie, IT, Flottenmanagement und Marketing.

NEUE REIFENZEITUNG:

Und was die Team-Kooperation? Also was die Zentrale und was die Gesellschafter?

Gerd Wächter:

Die Zusammenarbeit beginnt bei unseren Servicebetrieben vor Ort und reicht über die Zentralen der einzelnen Gesellschafter bis hin zur Team-Zentrale. Qualifizierung, Logistik, Warenverfügbarkeit, verlässliche Konditionen und ein offener Umgang sind wesentliche Stichworte. Die hohe flächendeckende Servicequalität ist für Pirelli natürlich wichtig. Hinzu kommen Runderneuerungswerke und ein perfekt organisierter 24-Stunden-Service für unsere Lkw-Kunden.

NEUE REIFENZEITUNG:

Können Sie uns einige konkrete Beispiele nennen, wo eine entsprechende Kooperation greifen und gegenseitigen Nutzen bringen könnte?

Andreas Penkert:

Beispielsweise wird die Bündelung der Kompetenzen unsere Attraktivität bei aktuellen und potenziellen Flottenkunden spürbar erhöhen. Das gilt für Pkw- wie für Nutzfahrzeugflotten.

Gerd Wächter:

Beispiele hierfür sind für uns die Trainingsakademie, gemeinsame Marketingkampagnen, Stärkung und Ausbau des mobilen Services sowie der Aufbau einer Eigenmarke.

NEUE REIFENZEITUNG:

Sie als Partner wollen den Absatzanteil der Marke Pirelli bei Team und seinen Gesellschaftern steigern. Gibt es dazu konkrete Zielvereinbarungen?

Christian Stiebling:

Vereinbarungen sind Grundlage eines Vertrages.

NEUE REIFENZEITUNG:

Inwiefern wirkt denn die neue ‚strategische Partnerschaft’ bindend für die Team-Gesellschafter?

Christian Stiebling:

Das Votum für die strategische Zusammenarbeit fiel bei uns einstimmig und ist für alle Gesellschafter bindend.

NEUE REIFENZEITUNG:

Und wer ist bei Team federführend, wenn es um die Weiterentwicklung der Partnerschaft geht? Die Zentrale oder die einzelnen Gesellschafter?

Gerd Wächter:

Die Kooperation wird bei jedem Gesellschafter vor Ort genauso gelebt wie in der Team-Zentrale, die auch die einzelnen Maßnahmen koordiniert.

NEUE REIFENZEITUNG:

Erhält Team für Pirelli nun einen besonderen Kundenstatus?

Andreas Penkert:

Wenn Sie mit einem Unternehmen oder einer Kooperation eine strategische Partnerschaft vereinbaren, dann kommt diesem Partner natürlich auch ein spezieller Status zu.

NEUE REIFENZEITUNG:

Und welchen Status hat Pirelli nun bei Team und den Team-Gesellschafter?

Gerd Wächter:

Alle Team-Gesellschafter unterstützen die Zusammenarbeit und werden Pirelli-Reifen in den unterschiedlichen Segmenten bevorzugt einsetzen. Dies gilt auch für die gemeinsame Eigenmarke bei Pkw-Reifen [Formula; d.Red.].

NEUE REIFENZEITUNG:

Inwiefern haben die beiden Unternehmen Pirelli und Team eigentlich bisher schon zusammengearbeitet? Welchen Status hatte Pirelli bisher als Team-Lieferant?

Andreas Penkert:

Top Service Team und Pirelli arbeiten bereits seit vielen Jahren gut und vertrauensvoll miteinander. Schließlich ist Top Service Team eine etablierte Größe im deutschen Reifenfachhandel, die ein führender Reifenhersteller nicht ignorieren darf. Unter anderem haben wir zwischen 2011 und 2013 gemeinsam die Kampagne ‚Safety First – Reifen und Sicherheit für Fahrschulen’ erfolgreich durchgeführt.

Team habe mit „allen relevanten Anbietern Modelle einer Zusammenarbeit diskutiert“, sagt Beiratsvorsitzender Christian Stiebling, „für Pirelli sprach die Qualität und Bandbreite der Produkte sowie das klare Bekenntnis zur Top Service Team KG als qualifiziertem Dienstleister“

Team habe mit „allen relevanten Anbietern Modelle einer Zusammenarbeit diskutiert“, sagt Beiratsvorsitzender Christian Stiebling, „für Pirelli sprach die Qualität und Bandbreite der Produkte sowie das klare Bekenntnis zur Top Service Team KG als qualifiziertem Dienstleister“

Christian Stiebling:

Pirelli hat auch in den vergangenen Jahren mit den einzelnen Gesellschaftern die Zusammenarbeit vor Ort gelebt. Auch die Team-Zentrale wird seit Jahren von Pirelli unterstützt.

NEUE REIFENZEITUNG:

Es heißt, Team plane eine ‚Neuausrichtung im Lieferantenportfolio’. Was bedeutet dies konkret und welche Rolle spielt Pirelli dabei?

Gerd Wächter:

Team konzentriert sich in der Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten auf wenige Partner in den jeweiligen Segmenten.

NEUE REIFENZEITUNG:

Es soll ein spezielles Reifenlager für die Kooperation aufgebaut werden. Können Sie uns dazu Details nennen?

Andreas Penkert:

Das Lager wird in unserem neuen Logistikzentrum in Dieburg eingerichtet und allen Team-Gesellschaftern zur Verfügung stehen. Somit können wir unseren Partnern zu jeder Zeit die bestmögliche logistische Unterstützung garantieren.

NEUE REIFENZEITUNG:

Thema Flottengeschäft. Hat die ‚strategische Partnerschaft’ zwischen Ihnen Konsequenzen für die Zusammenarbeit von Team mit point S Deutschland unter dem Dach von Servicequadrat? Wenn ja, welche?

Gerd Wächter:

Die Zusammenarbeit mit point S hat sich überaus positiv entwickelt und wird durch den Ausbau des Lkw-Geschäfts bei Servicequadrat noch deutlich intensiviert.

NEUE REIFENZEITUNG:

Was genau soll denn in Bezug auf das Flottengeschäft künftig gemeinsam geleistet werden?

Andreas Penkert:

Wir können durch die Partnerschaft die unterschiedlich gelagerten Kompetenzen und Leistungen von Fachhändlern und Premiumhersteller optimal bündeln und dadurch die Attraktivität der Angebote für die Flottenbetreiber in allen relevanten Bereichen signifikant steigern. Dazu gehören unter anderem Produktvorstellungen und Schulungen bei den Kunden.

NEUE REIFENZEITUNG:

Wenn Sie die jetzt eingegangene ‚strategische Partnerschaft’ mit Ihren anderen Vertriebskonzepten ‚Pirelli Key Point’ und ‚Driver’ vergleichen, kann man dann hier von der Stufe geringster Integration sprechen?

Andreas Penkert:

Nein, das kann man so nicht sagen. Die strategische Partnerschaft mit Top Service Team ähnelt allerdings in der Hinsicht unserem Handelskonzept ‚Key Point’, dass sie eine Kooperation mit Pirelli ermöglicht, in der die Partner in allen Entscheidungen ihre unternehmerische Freiheit und Individualität behalten. Im Falle der mit Top Service Team vereinbarten Partnerschaft ist als Besonderheit zu berücksichtigen, dass die Kooperation aus 14 Gesellschaftern besteht, jeder für sich ein sehr renommierter freier Fachhändler mit etlichen Filialen. Diese Größe der Kooperation ermöglicht das Realisieren von Projekten, die nicht Bestandteil von ‚Key Point’ oder ‚Driver’ sind.

NEUE REIFENZEITUNG:

Ist es denkbar, dass sich aus dieser ‚strategische Partnerschaft’ einmal eine noch engere Anbindung beider Unternehmen aneinander ergibt?

Christian Stiebling:

Das sehen die aktuellen Absprachen und Verträge nicht vor. Jetzt wollen wir erst einmal diese strategische Partnerschaft mit Leben füllen.

Andreas Penkert:

Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die mit Top Service Team geschlossene strategische Partnerschaft erfolgreich umzusetzen und die anvisierten Ziele zu erreichen. Wenn uns dies so gelingt, wie es sich beide Seiten vorstellen – wovon ich überzeugt bin –, kann man das weitere Vorgehen erörtern und darüber nachdenken, das eine oder andere zusätzliche Projekt zu integrieren.

NEUE REIFENZEITUNG:

Gibt es für Pirelli ähnliche ‚strategische Partnerschaften’ wie die mit Team bzw. soll es in Zukunft weitere geben?

Andreas Penkert:

Derzeit existiert keine ähnlich gelagerte strategische Partnerschaft. Weitere Kooperationen dieser Art sind prinzipiell denkbar, dazu müssen aber immer die Voraussetzungen auf beiden Seiten stimmen und das Erreichen einer Win-win-Situation ermöglichen. ab

 

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